تسجيل الدخولDas Sonnenlicht drang durch die hohen Glasfenster des Castello-Anwesens und breitete sein goldenes Licht über den makellos gedeckten Porzellantisch aus. Der Duft frisch gebrühten Kaffees und frisch gebackenen Brots erfüllte den Raum – eine trügerische Idylle der Familienwärme in einem prächtigen Haus, das von innen heraus zu verwesen schien. Von außen hätte niemand geahnt, wie viele Risse durch dieses Gebäude zogen. Catalina betrat als Erste den Speisesaal. Obwohl sie in dieser Nacht kaum ein Auge zugemacht hatte, erschöpft von Aufruhr und Gewissensfragen, zwang sie ihre Züge zu möglichster Gelassenheit. Sie zog ihren Stuhl langsam heran – das leise Knarren des Holzes auf dem Marmorboden ließ ihr Herz wild schlagen. »Guten Morgen.« Die sanfte, dünne Stimme durchfuhr sie. Catalina blickte auf und sah Aixa vor sich stehen. Die junge Frau trug ein höfliches Lächeln – jene Maske, die sie stets zu tragen schien. Doch heute wirkten ihre Wangen noch eingefallener, ihre Blässe war herzze
Die Nacht schritt voran. Stille legte sich über das Castello-Anwesen und verschlang jedes Geräusch; einzig das leise Rascheln des Windes in den Blättern des Gartens blieb übrig. Doch für Catalina war diese Nacht alles andere als ruhig. Zwar war sie nach dem Abschied von Elio in ihr eigenes Zimmer zurückgekehrt – aber ihre Gedanken waren noch immer auf dem Korridor im ersten Obergeschoss, vor jener Tür, hinter der sie ein Geständnis vernommen hatte, das sie sich niemals hätte vorstellen können. Sie schaltete nicht einmal das Hauptlicht ein. Nur das Mondlicht drang durch das große Fenster und warf ihren Schatten auf den Holzfußboden. Langsam schritt sie zum Fenster, schob den dünnen Vorhang beiseite und blickte hinunter in den stillen, von Gartenlampen erhellten Park. Der kleine Teich in der Ecke spiegelte das gelbliche Licht, das im Wind sanft schwankte. Unwillkürlich erinnerte sie sich an jenen Abend, als Fernando Aixa und Elio dort zusammen vorgefunden hatte. Damals hatte sie nicht
Die Kälte der Nacht drang durch den Spalt des leicht geöffneten Fensters herein und trug den Duft des noch nicht ganz verrauschten Regens mit sich. Doch die Stille, die nach Catalinas Fortgang im Zimmer zurückblieb, war eisiger als jede Kälte draußen. Das leise Schließen der Tür hallte wie der Hammerschlag eines Richters – ein endgültiges Urteil über all sein Versagen. Elio stand noch immer reglos an derselben Stelle. Die Stille hüllte den Raum so dicht ein, dass ihm sein eigener Herzschlag wie eine qualvolle, laute Erschütterung vorkam. Seine Gedanken wirbelten durcheinander, wiederholten unablässig jedes Wort, das Catalina gesprochen hatte. »Sie ist die Frau deines Onkels.« Vier Worte. Nicht nur eine Warnung. Sie waren eine dicke Mauer, die die Wirklichkeit von seinen leeren Träumen trennte. Eine heilige Grenze, die er bewusst verschwommen gelassen hatte – nur um sich an einer schwachen, zum Scheitern verurteilten Hoffnung festzuhalten. Langsam schritt Elio zur Ecke des Zimmers
Die Stille im Raum war so dicht, so schwer, als weigerte sich die Luft selbst, zwischen ihnen zu zirkulieren. Keiner von beiden wich auch nur einen Schritt von der Stelle. Catalinas Blick ruhte unverwandt auf Elios Gesicht – scharf, fordernd, erwartete sie die Antwort, die sie von Anfang an aus den Tiefen seiner Seele zu graben suchte. Jede verstreichende Sekunde lastete auf ihnen, bis die Spannung kaum noch zu ertragen war. Doch gerade diese lange Stille zerbröselte nach und nach jenes Gerüst der Hoffnung, das Catalina mit aller Kraft aufrechtzuerhalten versucht hatte. Seit Jahren kannte sie Elio – kannte jede Einzelheit seines Wesens und seiner Gewohnheiten. Eines wusste sie mit Sicherheit: Er mochte geschickt darin sein, Stürme der Gefühle hinter einer Maske der Gelassenheit zu verbergen. Er konnte kalt, gleichgültig und undurchschaubar wirken. Doch er war nie ein guter Lügner, wenn es um das ging, was wirklich zählte in seinem Leben. Und diese Nacht … seine Stille war kein gew
Die Nacht hatte das Castello-Anwesen in eine fast vollkommene Stille gehüllt – jene dichte, lastende Stille, die sich jedem, der noch wach war, wie ein eiserner Ring auf die Brust zu legen schien. Die meisten Lichter im Hauptkorridor waren gedämpft; ein mattes, flackerndes Dämmerlicht fiel durch die Dunkelheit und warf lange, gespenstische Schatten auf die Steinwände. Die Bediensteten hatten ihre täglichen Pflichten erfüllt und sich in ihre Quartiere zurückgezogen, so dass das prächtige, weitläufige Haus nun von einer eisigen Kälte umfangen lag. Doch nicht so für Catalina. Sie schritt den Korridor im ersten Obergeschoss entlang, ihre Haltung fest und entschlossen. Die Absätze ihrer Schuhe schlugen gleichmäßig auf das Holz – aber hinter dieser sicheren Fassade wurde jeder Schritt schwerer. Ihr Herz pochte wild. Ein warnendes Gefühl ließ sie nicht los: Das, was heute Nacht geschehen würde, war kein gewöhnliches Gespräch. Es war ein Wendepunkt, der vieles zerstören und für immer verän
Der Keim des Zweifels Seit jenem Morgen, als sie die Bibliothek verlassen hatte, war Catalinas Seele nicht mehr zur Ruhe gekommen. Sie hatte versucht, sich der Arbeit zu widmen, die in ihrem Arbeitszimmer auf sie wartete: Veranstaltungsvorschläge mussten geprüft, Gästelisten genehmigt und Finanzberichte unterzeichnet werden. Doch sooft sie auch Zeile für Zeile las, tauchte immer wieder dasselbe Bild vor ihr auf. Elios Blick. Jene stille, ruhige Miene, in der eine so tiefe Aufmerksamkeit verborgen lag. Catalina schloss die Mappe vor sich und atmete tief aus. »Was ist nur mit mir?«, flüsterte sie leise. Sie mochte es nicht, Mitglieder der Familie Castello zu misstrauen. Zumal Elio ihr bislang niemals einen Grund gegeben hatte, an seiner Aufrichtigkeit oder seinem Urteil zu zweifeln. Doch das, was sie in der Bibliothek gesehen hatte, ließ sie nicht los. Keine Berührung. Kein Wort, das über das Erlaubte hinausging. Sogar der Abstand zwischen Elio und Aixa war gewahrt geblieb







