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Kapitel 2

作者: Jasmine Flower
Bevor ich das Blutmond-Rudel verließ, beschloss ich, den vier alles zurückzugeben, was ihnen gehörte.

Mit zwölf gewann Rowan sein erstes Kampfturnier für Jungwölfe.

Danach drückte er mir die Medaille in die Hand. „Ein künftiger Beta darf die erste Auszeichnung seines Lebens nicht verlieren. Pass gut darauf auf.“

Als ich mit der Medaille in die Trainingshalle kam, baute Rowan gerade ein Bettgestell für Lyras Wohnheimzimmer zusammen.

Neben ihm stapelten sich eine neue Matratze, eine Schreibtischlampe, Decken und mehr als ein Dutzend ungeöffneter Kartons.

Als Rowan mich sah, lächelte er, als hätte er mich bereits erwartet.

„Ich wusste doch, dass wir uns wegen so einer Kleinigkeit nicht wirklich auseinanderleben.“

Ich hielt ihm die Medaille hin.

„Nimm sie zurück.“

Rowan erstarrte.

„Warum? Behalte sie doch einfach, wie immer.“

„Ich verlasse Blutmond morgen. Vielleicht habe ich sonst keine Gelegenheit mehr, sie dir zurückzugeben.“

Rowan warf die Medaille achtlos in einen Karton mit Ersatzteilen.

„Du gehst doch nur früher nach Frostland. Es ist ja nicht so, als würdest du für immer verschwinden. Rede nicht, als wäre das ein Abschied für immer.“

Dann zeigte er auf das Gepäck neben der Tür.

„Du kommst genau richtig. Hilf Lyra, die Kartons nach oben zu tragen.“

„Nein.“

Rowans Miene erstarrte.

Für einen Moment wirkte er ehrlich überrascht, dass ich ihn so direkt abblitzen ließ.

Sofort ging Lyra dazwischen.

„Schon gut. Ich mache das selbst. Aria ist immer noch sauer auf uns.“

„Das hat nichts damit zu tun, dass ich sauer bin.“

Ich sah Rowan an.

„Du hast ihre Sachen besorgt. Dann solltest du sie auch tragen.“

Ich drehte mich um und ging.

Hinter mir hörte ich Rowans gereizte Stimme.

„Seit wann hilft sie nicht einmal mehr bei so einer Kleinigkeit?“

Am Nachmittag fand ich Julian im Rudelarchiv von Blutmond. Ich legte die Manuskripte für den Taktikwettbewerb, die er bei mir zu Hause aufbewahrt hatte, vor ihm auf den Schreibtisch.

Julian nahm sie nicht.

„Rowan hat erzählt, dass du ihm auch seine Medaille zurückgegeben hast.“

„Ja.“

„Und jetzt gibst du mir diese hier zurück.“

Julian musterte mich aufmerksam.

„Aria, was genau soll das werden?“

„Ich trenne mich von Dingen, die nicht mehr zu mir gehören.“

Langsam zogen sich Julians Augenbrauen zusammen.

Zum ersten Mal schien er zu ahnen, dass etwas nicht stimmte.

Doch bevor er noch etwas sagen konnte, kam Lyra mit ihren Einschreibungsunterlagen für Mondtal auf ihn zu.

„Julian, kannst du dir meinen Stundenplan anschauen? Ich habe Angst, dass ich die falschen Kurse wähle.“

Sofort galt Julians Aufmerksamkeit nur ihr.

„Zeig mal her.“

Lyra setzte sich neben ihn.

Bevor Julian die Unterlagen aufschlug, warf er mir noch einen Blick zu.

„Hör auf, deinen Unmut mit solchen sinnlosen Gesten zu zeigen. Wir können reden, wenn du dich beruhigt hast.“

Julian hatte längst bemerkt, dass ich mich verabschiedete.

Er wollte nur lieber glauben, dass es wieder bloß ein Theater war.

Vor dem Rudelanwesen hielt mich Asher auf.

Als künftiger Delta von Blutmond war er schon immer der Direkteste der vier gewesen.

„Gut, dass du zurück bist.“

Asher warf mir eine externe Festplatte in die Arme.

„Da sind alle Videos drauf, die wir über die Jahre gedreht haben. Mach daraus einen Zusammenschnitt für Lyras achtzehnten Geburtstag.“

„Mache ich nicht.“

„Du bist doch die Beste im Schneiden.“

„Deswegen kannst du mich noch lange nicht einfach einspannen.“

Ashers Geduld war fast augenblicklich am Ende.

„Schneide die Stellen raus, auf denen du zu sehen bist, füg ein paar Fotos von Lyra ein und mach das Video fertig. Was ist daran so schwer?“

„Lyra war kein Teil unserer Kindheit.“

„Genau deshalb braucht sie ja die Videos.“

Die vier wollten die Erinnerungen aus achtzehn Jahren behalten.

Ob ich diejenige war, die diese Erinnerungen tatsächlich mit ihnen erlebt hatte, war ihnen einfach egal.

Ich hielt Asher die Festplatte wieder hin.

„Lass sie ihre eigenen Erinnerungen schaffen.“

Asher nahm sie nicht.

„Behalte sie erst mal. Bis morgen ist das Video fertig.“

Dann drehte Asher sich um und ging, als hätte meine Weigerung nie als Antwort gezählt.

Am Abend bat mich Damian, ihn in unserem Stammrestaurant zu treffen.

Er meinte, wir könnten endlich das richtige erste Date nachholen, das wir nie gehabt hatten.

Ich ging nur hin, weil ich noch eine letzte Sache zurückzugeben hatte.

Den größten Teil des Abends sah Damian auf sein Handy und beantwortete Lyras Nachrichten.

Ich zog den Obsidianring ab, den ich zwei Jahre lang getragen hatte, und legte ihn vor ihn hin.

Mit sechzehn hatte Damian seine Alpha-Erbenprüfung bestanden.

Danach hatte Damian mir den Ring geschenkt und versprochen, ihn eines Tages durch einen Luna-Siegelring zu ersetzen.

„Nimm ihn zurück.“

Endlich legte Damian sein Handy weg.

Damians Miene veränderte sich.

„Aria, wir hatten nur einen einzigen Streit. Du musst mir den Ring nicht zurückgeben.“

„Ich verlasse Blutmond morgen.“

„Du gehst früher nach Frostland?“

„Ja.“

Damian hob den Ring auf. Meine Abreise nahm er offensichtlich immer noch nicht ernst.

„Na gut. Dann stecke ich ihn dir wieder an, wenn du nach Hause kommst.“

Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu:

„Sobald die Einschreibung in Mondtal erledigt ist, kommen wir fünf dich im Norden besuchen.“

Mit „wir fünf“ meinte er Damian, Rowan, Julian, Asher und Lyra.

Ich korrigierte ihn nicht.

Ich ging, noch bevor das Essen serviert wurde.

Zu Hause schloss ich Ashers Festplatte an meinen Computer an und sicherte alle Originalvideos in meinem privaten Cloudspeicher.

Dann ließ ich jede einzelne Datei genau so, wie sie war.

Morgen würde ich die Festplatte unberührt zurückgeben.

Ich schuldete Lyra keine gestohlene Version meiner Kindheit.

Und ich würde mich nicht aus meiner eigenen Vergangenheit löschen, nur damit sie leichter meinen Platz einnehmen konnte.

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  • Sie schickten mich fort. Ich blieb weg.   Kapitel 11

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  • Sie schickten mich fort. Ich blieb weg.   Kapitel 10

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  • Sie schickten mich fort. Ich blieb weg.   Kapitel 9

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