Ravencroft: Fluch und Schicksal

Ravencroft: Fluch und Schicksal

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Man sagt, Liebe mache unsterblich, aber niemand sagt, dass sie auch töten kann. Ich habe tausend Jahre gelebt, ohne jemanden zu brauchen. Ich trug meine Krone wie eine Waffe, mein Herz wie eine versiegelte Gruft. Gefühle waren Schwächen. Nähe ein Risiko. Und Hoffnung eine Lüge, die Sterbliche sich leisten. Bis sie vor mir stand. Skylar. Sie kam nicht als Licht in meine Dunkelheit. Sie war Dunkelheit. Warm, zitternd, gefährlich. Ihr Blut flüsterte alte Magie, ihre Seele trug Narben, die tiefer waren als jeder Biss. Von der ersten Sekunde an wusste ich. Wenn ich sie binde, verliere ich etwas. Wenn ich sie loslasse, verliere ich alles. Unsere Verbindung ist kein Versprechen. Sie ist ein Schwur, der mit Schmerz bezahlt wird. Jede Erinnerung, die sie mir schenkt, kostet sie ein Stück von sich selbst. Jede Berührung brennt sich tiefer in uns beide, als es Zeit je heilen könnte. Während mein Clan mir folgt, mein Bruder mich verrät und der Hohe Rat mein Schicksal verhandelt, wird mir klar. Ich kann König bleiben. Oder ich kann sie retten. Beides ist unmöglich. Dies ist keine Geschichte über Hoffnung. Es ist die Geschichte darüber, was Liebe fordert, wenn die Welt zerbricht. Und warum selbst Unsterbliche an ihr zugrunde gehen. Wenn du diese Seiten liest, wisse… Nicht jeder Schwur darf überleben. Nicht jede Gefährtin kehrt zurück. Und manche Kronen werden nur getragen, weil niemand mehr da ist, der sie abnehmen könnte.

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الفصل الأول

Die Nacht des Blutes

Kapitel 1

Die Nacht hatte Ravencroft längst verschluckt, als ich begriff, dass etwas nicht stimmte.

Nicht das übliche Unheil, das wie ein leiser Atemzug über die Mauern kroch. Nicht die ferne Unruhe der Wälder, in denen die Wölfe ihre Kreise zogen. Nein.

Es war näher. Intimer und es trug ihren Geruch. Blut, vermischt mit etwas Fremdem. Bitter. Kalt. Magisch.

Ich stand auf dem Balkon meines Gemachs, hoch über den schwarzen Zinnen der Festung. Unter mir lag Ravencroft wie ein schlafendes Tier, alt und treu, gebaut aus Stein, Knochen und Schwüren. Seit über tausend Jahren war es mein Reich. Seit über tausend Jahren trug ich die Krone. Nicht aus Gold, sondern aus Angst und Respekt. Der Wind zerrte an meinem Mantel. Er trug Stimmen mit sich. Flüstern.

Und ein Name, den ich mir selbst verboten hatte zu fürchten - Skylar. Ich schloss die Augen. Ein Fehler.

Sofort war sie da. Nicht als Bild, sondern als Gefühl. Wie ein Messer zwischen den Rippen. Wie ein Versprechen, das ich nie hätte geben dürfen - Gefährtin. Ein Wort, das Könige schwächt. Ich wandte mich um und trat zurück in den Saal. Kerzen warfen flackernde Schatten über die Wände, über Banner mit dem Zeichen der Ravencroft – der schwarze Rabe, die Schwingen ausgebreitet, als wollte er alles unter sich begraben. Blutrote Gläser funkelten in der Dunkelheit. Mein Clan wartete. Still. Gehorsam. Und sie stand am Ende des Saales. Skylar Vespera. Sie trug Schwarz, doch nicht das Schwarz meines Hauses. Ihres schimmerte violett im Kerzenlicht, als läge etwas darunter, das nicht ganz in diese Welt gehörte. Ihr Haar fiel offen über ihre Schultern, dunkel mit silbrigen Strähnen, als hätte der Mond selbst seine Finger darin verloren. Ihre Hände waren ruhig gefaltet, zu ruhig. Als sich unsere Blicke trafen, geschah es wieder. Die Welt zog sich zusammen. Ihr Atem stockte. Meiner ebenfalls. Eine nutzlose Reaktion für ein Wesen wie mich, und doch unausweichlich. Ihre Augen, grau mit einem Hauch von Blau, hielten meine fest. Kein Unterwerfen. Kein Trotz. Nur dieses gefährliche Dazwischen. Etwas an ihr war falsch. Nicht schwach. Nicht zerbrechlich. Verboten.

„Du hast mich gerufen, mein König“, sagte sie leise.

Mein König. Nicht Dilan. Nie, wenn andere zuhören konnten. Ich ging langsam auf sie zu. Jeder Schritt hallte durch den Saal. Ich spürte die Blicke meines Clans, spürte ihre Fragen, ihre Zweifel. Eine Gefährtin mit Hexenmagie war kein Segen. Sie war ein Urteil, das noch nicht gesprochen worden war. Ich blieb vor ihr stehen. So nah, dass ich die feine Spannung unter ihrer Haut wahrnahm. So nah, dass ihr Puls mir antwortete.

„Du hast geblutet“, sagte ich.

Ihre Finger zuckten. Ein Fehler. Ein kleiner, menschlicher Fehler.

„Es war… nichts“, erwiderte sie.

Lüge. Ich hob die Hand. Nicht, um sie zu berühren. Das wäre vor den Augen des Clans ein Zeichen gewesen, das ich mir nicht erlauben durfte. Stattdessen ließ ich meine Macht in die Luft sinken, unsichtbar, prüfend. Die Kerzen flackerten stärker. Ein paar der Jüngeren wichen unwillkürlich zurück. Ihre Magie antwortete. Wie ein verletztes Tier. Meine Kiefer mahlten. Hexenmagie hatte ihren Preis. Immer und niemand zahlte ihn so still wie Skylar.

„Du hast wieder eine Erinnerung gegeben“, sagte ich tonlos.

Sie senkte den Blick. Nicht aus Scham. Aus Erschöpfung.

„Nur eine“, flüsterte sie. „Eine kleine.“

Ich wusste, dass sie log.

Und ich wusste, dass ich sie dafür nicht bestrafen würde. Ein König, der liebt, ist angreifbar. Ein König, der es leugnet, ist verloren. Bevor ich etwas erwidern konnte, veränderte sich die Luft.

Der Raum spannte sich an. Ich spürte ihn, noch bevor ich ihn sah - Draven. Mein Bruder trat aus dem Schatten zwischen den Säulen. Sein Gang war vertraut, zu vertraut. Gleiche Haltung, gleicher Stolz und doch trug er etwas anderes in sich. Etwas, das ich in letzter Zeit immer häufiger roch. Verrat, noch ungeboren, aber wachsend. Seine Augen ruhten nicht auf mir. Sie ruhten auf Skylar. Zu lange.

„Bruder“, sagte er. Seine Stimme war ruhig. Respektvoll. Perfekt.

Ich drehte mich halb zu ihm, ohne den Blick von Skylar zu lösen. „Du störst.“

Ein kurzes Lächeln zuckte über sein Gesicht. „Ich bringe Nachrichten.“

Natürlich tat er das.

„Die Wölfe bewegen sich“, fuhr Draven fort. „Nähern sich unseren Grenzen. Geführt von jemandem, der… überzeugt ist.“

Ich spürte, wie Skylar erstarrte.

Ihr Atem verriet sie.

„Und?“ fragte ich.

Draven sah mich endlich an. In seinen Augen lag etwas Dunkles, etwas Begehrliches. Nicht nach Macht, nach Chaos.

„Sie sprechen deinen Namen“, sagte er leise. „Und den ihrer Gefährtin.“

Stille. Der Clan hielt den Atem an. Und irgendwo tief in Ravencroft knarrte der Stein, als hätte die Festung selbst verstanden, was das bedeutete. Die Wölfe wussten von Skylar. Von ihrer Magie. Von ihrer Herkunft. Von ihrer Schuld oder ihrer Bestimmung. Ich trat einen Schritt näher an sie heran. Nicht beschützend. Besitzergreifend. Ein Signal an alle.

„Niemand“, sagte ich kalt, „spricht ihren Namen außer mir.“

Draven senkte den Kopf. Doch sein Blick glitt ein letztes Mal zu ihr. Und ich wusste es. In dieser Nacht hatte der Krieg begonnen. Nicht mit einem Angriff. Sondern mit einem Blick. Und mit einem Blutpakt, den keiner von uns überleben würde.

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