Mag-log inElenas SichtEin leises Stöhnen entwich meiner Kehle, als ich langsam die Augen öffnete. Es dauerte eine Weile, bis sie sich an das helle Sonnenlicht gewöhnt hatten, das durch das offene Fenster hereinfiel.Warum ließ jemand die Fenster offen, wenn die Sonne schon so hoch am Himmel stand?Ich wollte gerade etwas dazu sagen, als ich jemanden flüstern hörte.„Sie ist wach. Ihre Majestät ist wach.“Mitten im Gähnen hielt ich inne. Hatte sie mich gerade wirklich „Ihre Majestät“ genannt, oder träumte ich noch?Dann schoss mir alles wieder durch den Kopf: der Kampf mit Olivia. Ich konnte mich an nicht viel erinnern, außer daran, dass ich dem Tod nahe gewesen war. So wie es aussah, konnte ich mir nur vorstellen, wie ich in diesem Zimmer gelandet war.Alpha Elian musste mich gerettet haben.Verdammt, ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn schlecht dastehen ließ. Er würde mich für jemanden halten, der große Reden schwang, aber nichts dahinterhatte.Ich hob die Hände, um mir die Augen zu rei
Kristoffs SichtIch schwöre bei der Mondgöttin, ich werde Alpha Elian dafür bezahlen lassen, was diese Ratte meiner Prinzessin angetan hat.Ich trug Olivias Körper aus der Arena, als wäre sie ein Sack voller totem Gewicht. Blut lief von ihrem Kopf herab und bedeckte ihr Gesicht. Ihre Augen waren völlig weiß. Diese nutzlose Niemand hatte sie bewusstlos geschlagen.Was sollte ich Henrietta, meiner Luna, sagen? Sie war von Anfang an strikt gegen diesen Kampf gewesen, doch ich hatte Olivia ermutigt.Ich fand, dass es nicht hinnehmbar war, wenn jemand so Niedriges wie ein Dienstmädchen unsere Tochter beleidigte und trotzdem am Leben blieb.Vor dem Kampf hatte ich eine Nachricht von Olivia erhalten. Sie hatte herausgefunden, dass das Mädchen früher eine Sklavin des Raven-Rudels gewesen war. Der Plan war, dass Olivia sie dem Tod nahebringen und anschließend verkünden würde, wie Alpha Elian sie gerettet hatte. Ich war mir ziemlich sicher, dass keiner seiner Ältesten wusste, wie das Dienstmädc
Elians SichtIch muss etwas unternehmen, sonst wird Olivia Elena verdammt noch mal umbringen.Von meinem Platz aus konnte ich ihre Blutgier spüren. Ich hatte versucht, den Kampf zu stoppen, aber Alpha Kristoff, Olivias Vater, hatte mich aufgehalten.Auf keinen Fall würde ich einfach dasitzen und zulassen, dass Olivia Elena in Stücke schnitt. Mein Geburtstag drohte sich in die blutige Fantasie eines anderen zu verwandeln.Bevor ich die beiden erreichen konnte, geschah etwas Seltsames.Elena. Sie war nicht mehr dieselbe. Ihre Aura war überwältigend. Die mächtige Aura, die die gesamte Arena erfüllte, ging von ihr aus.Sie schlug Olivia bis ans andere Ende der Arena, und mir klappte der Kiefer herunter. Nicht in einer Million Jahren hätte ich damit gerechnet.Was zur Hölle ging hier vor sich? Wenn ich sie gewähren ließ, würde sie auch Olivia töten.Ich hatte keine romantischen Gefühle für Olivia, aber ich wollte ganz sicher keinen Krieg mit Alpha Kristoff riskieren.„Elena, nein!“, schrie
Elenas SichtDer Tag war endlich gekommen. Er war schneller da, als ich erwartet hatte.Der Tag, an dem ich geschworen hatte, Olivia vor den Ältesten und Alpha Elian ordentlich in den Hintern zu treten. Dank Cory und Alpha Elian konnte ich inzwischen tatsächlich genauso gut mit einem Schwert umgehen wie die Wachen. Tief in meinem Inneren wusste ich jedoch, dass ich mit einer riesigen Portion Mut, aber nicht mit einem einzigen Quäntchen Können in diesen Kampf ging.Überall herrschte reges Treiben. Wie sich herausstellte, war es auch Alpha Elians Geburtstag. Deshalb war der Kampf zwischen Olivia und mir eine Art Unterhaltung für alle, die gekommen waren, um zuzusehen.Vera und Cory waren damit beschäftigt, verschiedene Rüstungsteile an meinem Körper auszuprobieren. Vera klopfte gegen das schwere Metall, und das Geräusch hallte in meinem Kopf wider.„Wie fühlst du dich darin?“Das Gewicht war viel zu schwer, und ich konnte kaum atmen. Ich würde lieber an Olivias Schwert sterben als in di
Leilas SichtDieser Kerker stank nach Rattenpisse und allerlei anderen Dingen, die mich dazu brachten, mir am liebsten die Eingeweide aus dem Leib zu kotzen.Ich konnte nicht glauben, dass ich so tief gesunken war. Ich, Luna Leila vom Raven-Rudel, eingesperrt wie eine Sklavin. Ich war eine angesehene Dame des Rudels gewesen. North hatte kein Recht, mich wie Dreck zu behandeln.Ich saß schon seit Stunden hier, ohne Essen und Wasser. Ich hatte heute weder gebadet noch meine Haare gewaschen. Der Gestank unter meinen Achseln war genauso schlimm wie der Rattenurin. Ich wusste nicht, was von beidem schlimmer roch.Als wäre es nicht genug, dass ich an Händen und Füßen mit Silberketten gefesselt war, huschten auch noch Ratten und Kakerlaken umher, als würden sie sich über mein Elend lustig machen.„Oh nein!“, schluchzte ich. „Holt mich hier raus! Irgendjemand! Bitte!“, schrie ich.„Hör auf zu jammern, Leila. Ich versuche hier zu schlafen“, sagte jemand aus der Dunkelheit.Diese Stimme ...„Na
Elians SichtSeit ich die Nachricht von der Mondpriesterin erhalten hatte, war ich nicht mehr ich selbst.Vor Jahren hatte ich immer wieder Trupps losgeschickt, um nach meiner Schwester zu suchen. All meine Bemühungen waren vergeblich gewesen. Mit jedem Monat wurde die Suche intensiver. Doch irgendwann begannen die Ältesten sich darüber zu beschweren, dass ich die Krieger des Rudels für persönliche Angelegenheiten einsetzte. Die Suche musste eingestellt werden, damit wieder Frieden einkehren konnte. Hin und wieder schickte ich sie trotzdem auf geheime Missionen, in der Hoffnung, dass sie meine Schwester eines Tages finden würden.Die Zusicherungen meiner Mondgöttin hatten mir all die Jahre Hoffnung gegeben.Vor zwei Nächten hatte ich eine Nachricht erhalten, dass wir bald wieder vereint sein würden. Wann und wie? Das wusste ich nicht.Meine Schwester Eliana war bei einem Überfall eines unserer feindlichen Rudel entführt worden. Sie war damals erst sieben Jahre alt und die rechtmäßige







