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Kapitel Zwei – Verrat

Penulis: WritebyMma
last update Tanggal publikasi: 2026-08-22 16:23:23

Amaras POV

Der Schrei blieb in meinem Hals stecken und weigerte sich herauszukommen.

Ich stand da, meine Hand noch an der Tür, und starrte auf etwas, das ich in diesem Moment um alles in der Welt hätte unsehen wollen.

Nicholas, Celine. Mein Mann und die Frau, die ich nur als Namen in seinem Anrufprotokoll gekannt hatte, seine verdammte Sekretärin, auf dem Ledersofa in seinem Büro miteinander verflochten, als würde die Außenwelt nicht existieren.

Sie saß rittlings auf ihm und bewegte sich wie eine Schlange, stöhnte leise, während er ihre Pobacken drückte und an ihren Brüsten saugte.

Für einen Moment dachte ich, ich halluziniere. Vielleicht hatte mich der Beinahe-Unfall auf der Straße mehr erschüttert, als mir bewusst war. Vielleicht hatte ich meinen Kopf tatsächlich angeschlagen und das war ein grausamer Streich, den mein Verstand mir spielte.

Aber nein. Das war real, zu real.

Celine sah mich zuerst. Ihre Augen wurden weit, und sie sprang so schnell vom Sofa, dass sie fast über ihre eigenen Absätze stolperte und ihre Bluse zurechtzog.

„O mein Gott“, sagte sie, mehr zu sich selbst als zu mir.

Nicholas drehte sich um, und für eine ganze Sekunde tat sein Gesicht etwas, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Es wurde leer. Als wäre sein Gehirn noch nicht aufgeholt mit dem, was seine Augen sahen.

„Amara…“

„Kein Wort“, sagte ich, innerlich überrascht, dass meine Stimme nicht zitterte. Sie war ruhig, aber mein Innerstes war es nicht.

Ich war in völliger Verwirrung und Aufruhr.

„Schatz, das ist nicht so…. Ich kann es erklären.“

Ich musste fast lachen, fast. Denn was gab es zu erklären? Ich war nicht dumm. Ich hatte die Bilder gesehen, die Jemima mir morgens unter die Nase geschoben hatte. Ich hatte mir gesagt, es sei nichts. Eine Geschäftspartnerin. Ein Zufall. Ich hatte ihn in meinem eigenen Kopf verteidigt wie eine Idiotin.

Und hier war er und bestätigte alles, was ich nicht hatte glauben wollen.

„Amara, bitte, lass mich nur—“

Er trat einen Schritt auf mich zu, und ich trat einen zurück. Das stoppte ihn.

Celine war still geworden und lungerte am Fenster herum, als hoffte sie, es würde sie verschlucken.

Kluge Frau.

Wenn sie wusste, was gut für sie war, würde sie genau dort bleiben, wo sie war.

Ich sah Nicholas an, meine Augen voller Schmerz und Unglaube. War das der Mann, den ich geheiratet hatte? Der Mann, der meine Hand bei der Beerdigung meiner Eltern gehalten hatte. Der Mann, der mir gesagt hatte, er würde nie zulassen, dass ich mich wieder allein fühle.

Er wirkte irgendwie kleiner. Seine Augen waren voller Schuld.

Erbärmlich, hätte ich fast gespuckt.

„Ich muss gehen“, sagte ich.

„Amara, warte…“

Ich wartete nicht. Ich drehte mich um und verließ das Büro mit geradem Rücken und erhobenem Kinn, denn wenn ich zusammenbrechen würde, dann nicht vor ihm oder vor dieser Schlampe, deren Brust er in seinen Mund gestopft hatte.

Fast zuckte ich bei diesem Gedanken zusammen.

Seine Exekutivsekretärin sah auf, als ich an ihrem Schreibtisch vorbeiging, und ahnte bereits, dass etwas schrecklich schiefgelaufen war. Ich hielt nicht an, um zu erklären. Das schuldete ich ihr auch nicht.

„Frau Cole?“ rief Nicholas von hinten, seine Stimme leicht brüchig. „Amara!“

Ich ging weiter.

Die Aufzugfahrt nach unten fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Ich starrte auf mein eigenes Spiegelbild in den Metalltüren und wartete darauf, dass es riss, so wie ich mich zu tun fühlte. Meine Hände hatten irgendwo zwischen dem Büro und der Lobby angefangen zu zittern, und ich stopfte sie in meine Taschen, damit niemand es sah.

Der Sicherheitsbeamte von vorhin nickte mir zu, als ich vorbeiging, derselbe, der mich ohne Fragen hinaufgelassen hatte. Wenn er etwas Anderes an meinem Gesicht bemerkte, hatte er den Anstand, es nicht zu zeigen.

Ich schaffte es zu meinem Auto und saß dort für eine Sekunde, das Lenkrad so fest umklammert, als wäre es das einzige Feste, das mir noch geblieben war. Mein Hals brannte, meine Augen brannten, aber ich weigerte mich zu weinen.

Noch nicht, nicht hier.

Jemimas Stimme hallte in meinem Kopf. Du weißt, was zu tun ist.

Sie hatte versucht, mir es zu sagen. Diese Wochen sanfter Andeutungen, vorsichtiger Hinweise, der Ordner, den sie morgens über meinen Schreibtisch geschoben hatte wie eine Frau, die einem Ertrinkenden ein Seil zuwirft, und ich hatte es jedes einzige Mal beiseitegeschoben.

Ich hatte mir eingeredet, meinen Mann zu kennen, mich selbst belogen, dass wir in Ordnung waren.

Gott, ich war so eine Idiotin.

Ich startete das Auto und fuhr vom Parkplatz, kein wirkliches Ziel vor Augen. Die Straßen verschwammen vorbei, Gebäude und Ampeln flossen ineinander über. Ich schaltete das Radio aus. Ich konnte gerade keinen Klang ertragen, nicht einmal die Stille.

Irgendwann merkte ich, dass ich weinte. Leise Tränen, die lautlos über meine Wangen glitten, ohne Erlaubnis. Ich wischte sie nicht mal weg.

Ich fuhr einfach weiter, die Knöchel weiß gegen das Steuer, mein Geist spielte immer wieder dasselbe Bild ab wie eine kaputte Schallplatte. Celines aufgerissene Augen. Nicholas' leeres Gesicht. Das Sofa. Das, das wir vor zwei Jahren zusammen für sein Büro ausgesucht hatten.

Ich weiß nicht, wie lange ich fuhr. Vielleicht lange genug, dass der Himmel sich verschoben hatte und in dieses sanfte Grau vor dem Abend übergegangen war.

Mein Handy hatte mehr Male gegen den Beifahrersitz gevibriert, als ich zählen mochte.

Ich sah nicht hin. Ich wusste bereits, wer es war.

Schließlich entdeckte ich eine Bar in einer ruhigeren Straße, einen dieser schwach beleuchteten Orte mit einem Neonschild, das die Hälfte seiner Buchstaben flackern ließ. Ich kannte den Namen nicht. Es war mir egal. Ich musste einfach irgendwo sein, das nicht mein Auto, nicht mein Haus, nicht irgendwo in seiner Nähe war.

Ich bog ein, parkte schief und saß dort für eine Sekunde mit den Händen noch am Steuer und starrte auf den Eingang, als hätte er Antworten für mich.

Hatte er nicht. Natürlich nicht.

Ich schluchzte heftig, mein Geist raste durch viele Dinge.

Mein Telefon klingelte erneut, und ich warf einen Blick darauf. Es war Jemima.

Ich nahm nicht ab, da war dieses erdrückende Gefühl, und ich wollte es von meiner Brust haben.

Ich stieg trotzdem aus, glättete meine Bluse und drückte durch die Tür, ließ mich vom Lärm und dem Licht verschlucken.

Als ich eintrat, hörte ich ein lautes Gebrüll, etwas sauste an meinem Kopf vorbei, und ein Glas zerschmetterte.

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