ログインNach meiner Wiedergeburt hielt ich Elias Hofmann nicht mehr davon ab, seine schwangere Kindheitsfreundin Sofia Schmidt nach Hause zu bringen, um sich um sie zu kümmern. Im Gegenteil: Ich löste unsere Gefährtenbindung von mir aus und erfüllte ihm seinen Wunsch, Sofia zu bevorzugen. Ich arrangierte jedes ihrer Treffen mit eigenen Händen und trat still und leise zurück. All das geschah, weil Elias mich in meinem früheren Leben selbst im Moment meines Todes noch dafür hasste, weil ich mich damals geweigert hatte, seiner schwangeren Freundin zu erlauben, in unserem Haus zu wohnen, um ihr Kind auszutragen. Auf dem Heimweg erlitt Sofia eine Fehlgeburt und konnte fortan keine Kinder mehr bekommen. Er sagte: „Sobald du tot bist, werde ich mit Sofia zusammenleben und sie gut versorgen, um ihre Schmerzen wiedergutzumachen.“ Dieses Mal wollte ich mich nicht mehr in den Weg stellen. Ich entschied mich, zu gehen – um sie zu erfüllen, um ihnen ihre verpasste Zukunft zurückzugeben. Doch warum, nachdem ich alles für sie getan hatte, suchte Elias mich plötzlich verzweifelt überall auf, flehte mich an, zu ihm zurückzukehren?
もっと見るLeon und ich begannen gemeinsam zu reisen und besuchten viele Orte. Zwei Jahre später kamen wir zum Rudel des Leuchtenden Mondes und trafen dort erneut auf Elias. Er wirkte niedergeschlagen und gebrochen. Als er mich sah, war er nicht mehr so aufgewühlt wie früher, sondern begrüßte mich nur leise. „Mia, lange nicht gesehen. Und das ist…?“ Sein Blick wanderte zu Leon, seine Lippen öffneten sich, schlossen sich wieder, doch die Worte wollten nicht herauskommen. Ich nahm selbstbewusst Leons Hand und zeigte ihm unsere Gefährtenringe. „Das ist mein Gefährte Leon.“ Dann wandte ich mich an Leon: „Das ist Elias, der Alpha des Rudels des Leuchtenden Mondes.“ In Elias’ Augen erlosch das letzte Leuchten. Mit rauer Stimme unterbrach er mich: „Nein, ich bin kein Alpha mehr.“ Er hatte also die Nachfolge seinem jüngeren Bruder überlassen und zog nun einsam durch die Welt. Ich nickte nur, ohne Mitgefühl, und wollte Leon schon mit mir fortziehen, als Elias plötzlich
So reisten wir durch viele wunderschöne Orte. Leon war ein hervorragender Fremdenführer, und ich entdeckte eine Freude, die ich früher nie gekannt hatte. Unsere gemeinsame Reise wurde immer süßer und glücklicher. Als wir auf dem Weg zu einem weiteren Reiseziel waren, sah ich am Eingang des Flughafens einen Mann stehen, der aussah wie ein Einzelgänger-Wolf. In dem Moment, als er mich sah, wurden seine Augen feucht. „Mia, ich habe so lange nach dir gesucht, endlich habe ich dich gefunden!“ Seine Stimme war heiser, die Kehle trocken, und die Erschöpfung in seinen Augen ließ sich nicht verbergen. Ich runzelte leicht die Stirn und erkannte ihn im ersten Moment gar nicht. „Elias? Wie kommst du hierher?“ Ich war überrascht. All die Tage war ich ständig unterwegs gewesen, ohne irgendwo lange zu bleiben – und doch hatte Elias mich gefunden. „Mia, Mia!“ Mit geröteten Augen rief Elias mehrmals meinen Namen. Doch ich schob meinen Koffer weiter, ohne stehen zu bleiben, ohne
Nachdem Elias sich um Sofia gekümmert hatte, stand er im Wohnzimmer und sein Blick war leer und verloren. Er wusste nicht, wo er mich suchen sollte. Ich war eine Waise, ohne Eltern und ohne Verwandte. Elias wagte kaum, sich vorzustellen, wie ich nach meinem Weggang aus dem Rudel des Leuchtenden Mondes leben konnte. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und hatte zum ersten Mal das Gefühl, sein eigenes Zuhause sei ihm fremd geworden. Der Teppich war nun rosa, weil Sofia diese Farbe liebte. Die Fransenvorhänge, die ich so mochte, waren durch dünne Gazevorhänge ersetzt worden – nur weil Sofia meinte, Fransen sähen hässlich aus. Sogar die aus purem Silber gefertigte Werwolfskulptur, die ich eigenhändig für ihn schuf, wurde von Sofia eingeschmolzen und zu allerlei Schmuck umgearbeitet. Erst jetzt bemerkte er, dass in der Villa keine Spur von mir geblieben war. Stattdessen erfüllte Sofias Duft das ganze Haus, als wäre sie die wahre Herrin dieses Ortes. Warum hatte
Sofia hielt sich das Gesicht und starrte Elias fassungslos an. Sie verstand nicht, wie der sonst so sanfte und fürsorgliche Elias plötzlich so grausam werden konnte. Dann schien sie sich an etwas zu erinnern – und ihr Gesicht wurde augenblicklich blass. Hatte Elias etwa herausgefunden, was sie getan hatte? Tatsächlich holte Elias im nächsten Moment das Überwachungsvideo hervor. „Warum hast du Mia hereingelegt? Warum hast du absichtlich die Giftschlange im Geschenk versteckt, damit ich sie missverstehe, und sie am Ende gebissen wurde? Sofia, du bist wirklich niederträchtig!“ Mit verzerrtem Gesicht packte er Sofia an der Kehle. Sofia kämpfte verzweifelt, ihr Gesicht wurde rot vor Anstrengung, und sie litt entsetzlich. Erst als ihre Bewegungen schwächer wurden und sich ihr Gesicht violett verfärbte, ließ Elias sie los und schleuderte sie zurück auf das Sofa. Wie eine zerbrochene Puppe lag Sofia dort, bis sie endlich heftig zu husten begann – ein trockener, schmerzhafter





