FAZER LOGINCarmillas SichtDer Messinggriff drehte sich ein zweites Mal. Klack. Jemand stand auf unserer Vorderveranda im kalten Nebel. Mein Herz machte einen schnellen, harten Purzelbaum gegen meine Rippen, genau dort, wo Rafaels Handfläche noch immer warm gegen meine Taille drückte. Ich schrie nicht. Ich sprang nicht zurück. Rafael bewegte sich, bevor ich blinzeln konnte.Seine Hand glitt von meiner Taille, warme Haut wurde in einer halben Sekunde zu kaltem Stahl. Er trat an mir vorbei, seine Schultern rollten sich zurück in diese dunkle, schwere Haltung eines Milliardärs, der Blut im Wasser roch.„Bleib hinter mir", sagte Rafael. Seine Stimme war leise und gefährlich.Rafael erreichte das Haupt-Sicherheits-Touchpad nahe dem Bogenflur. Sein Daumen traf den Glasbildschirm mit einem scharfen Tippen. Er wischte dreimal, entsperrte den versteckten Umgebungsfeed.Ein hochauflösendes Bild flackerte live auf dem Flachbildschirm über der Mahagoni-Kredenz.Verandakamera Sektor eins. Ein Mann stand unte
Carmillas SichtDer Krankenhausumschlag lag auf meinem Glasschreibtisch wie eine geladene Waffe. Darin befand sich ein einzelnes medizinisches Bestätigungsblatt, gedruckt auf klarem weißem Briefpapier. DNA-Marker-Übereinstimmung: neunundneunzig Komma neun Prozent. Rafael Vance. Gezeugt vor achtzehn Monaten während einer Nachparty im Hotelsuite-Wochenende eines Wohltätigkeitsballs, lange bevor unsere Tinte auf den Vertragsehepapieren trocknete, lange bevor Elias zwischen uns schlief, und lange bevor ich wusste, wie sich echte Hitze anfühlte.Isabella schickte es nicht an Rafael. Sie schickte es direkt an meinen privaten Arbeitszimmer-Posteingang, mit einer digitalen Notiz angehängt: Ihr Imperium hat einen Riss im Fundament, Co-Vorsitzende.Meine Hände zitterten nicht. Ich faltete das Papier, schloss es in der untersten Mahagoni-Schublade ein, und griff nach meinem Telefon.Bis zum Sonnenaufgang begann die PR-Maschine, die Isabella engagiert hatte, das Glas zu drehen. Wohltätigkeitsvors
Rafaels SichtDer Kronleuchter im Esszimmer warf einen sanften, warmen bernsteinfarbenen Schein über den schweren Eichentisch. Draußen vor den hohen Fenstern hatte sich die Nacht vollständig über das Anwesen gelegt, verwandelte das Glas in dunkle Spiegel, die unser stilles Familienleben zurückwarfen.Teller klapperten leise. Angelica hatte sich selbst übertroffen mit dem Lammbraten, den duftenden Knoblauchkartoffeln, und knackigem Gartengrün, garniert mit genau den Tomaten, die Elias fünf Minuten vor Sonnenuntergang geerntet hatte.Elias saß mir gegenüber in seinem Kindersitz, schnitt ein kleines Stück Lamm mit sorgfältiger, ernster Konzentration. Ein winziger Soßenklecks markierte seine linke Wange. Neben seinem Stuhl hielt der hohe Holzhochstuhl Marcus, der beschäftigt damit war, ein weiches Stück Karotte mit großen, neugierigen Augen zu zerkauen. Rosalind und Grace schliefen oben wieder fest, atmeten in süßer, dunkler Stille.Carmilla saß neben mir am Kopfende des Tisches, schnitt
Rafaels SichtCarmilla saß neben mir, ihr Rücken ruhte gegen das gepolsterte Sofabein, eine Hand zeichnete leicht den Rand von Marcus' blauer Decke nach. Sie sah müde aus, auf die beste Art—die entspannte, schwerlidrige Müdigkeit einer Frau, der ihr Tag, ihr Zuhause, und ihr Herz gehörten.Ich drehte mich leicht, lehnte meine Schulter gegen ihre. „Einen Cent für deine Gedanken, Madame Generalin."Carmilla neigte den Kopf zurück, um mich anzusehen, ein sanftes, langsames Lächeln breitete sich über ihre Lippen aus. „Ich dachte daran, wie still sich die Welt anfühlt, wenn niemand versucht, uns zu prüfen, zu verklagen, oder unser Liebesleben zu übertragen."„Es ist schön", murmelte ich und schob meinen Arm hinter ihre Schultern, zog sie näher. „Gefährlich für meine Produktivität, vielleicht. Großartig für meinen Blutdruck."Carmilla stieß ein leises, melodisches Lachen aus. „Du brauchst keinen Vorstandssaal, um dich mächtig zu fühlen, Rafael. Du brauchst nur eine Deckenfestung und drei Ba
Rafaels SichtEine sanfte Diele knarrte draußen im Hauptflur. Dann kam das unverkennbare Geräusch winziger, gepolsterter nackter Füße, die über den Teppich zu unserer Tür tappten.Tap-tap, tap-tap.Carmilla regte sich gegen mich, stieß ein kleines, schläfriges Murmeln aus, während ihre dunklen Wimpern aufflatterten. Sie blinzelte zu mir hinauf, ein sanftes Morgenlächeln zog sich in den Mundwinkel, bevor sie überhaupt vollständig wach war.„Morgen, Mr. Vance", flüsterte sie, ihre Stimme rau und süß.„Morgen, meine Generalin", flüsterte ich zurück und drückte einen langen, warmen Kuss auf ihre Stirn.Bevor sie antworten konnte, öffnete sich die Tür des Hauptschlafzimmers nur einen Zentimeter. Ein kleiner Kopf mit zerzausten braunen Locken schaute ins Zimmer. Elias steckte seine Nase herein, weit aufgerissene Augen und still, hielt eine blaue Plastik-Superheldenfigur in einer Hand.„Papa? Mama?", flüsterte Elias laut, dachte, er sei heimlich unterwegs. „Seid ihr wach?"Carmilla kicherte,
Rafaels SichtDer schwarze Wagen rollte kurz vor Mittag durch die eisernen Tore unseres Anwesens. Die helle Mittagssonne ergoss sich über die grünen Rasenflächen und tauchte die großen Steinsäulen des Hauses in warmes Licht.Carmilla saß neben mir, blickte aus dem getönten Fenster, ein ruhiges, zufriedenes Lächeln spielte auf ihren Lippen. Das Adrenalin von der Vorstandssitzung summte noch immer in der Luft zwischen uns. Silas war mit leeren Händen gegangen, und Willows Fabrics saß sicher auf einem verschlossenen Berg aus Unternehmenseinfluss.„Du hast heute gute Arbeit geleistet, Mrs. Vance", sagte ich und durchbrach die Stille, während ich hinübergriff, um ihre Hand zu nehmen. Ihre Finger glitten leicht in meine, warm und fest.„Ich war großartig, Mr. Vance", korrigierte sie mit einem sanften, neckischen Lachen und drehte den Kopf, um mich anzusehen. „Obwohl es nie langweilig wird, in einen Raum voller grauhaariger Männer zu treten, die noch immer denken, Frauen gehörten an den Kuch







