LOGINKAIIch kann das Zischen nicht zurückhalten, das rausrutscht, als diese Worte aus dem Mund meines nervtötenden Cousins platzen. Blake steht da und grinst, die Augen kleben an mir mit diesem schelmischen Lächeln, das sich über sein Gesicht dehnt.Ich kenne dieses Lächeln zu gut. Wenn ich ihn mitten in einem intimen Moment mit seiner Freundin unterbrochen hätte, hätte ich denselben verdammten Blick getragen – vielleicht schlimmer. Ich würde vielleicht noch nicht einmal lächeln, ich würde ihn nur anstarren und meine Augen sprechen lassen.Aber jetzt, wo ich der bin, der am empfangenden Ende steht? Nichts daran ist lustig. Noch nicht einmal ein bisschen.„Wirst du einfach da stehen und verdammt noch mal rausgehen?“ belle ich und werfe ihm einen Blick zu, der scharf genug ist, um Haut abzuschälen.„Sag nicht mehr,“ antwortet er mit einem Augenzwinkern und huscht schon zur Tür raus, bevor ich noch einen Fluch auf seinen Kopf loslassen kann.Was mir gefällt, ist, wie Blake die Augen nur au
AVASeine Finger gleiten in mein Haar und ziehen mich bündig gegen ihn, während er den Kuss vertieft – zuerst langsam, dann scharf vor Hunger, als hätte er danach gehungert, seit wir durch die Haustür getreten sind. Ich bin immer noch zu starr, um ihn zurückzuküssen, und er zieht sich gerade weit genug zurück, um mich anzuschauen.Diese blauen Augen… Gott. Dunkel. Intensiv. Hungernd.„Willst du mich immer noch nicht küssen?“ fragt Kai.Seine Augenbrauen ziehen sich zusammen, und die Art, wie er mich anschaut – als wäre er einen Atemzug davon entfernt, die letzte Geduld zu verlieren – schickt einen heißen Schauer durch meinen Körper.Ich will ihn. Ich wollte ihn, seit dem Moment, in dem wir reingetreten sind. Worte reichen nicht.Also benutze ich keine Worte.Seine Lippen öffnen sich, gerade dabei, etwas anderes zu sagen, als ich die Vorderseite seines Shirts packe und meinen Mund auf seinen knalle.Der Laut, der aus seiner Kehle rutscht – halb Stöhnen, halb Fluch – trifft mich wie ein
AVAKais Hand, die um die meine geschlungen ist, tut etwas, was mein Atmen nicht konnte – sie stabilisiert mich. Die Nerven, die meinen Rücken hinaufkriechen, legen sich, nur ein bisschen. Ich schaffe das. Einfach ich selbst sein. Ich werde es nicht vermasseln.Als Kai nach vorne greift und die Klingel drückt, schaue ich noch einmal über das Grundstück. Das Haus, die getrimmten Hecken, der saubere Steinweg – alles sieht aus, als wäre es direkt aus einem Magazin gehoben worden. Sein Onkel ist definitiv vermögend. Dann wieder – Kais Dad war auch vermögend. Trotz all seiner Fehler hat er genug hinterlassen, dass Kai sich nie Sorgen machen musste. Immobilien, Versicherung, finanzielle Sicherheit… ein Leben, von dem die meisten Leute nur träumen.Ich räuspere mich und ziehe meine Aufmerksamkeit zurück zur Haustür. Kein Abschweifen. Kein Spiralisieren. Ich sollte mich darauf konzentrieren, wofür ich hier bin.Kai ist gerade dabei, erneut auf die Klingel zu drücken, als die Tür aufschwingt
AVA„Das ist perfekt!“ schreit Gemma durch den Lautsprecher des Handys. „Ernsthaft, denk nicht mal zwei Mal nach. Dieses Kleid? Du musst es tragen.“Ich höre sie kaum – meine Augen kleben an der Ganzkörperansicht von mir auf dem Bildschirm und beobachten das Kleid an meinem Körper. Im kleinen Fenster in der Ecke strahlt Gemmas Gesicht mich an und grinst über beide Ohren, aber ich kann mich nicht auf sie konzentrieren. Alles, was ich sehe, ist das Kleid, das sich mit mir bewegt, während ich das Handy verschiebe, um einen besseren Winkel zu bekommen.„Findest du nicht, dass es zu kurz ist?“ frage ich und treffe Gemmas Blick – dieses immer präsente Grinsen immer noch in ihrem Gesicht.„Nein, ist es nicht!“ schießt sie zurück, die Augen leuchten auf. „Eines Tages plündere ich deinen Schrank. Ich klaue all deine Kleider. Du hast so viele hübsche und irgendwie überdenkst du trotzdem, was du für einen einfachen Ausflug anziehen sollst.“Ein einfacher Ausflug? Ich will sie fast durchs Handy
AVAMein Herz setzt einen Schlag aus und mein Kopf schnellt von seiner Schulter hoch. In dem Moment, in dem ich seine Augen treffe – diese scharfen ozeanblauen Augen, dunkel vor Gewissheit – friere ich ein.Kai weiß es.Er rät nicht. Er vermutet nicht.Er weiß genau, woher ich komme und mit wem ich gesessen habe. Er weiß, dass ich bei Sip n’ Snack war, um Sasha zu sehen. Er weiß, dass ich gelogen habe.Eine kalte Welle rast durch mich und setzt sich tief in meinem Bauch fest. Aber wie? Wie hat er das rausgefunden? War es der Blick in meinem Gesicht? War es Sasha, die uns anstarrte, als gehöre ihr der Moment? Oder war es etwas in der Art, wie ich über meine Worte gestolpert bin?„Woher wusstest du das?“ platze ich heraus.In dem Moment, in dem die Worte meinen Mund verlassen, will ich mir selbst eine reinhauen. Von allem, was ich hätte sagen können – das ist es, womit ich komme? Keine Erklärung. Keine Entschuldigung. Nicht dieAVAMein Herz setzt einen Schlag aus und mein Kopf schnellt
KAIIn dem Moment, in dem meine Augen wandern und auf Sasha landen, die da sitzt, gefasst, den Blick auf mich gerichtet, fällt mein Magen. Es ist nicht sie – es war nie sie. Nichts an ihr könnte mich so fühlen lassen. Es sind diese hübschen honigbraunen Augen vor mir. Die, die ich zu gut kenne. Die, die zu ihr gehören.Ich schaue Ava an. Dieses erzwungene Lächeln, das sie trägt. Die Panik, die sie beiseitezuschieben versucht, versteckt knapp unter der Oberfläche. Ich durchschaue das alles.Sie war bei Sasha. Definitiv. Sie hat mir gesagt, sie mache Besorgungen für ihre Mutter, aber hier ist sie, kommt von dort, wo meine Ex sitzt.„Kommst du immer noch zu uns, Dude?“ Ein scharfer Tippen auf meinen Arm reißt mich aus den Gedanken. Ich drehe mich zu Jason, der mir einen fragenden Blick zuwirft.„Geh schon voraus,“ sage ich, dann finden meine Augen Ava. Die Mundwinkel ziehen sich zu einem Grinsen. „Ich habe bessere Gesellschaft als dich.“Jason starrt sie an, dann zurück zu mir und läss







