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Was zerbricht

last update Zuletzt aktualisiert: 29.01.2026 20:46:33

Kapitel 20

I. Das Urteil

(Draven D‘Arcy)

Ich erfahre das Urteil nicht aus offiziellen Mündern. Der Rat spricht nie zu mir. Er benutzt andere. Ein Bote aus Ravencroft erreicht mich kurz vor Morgengrauen. Kein Siegel, keine Farben. Nur schwarze Kleidung und ein Blick, der mir ausweicht. Schon das reicht.

„Sprich“, sage ich.

„Der Hohe Rat hat entschieden“, antwortet er. „Der König bleibt. Vorläufig.“

Ich nicke langsam. Das war zu erwarten.

„Und Skylar?“

Der Bote zögert. Ein winziger Fehler
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  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Verratserklärung

    Kapitel 33 Es geschah nicht heimlich. Nicht in dunklen Gängen. Nicht in geflüsterten Protokollen. Der Rat wählte die Öffentlichkeit. Noch am selben Abend wurden die Glocken der Stadt geschlagen – dreimal lang, einmal kurz. Das alte Zeichen für eine außerordentliche Verkündung. Menschen strömten auf die Plätze, Händler ließen ihre Stände zurück, Fenster wurden geöffnet, Kinder auf Schultern gehoben. Die große Treppe vor der Halle des Rates war in kaltes Fackellicht getaucht. Skylar und Dilan standen nicht dort. Sie standen unten im Hof, nebeneinander, als die Tore sich öffneten. Der Älteste trat hinaus, begleitet von mehreren Ratsmitgliedern. Draven stand ein Stück dahinter – nicht im Schatten, aber auch nicht im Zentrum. „Bürger dieser Stadt“, begann der Älteste mit fester Stimme, „wir stehen vor einer Gefahr, die aus unseren eigenen Reihen erwachsen ist.“ Ein Murmeln ging durch die Menge. „Das Gefährtenband, das als Symbol des Gleichgewichts galt, ist instabil geworden. Die Träge

  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Die Entscheidung

    Kapitel 32 Skylar hatte aufgehört, gegen die Stille anzukämpfen. Die ersten Stunden der Isolation waren gefüllt gewesen mit Widerstand, mit dem verzweifelten Versuch, das Band bewusst zu stabilisieren, sich auf Atem, Erinnerung, Nähe zu konzentrieren. Doch das Band reagierte nicht mehr auf Disziplin. Es reagierte auf Wahrheit. Und die Wahrheit war unbequem. Sie saß auf dem Boden der Zelle, die Runen an den Wänden schwach pulsierend wie ein fremder Herzschlag. Ihr eigenes Herz schlug langsamer jetzt. Kontrollierter. Nicht aus Ruhe, sondern aus Entschluss. Sie spürte Dilan. Nicht klar. Nicht konstant. Aber anders. Seine Emotionen kamen nicht mehr wie einzelne Impulse. Sie kamen wie Wellen. Dunkler. Tiefer. Als würde er sich nicht mehr dagegen wehren, was in ihm lag. Und genau das war der Punkt. Sie hatten das Band nicht destabilisiert, indem sie es schwächten. Sie hatten es destabilisiert, weil sie beide versuchten, es in eine Form zu pressen, die nicht mehr stimmte. Skylar hob langsa

  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Das Gefährtenband beginnt sichtbar zu reißen

    Kapitel 31Skylar fühlte den Schmerz, bevor sie verstand, was geschah. Es war kein einzelner Stich. Kein klarer Schnitt. Es war ein Ziehen tief in der Brust, als würde etwas Unsichtbares auseinandergezogen werden. Als würde eine Verbindung reißen. Dilan wurde aus der Arena getragen. Seine Augen suchten sie. Doch als sie seine Hand greifen wollte, zog er sie reflexartig zurück. Nicht aus Ablehnung. Aus Instinkt. Aus Schutz. Und dieser kleine Abstand tat mehr weh als jede Wunde. Später, in den dunklen Korridoren der Heiler, saß sie allein. Ihre Hände zitterten. Ihre Haut fühlte sich fremd und kalt an. Als wäre die Verbindung zwischen ihnen nicht mehr stabil. Dilan kam Stunden später zu ihr. Verbunden. Erschöpft. Seine Bewegungen langsamer als sonst.„Du hättest nicht allein warten sollen,“ sagte er leise.„Du hast mich nicht mehr gespürt,“ antwortete sie.Stille. Er setzte sich neben sie. Nah – aber nicht nah genug. Ein Raum zwischen ihren Körpern, der vorher nie existiert hatte. Sie gr

  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Das Duell eskaliert

    Kapitel 30Der Moment, in dem Dilan Draven gegen die Wand hob, zerriss die Stille wie ein Blitz. Stein splitterte unter der Wucht seines Aufpralls. Staub regnete über die Menge, und mehrere Zuschauer wichen zurück. Doch keiner verließ den Platz. Niemand wollte den Augenblick verpassen, in dem einer der Brüder fallen würde. Dravens Hände krallten sich um Dilans Unterarm. Kein panisches Strampeln, nur kalkulierte Kraft. Er ließ sich hängen, täuschte Schwäche vor und stieß dann plötzlich sein Knie mit brutaler Präzision in Dilans Rippen. Ein dumpfes Knacken. Dilan keuchte kaum hörbar. Sein Griff lockerte sich einen Herzschlag zu lang. Draven nutzte ihn sofort. Er drehte sich aus der Umklammerung, riss Dilans Arm mit und schleuderte ihn über die Schulter. Der König schlug hart auf dem Stein auf, rutschte mehrere Meter, bevor er zum Stehen kam. Die Menge schrie auf. Skylar spürte, wie sich das Band zusammenzog — Schmerz, Wut, etwas Dunkleres. Nicht nur Verletzung. Veränderung. Dilan stand

  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Vorbereitung auf das Duell der Brüder

    Kapitel 29Der Trainingshof war still. Keine Zuschauer. Keine Schreie. Nur das leise Kratzen von Stahl auf Stein. Dilan trainierte allein. Seine Bewegungen waren langsamer als früher — aber präziser. Kalkulierter. Jeder Schlag wirkte wie eine Entscheidung, nicht wie Wut. Draven beobachtete ihn aus der Ferne. Nicht heimlich. Offen. Sie sahen sich. Sagte nichts. Stunden später standen sie sich gegenüber.„Du trainierst anders,“ bemerkte Draven.„Ich kämpfe anders,“ antwortete Dilan ruhig.Sie begannen ohne Worte. Kein echtes Duell — nur Bewegungen. Testen. Messen. Klinge gegen Klinge. Schritt gegen Schritt. Draven griff präzise an — analytisch, sauber. Dilan reagierte kaum sichtbar, als würde er bereits wissen, was kam. Nach wenigen Minuten trennten sie sich wieder.„Du bist ruhiger geworden,“ sagte Draven.„Du gefährlicher,“ erwiderte Dilan.Sie setzten sich gegenüber auf den kalten Boden. Zwei Brüder. Zwei Männer, die wussten, dass einer verlieren würde — egal wie das Duell endete. „

  • Ravencroft: Fluch und Schicksal    Skylar beim Rat – Die erste Konfrontation

    Kapitel 28 Der Ratssaal war größer, als Skylar ihn in Erinnerung hatte. Oder vielleicht lag es daran, dass sie diesmal allein hineinging. Keine Schatten neben ihr. Kein Dilan, dessen Präsenz wie eine scharfe Klinge im Rücken der Ratsmitglieder lag. Keine Nyxara, die zwischen den Worten lesen konnte. Und kein Draven. Nur sie. Und das Band, das leise, schmerzhaft pulsierte — eine Erinnerung daran, dass sie log. Dass sie schon begonnen hatte zu lügen. Die schweren Türen schlossen sich hinter ihr mit einem dumpfen Schlag. Der Klang hallte über den schwarzen Steinboden, wie ein Urteil, das bereits gesprochen war. „Du erscheinst allein,“ sagte Ratsherr Vaelor. Seine Stimme war trocken, fast gelangweilt. „Das ist… überraschend.“ Skylar blieb stehen. Sie zwang sich, nicht an die Art zu denken, wie Dilan sie am Morgen angesehen hatte — prüfend, wachsam, als würde er spüren, dass etwas zwischen ihnen verrutscht war. „Ich bin nicht hier als Gefährtin,“ sagte sie ruhig. „Ich bin hie

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