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Was für ein perfektes Leben, Nath

작가: Sinner
last update 게시일: 2026-08-29 08:59:22

**Nathaniel**

Das Geräusch von jemandem, der gegen meine Tür hämmerte, riss mich aus dem Schlaf. Meine Atmung ging schwer, und alles war irgendwie noch benebelt.

„Wer ist—“

In dem Moment, als ich die Tür öffnete, traf mich ein Faustschlag mitten ins Gesicht und erwischte mich völlig unvorbereitet. Ich taumelte rückwärts, und der metallische Geschmack von Blut überflutete meinen Mund, noch bevor ich überhaupt begriff, was geschah.

„Du nutzloses Stück Scheiße“, knurrte eine vertraute Stimme.

Mein Blick klärte sich gerade so weit, dass ich sie erkennen konnte.

Mcoy?

Und die zwei Typen hinter ihm, die ich problemlos als seine Clique wiedererkannte.

„Was zur Hölle—“, versuchte ich zu sagen, aber ein weiterer Schlag traf mich voll im Magen. Die Luft entwich schlagartig aus meiner Lunge, während ich mich zusammenkrümmte und auf die Knie sackte.

„Denkst du etwa, das ist witzig?“, packte Mcoy eine Handvoll meiner Haare und riss meinen Kopf nach oben. „Du hattest *eine* Aufgabe.“

„Ich habe es getan“, keuchte ich hervor. „Ich habe genau das getan, was ihr mir gesagt habt.“

Ein Tritt traf meine Rippen. Ein stechender, lähmender Schmerz schoss durch meine Seite.

„Das nennst du erledigt?“, spuckte einer der anderen Männer aus. „Du hast alles verkackt.“

„Bitte…“, jaspte ich.

Mcoys Faust traf erneut meinen Kiefer und ließ meinen Kopf zur Seite schnellen. Meine Ohren dröhnten.

Grob packte er mich wieder an den Haaren, zwang mich auf die Knie, während Blut von meinen Lippen tropfte.

„Du verdammter Drecksack. Ich habe Reina verflucht noch mal gesagt, dass es Probleme gibt, wenn wir dieses wertlose Stück Scheiße mit reinziehen.“ Mcoy blickte kurz zu seinen Freunden.

„Ihn umzubringen wäre eine Option“, kommentierte der Typ mit den Stachelhaaren und ließ die Knöchel knacken.

Todesangst spiegelte sich in meinen Augen wider, und ich schüttelte hektisch den Kopf, während ich ihn flehend ansah.

„Er hat sein Gesicht bereits gesehen, und die Chancen, dass er hinter dieser Scheiße her ist, sind hoch. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass er sein Maul hält“, warf der andere Typ ein.

„Bitte…“, brachte ich mühsam heraus, während meine Rippen brannten. „Ich werde… ich sage nichts—“

Ein weiterer Tritt traf meine Brust.

Etwas splitterte. Oder zumindest fühlte es sich so an. Der Schmerz durchfuhr mich so heftig, dass ich für eine Sekunde nicht einmal schreien konnte. Mein Mund öffnete sich, aber es kam nur ein gebrochenes Keuchen heraus.

„Macht, dass er die Fresse hält“, murmelte Stachelhaar.

Ein Schuh drückte gegen meine Kehle – nicht fest genug, um sie zu zertrümmern, aber fest genug, um mich daran zu erinnern, wie leicht sie es tun könnten.

Mcoy hockte sich vor mich hin und packte mein Kinn so fest, dass sich seine Nägel in meine Haut gruben. „Glaubst du etwa, Betteln biegt das wieder gerade?“

Blut tropfte von meiner Lippe auf seine Hand. Er verzog das Gesicht und wischte es an meinem Hoodie ab.

„Ich habe getan, was ihr gesagt habt“, flüsterte ich erneut mit zitternder Stimme. „Es war der Typ, der auf mich losgegangen ist…“

„Halt die verdammte Fresse, Nath“, knurrte Mcoy und drückte seine Nägel noch tiefer in mein Gesicht.

„Jetzt hör mir genau zu. Ich befolge hier nur Reinas Befehle. Aber wenn dieser Bullen von einem Typen hinter dir her ist, hältst du dein Maul und tust so, als wäre es anonym gewesen. Kapiert?“

„Werde ich“, flüsterte ich.

Stachelhaar schnaubte verächtlich. „Der pisst sich doch in die Hose, sobald ihn der Typ nur anstarrt.“

„Werde ich nicht“, presste ich hervor, obwohl meine Hände so heftig zitterten, dass ich meine Nägel in die Handflächen graben musste, um es zu stoppen.

Mcoy ließ mein Gesicht schließlich los, nur um mich nach hinten zu stoßen. Meine Schulter knallte zuerst auf den Boden, und der Schmerz riss erneut durch meinen Körper.

„Du hast drei Tage“, sagte er. „Drei Tage, um diese Scheiße zu bereinigen. Wenn er danach immer noch herumschnüffelt…“

Er beendete den Satz nicht.

Das musste er auch nicht.

Stachelhaar hockte sich nieder und tätschelte spöttisch meine Wange. „Und falls du irgendetwas Dummes versuchst? Polizei? Weglaufen? Quatschen?“

Sein Gesichtsausdruck wurde eiskalt.

„Wir finden dich vor ihnen.“

Kalter Schweiß brach mir aus allen Poren.

Mcoy richtete sich auf. „Hauen wir ab.“

Ihre Schritte hallten nach, als sie hinausgingen. Die Tür knallte so laut zu, dass der Rahmen wackelte.

Stille.

Sie fühlte sich lauter an als die Prügel selbst.

Eine Zeit lang konnte ich mich nicht bewegen. Ich lag einfach nur auf dem Boden und starrte an die Decke. Meine Brust hob sich in flachen, unregelmäßigen Atemzügen. Jeder Atemzug fühlte sich an wie ein Stich. Mein Kiefer pochte. Ich schmeckte Eisen, jedes Mal, wenn ich schluckte.

Tränen liefen mir über die Wangen, während jeder Atemzug brannte.

Ich wusste nicht, was danach geschah, aber ich muss ohnmächtig geworden sein, denn als ich wieder aufwachte, fror ich erbärmlich.

Mein ganzer Körper zitterte heftig, meine Zähne klapperten, obwohl Schweiß mein Shirt durchweicht hatte. Meine Haut brannte, aber gleichzeitig konnte ich nicht aufhören zu zittern. Mein Kopf pochte, als würde jemand von innen weiter darauf einschlagen.

„Scheiße…“, krächzte ich.

Meine Stimme klang falsch. Heiser. Schwach.

Als ich versuchte, mich aufzusetzen, drehte sich der Raum. Schwarze Punkte tanzten vor meinen Augen, und mein Magen drehte sich um. Ich presste eine Hand an meine Stirn.

Heiß.

Viel zu heiß.

Natürlich.

Zusammengeschlagen und jetzt auch noch Fieber. Perfekt.

Ich schleppte mich mit wackeligen Beinen ins Badezimmer. Ein Blick in den Spiegel ließ mich zusammenzucken. Meine Lippe war geplatzt, eingetrocknetes Blut klebte am Mundwinkel. Ein blauer Fleck zeichnete sich bereits entlang meines Kiefers ab. Mein Auge sah leicht geschwollen aus.

Und ich sah blass aus. Krank.

Ich drehte den Wasserhahn auf und spülte mir Wasser ins Gesicht, aber es half nichts. Meine Hände zitterten zu stark.

Ich brauchte Medizin.

Der Gedanke wog schwer. Alles fühlte sich schwer an. Selbst das Atmen war eine Anstrengung.

Ich stolperte zurück in mein Zimmer und griff nach dem erstbesten Hoodie auf dem Stuhl. Es dauerte peinlich lange, ihn anzuziehen. Meine Arme wollten nicht gehorchen. Ich verfehlte immer wieder die Ärmelöffnung und verfing mich auf halbem Weg.

„Komm schon…“, murmelte ich, während mir frustrierte Tränen in den Augen brannten.

Schließlich streifte ich ihn über, ohne mir die Mühe zu machen, den Reißverschluss zu schließen. Ich bemerkte nicht einmal, dass meine Brille immer noch auf dem Schreibtisch lag.

Der Flur draußen vor meiner Wohnung fühlte sich viel zu hell an. Zu laut. Jedes Geräusch hallte in meinem Schädel wider. Ich zog die Kapuze tief ins Gesicht und ging los.

Jeder Schritt erschütterte meine Rippen. Ich drückte eine Hand gegen meine Seite und atmete flach.

Die Apotheke war nicht weit. Gleich um die Ecke.

Trotzdem fühlte es sich an wie kilometerweit.

Als ich die Tür aufdrückte, bimmelte ein kleines Glöckchen über mir. Das plötzliche Geräusch ließ mich zusammenzucken.

Das Neonlicht war blendend. Ich blinzelte und versuchte, die Schildchen zu lesen, aber alles sah verschwommen aus.

Stimmt ja.

Meine Brille.

„Großartig“, brummte ich.

Ich schlurfte trotzdem zum Tresen.

Die Frau dahinter blickte auf, und ihr Gesichtsausdruck wandelte sich fast augenblicklich.

Besorgnis?

Nein.

Eher Unbehagen.

„Geht es Ihnen gut?“, fragte sie vorsichtig.

Mir wurde bewusst, wie ich aussehen musste. Blass. Verschwitzt. Voller blauer Flecken. Kapuze tief im Gesicht. Leicht schwankend.

„Ich… brauche nur Fiebermittel“, sagte ich, obwohl es völlig vernuschelt herauskam.

Ein paar Leute in der Nähe starrten mich an. Ich konnte es spüren. Ihre Blicke krochen über mich hinweg.

Einer von ihnen flüsterte etwas.

*Hör auf, mich anzustarren, du Miststück.*

Hitze stieg mir den Nacken hoch. War es das Fieber oder die Peinlichkeit?

Ich hob unauffällig den Arm und schnupperte an mir selbst.

Oh.

Gott.

Ich stank.

Nach Schweiß. Eingetrocknetem Blut. Etwas Saurem und Metallischem.

Ich ließ den Arm schnell wieder sinken und tat so, als wäre nichts gewesen.

Die Frau reichte mir eine Schachtel. „Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Ihre Verletzungen ernst sind.“

„Mir geht’s gut“, sagte ich viel zu schnell.

Sie sah nicht überzeugt aus.

Ich bezahlte mit ungeschickten Fingern, fummelte am Bargeld herum und hätte fast die Münzen fallen gelassen.

Der Rückweg fühlte sich noch schlimmer an. Mein Kopf pochte bei jedem Schritt. Meine Sicht verschwamm immer wieder. Ich bildete mir ein, drüben auf der anderen Straßenseite jemanden gesehen zu haben, der mich beobachtete – groß und breit gebaut.

Aber als ich blinzelte, war da niemand.

Paranoia.

Oder vielleicht auch nicht.

Als ich meine Wohnung erreichte, zitterten meine Hände so stark, dass ich Mühe hatte, die Tür aufzuschließen.

Drinnen machte ich mir nicht einmal die Mühe, den Hoodie auszuziehen. Ich riss die Packung mit zitternden Fingern auf, drückte zwei Tabletten aus der Folie und schluckte sie trocken herunter.

Sie schabten schmerzhaft meine Kehle hinab.

Es war mir egal.

Ich schmiss mich aufs Bett, ohne mich überhaupt zuzudecken.

Die Decke starrte auf mich herab.

*Was zur Hölle mache ich eigentlich aus meinem Leben?*

*Mich zusammenprügeln lassen für Leute, die mich in der nächsten Sekunde wegwerfen würden.*

*Was für ein perfektes Leben du dir da eingebrockt hast, Nathaniel. Absolut perfekt.*

⸻

Mein Wecker dröhnte direkt neben meinem Kopf los.

Ich zuckte so heftig zusammen, dass ein stechender Schmerz durch meine Rippen schoss. Meine Augen schnellten auf, meine Kehle war trocken, mein Körper so schwer, als hätte man mir Gewichte an die Gliedmaßen gebunden.

Montag.

Das Wort sickerte langsam in mein Bewusstsein.

Dann kam alles auf einmal zurück.

Der unangekündigte Test.

„Scheiße…“, versuchte ich mich zu schnell aufzusetzen. Der Raum drehte sich augenblicklich wild. Ich musste nach der Kante der Matratze greifen, um nicht herunterzufallen.

Meine Haut brannte immer noch. Nicht mehr ganz so schlimm wie vorher, aber es reichte. Ich hatte den Hoodie immer noch an. Ich hatte darin geschlafen. Schweiß klebte an meinem Rücken. Mein Mund schmeckte bitter.

Ich überprüfte die Uhrzeit.

Ich war zu spät.

Ich dachte nicht einmal ans Frühstück. Bei dem Gedanken an Essen drehte sich mir der Magen um. Ich schleppte mich ins Badezimmer, spülte mir erneut Wasser ins Gesicht und starrte mein Spiegelbild an.

Schlimmer.

Der blaue Fleck an meinem Kiefer war nachgedunkelt. Mein Auge war leicht angeschwollen. Meine Lippe riss auf, als ich schluckte.

Ich sollte zu Hause bleiben.

Aber wenn ich diesen Test verpasste…

Ich konnte mir kein weiteres Problem in meinem Studium leisten.

Ich schnappte mir meine Tasche, stopfte die Medizin hinein und ging. Ich bemerkte nicht einmal, dass meine Brille immer noch auf dem Schreibtisch lag.

Draußen traf die Morgenluft meine fiebrige Haut wie Eis und Feuer zugleich. Mir war gleichzeitig brütend heiß und eiskalt. Meine Beine fühlten sich schwach an, aber ich zwang sie, sich zu bewegen.

Jeder Schritt erschütterte meine Rippen. Mein Kopf pochte im Rhythmus meines Herzschlags.

Die Leute starrten.

Natürlich taten sie das.

Ich fing Fetzen von Geflüster auf, als ich vorbeiging.

„Ist er krank?“

„Hatte er eine Schlägerei?“

„Gott, er sieht furchtbar aus.“

*Ihr Verdammten.*

Ich hielt meine Kapuze tief und ging schneller, obwohl mein Körper dagegen protestierte.

Als ich mein Fachbereichsgebäude erreichte, verschwamm meine Sicht vollends. Ohne meine Brille sah alles unscharf aus. Gesichter waren nur noch Schemen. Die Gebäude wirkten an den Rändern verzerrt.

Die Türen des Hörsaals waren bereits geschlossen.

Der Test hatte begonnen.

Ich schluckte schwer und drückte die Tür auf.

Das Geräusch hallte viel lauter wider, als es sollte. Dutzende Köpfe drehten sich auf einmal um.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen.

Professor Loe blickte von vorne auf. Seine Stirn legte sich in Falten, als er mich sah, offensichtlich alles andere als begeistert.

„Nathaniel?“, seine Stimme schallte durch den ruhigen Raum. „Sie sind zu spät.“

„Ich…“, meine Kehle fühlte sich wie zugeschnürt an. „Es tut mir leid, Sir. Ich habe mich nicht gut gefühlt.“

Das war maßlos untertrieben.

Er musterte mich einen Moment lang. Sein Blick blieb an meinem zugerichteten Gesicht hängen.

Geflüster breitete sich im Raum aus.

Nach ein paar Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, seufzte er. „Setzen Sie sich. Ihnen bleibt die Zeit, die noch übrig ist.“

Die Erleichterung hätte mich fast in die Knie gezwungen.

Ich ging den Gang hinunter, peinlich berührt von jedem einzelnen Blick, der sich in mich einbrannte. Ich glitt auf einen freien Platz weit hinten.

Der Testbogen wurde vor mir abgelegt.

Die Wörter verschwammen.

Ich blinzelte.

Sie wollten sich nicht scharfstellen.

Stimmt ja.

Meine Brille.

„Verdammt…“, flüsterte ich.

Ich beugte mich näher über das Papier und blinzelte angestrengt. Die Buchstaben verschmolzen miteinander. Mein Kopf pochte nur noch stärker, je mehr ich mich zu konzentrieren versuchte. Schweiß tropfte von meiner Schläfe.

Frage eins.

Ich las sie dreimal.

Nichts blieb hängen.

Mein Kopf fühlte sich an wie mit Watte gefüllt. Jeder Gedanke bewegte sich im Schneckentempo. Ich konnte mich an nichts erinnern, was ich gelernt hatte.

*Fokussier dich. Einfach fokussieren.*

Ich packte den Stift fester.

Er glitt mir aus den Fingern.

Meine Hand zitterte.

Im Raum fühlte es sich immer heißer an. Oder vielleicht lag es nur an mir. Das Neonlicht über mir schien viel zu hell und dröhnte laut in meinen Ohren.

Rings um mein Sichtfeld wurde es dunkel.

*Atmen.*

*Ein.*

*Aus.*

Schmerz stach hinter meinen Augen. Meine Rippen schrien auf, jedes Mal, wenn ich mich auf dem Stuhl bewegte. Die Buchstaben auf dem Papier fingen an zu kippen.

Ich blinzelte wieder.

Das Blatt schien sich zu bewegen.

Ein Schweißtropfen fiel auf das Papier und verwischte die Tinte.

„Nathaniel?“, flüsterte jemand in der Nähe.

Ich versuchte, mich aufzurichten.

Ganz schlechte Idee.

Der Raum kippte gewaltsam zur Seite.

Die Geräusche traten in die Ferne. Gedämpft.

Professor Loes Stimme hallte von vorne herüber, aber ich konnte die Worte nicht verstehen.

Mein Herzschlag dröhnte in meinen Ohren.

Ich glaube, ich stand auf.

Oder vielleicht schwankte ich auch nur.

Die Ränder meines Sichtfelds brachen vollkommen in sich zusammen.

„Nathaniel!“, schrie jemand.

Ein Stuhl scharrte laut über den Boden.

Der Stift glitt mir erneut aus den Fingern.

Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, wie jemand meinen Namen rief – diesmal noch lauter.

Und dann wurde alles schwarz.

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