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last update publish date: 2026-08-22 04:38:19

Es ist bereits nach acht Uhr abends, als Rafaela endlich die Arbeit verlässt, erschöpft und wütend auf ihren neuen Chef.

An nur einem Tag schafft sie es, sich genug für die gesamte Woche aufzuregen.

Als sie in ihrer Wohnung ankommt, findet sie ihre Freundin Kate vor, die bereits fertig angezogen ist und auf sie wartet.

„Ist das etwa eine Uhrzeit, um nach Hause zu kommen?", fragt Kate scherzhaft.

„Du hast keine Ahnung, was passiert ist." Rafaela seufzt und wirft ihre Handtasche auf das Sofa. „Ich wurde in eine andere Abteilung versetzt und bin jetzt die neue Sekretärin des neuen Direktors."

„Von dem heißen Typen?", fragt Kate begeistert.

„Von dem Teufel höchstpersönlich", antwortet Rafaela und verdreht die Augen. „Schon an meinem ersten Tag hat er mich bis um diese Uhrzeit arbeiten lassen."

„Das ist doch normal, Freundin. Morgen findet im Unternehmen ein Empfang für ihn statt. Ich kann es kaum erwarten, ihn persönlich zu sehen. Alle sagen, dass er unverschämt heiß ist. Sag schon, stimmt das?"

Kate arbeitet ebenfalls im selben Unternehmen wie Rafaela, allerdings in einer anderen Abteilung.

„Ich weiß es nicht. Ich habe nicht einmal sein Gesicht gesehen", verrät Rafaela kopfschüttelnd.

„Wie bitte?"

„Ob du es glaubst oder nicht, den ganzen Tag über hat er mir Befehle erteilt, während er mit dem Rücken zu mir in diesem riesigen Stuhl saß."

„Das ist nicht wahr! Amiga, ich bin schockiert", sagt Kate und benutzt dabei einen brasilianischen Ausdruck, den sie von Rafaela gelernt hat. „Ob er wohl nur deshalb so ein Geheimnis daraus macht, damit er sich morgen enthüllen kann?"

„Ich weiß es nicht, und um ehrlich zu sein, will ich es auch gar nicht wissen. Ich bin erschöpft und möchte nur noch schlafen."

„Nichts da! Geh duschen und mach dich fertig. Du musst mich irgendwohin begleiten", sagt Kate aufgeregt.

„Fang jetzt nicht damit an, Freundin. Ich habe dir doch schon gesagt, dass ich es hasse, unter der Woche auszugehen."

„Ich weiß, aber ich habe ein Date mit einem umwerfend gut aussehenden Arzt vereinbart. Am Wochenende hat er allerdings Dienst, deshalb können wir uns nur heute treffen."

„Konnte das nicht warten? Und warum soll ich dich zu einem Date begleiten?"

„Weil wir uns in einer Bar treffen und er gesagt hat, dass er einen Freund mitbringt."

„Oh nein ... Heute möchte ich niemanden kennenlernen. Meine Laune ist furchtbar", versucht Rafaela sich herauszureden.

„Bist du nicht diejenige, die ständig sagt, dass sie einen Freund finden muss? Komm schon, Rafa, lass mich nicht im Stich. Ich möchte diesen Arzt wirklich kennenlernen, aber ich gehe nur, wenn du mitkommst."

„Na schön, ich komme nur zur moralischen Unterstützung mit", gibt Rafaela nach, weil sie weiß, dass Kate so lange darauf bestehen würde, bis sie zustimmt.

Nachdem sie sich fertig gemacht haben und bereit zum Ausgehen sind, nehmen sie ein Taxi und fahren zur Bar des Paradise Clubs, einem der angesagtesten Orte in der Nähe des Times Square. Der Raum ist nur schwach beleuchtet, und zu diesem Zeitpunkt sind erst wenige Menschen dort.

„Daniel?", begrüßt Kate einen großen Mann, der an einem der kleinen Tische in der Bar sitzt.

„Hallo, Kate. Schön, dass du gekommen bist." Sie begrüßen sich, und Rafaela hat sofort das Gefühl, dort überflüssig zu sein.

Am Ende ist sie es tatsächlich. Daniels Freund erscheint nicht, und er hat Kate nichts davon erzählt, weil er befürchtet hat, dass sie das Date sonst absagen würde.

„Ihr könnt euch in Ruhe unterhalten. Ich bestelle mir dort an der Theke einen Drink", sagt Rafaela, weil sie auf keinen Fall den Rest des Abends das fünfte Rad am Wagen sein möchte.

Sie setzt sich auf einen Barhocker an der Theke und bestellt einen Dry Martini. Nachdem sie den ersten Drink getrunken hat, bestellt sie kurz darauf noch einen.

Als sie bemerkt, wie glücklich ihre Freundin bei der Unterhaltung mit diesem Arzt wirkt, beschließt sie, dortzubleiben, um ihr moralische Unterstützung zu leisten. Laute Musik setzt ein, und der Raum füllt sich mit Leben. Während sie ihren zweiten Drink trinkt, setzt sich ein großer Mann in einem weißen Oberhemd neben sie.

„Sie scheinen von Ihrem Getränk ziemlich begeistert zu sein", bemerkt der Mann.

Rafaela sieht den Fremden neben sich an und wird beinahe ohnmächtig, als ihr bewusst wird, wie unglaublich gut er aussieht. Glattes schwarzes, nach hinten gekämmtes Haar, ein glatt rasiertes Gesicht und eine gerade Nase, wie sie für einen griechischen Gott typisch ist.

„Ein griechischer Gott", flüstert sie.

„Was?", fragt er, weil er nicht verstanden hat, was sie gesagt hat.

„Sehr schön. Schöner als Tácio", fährt sie fort, weil sie sich von dem Mann angezogen fühlt. „Eigentlich besser als Tácio, denn der war nicht einmal so groß."

„Vergleichen Sie mich gerade mit jemandem?", fragt er verwirrt.

„Nein, das tue ich nicht. Sie sind viel zu schön für irgendeinen Vergleich."

„Sie sind ziemlich direkt, nicht wahr?"

„Nur, wenn ich etwas unbedingt will", verrät Rafaela lächelnd.

„Und was wollen Sie gerade?", fragt der Mann mit der betörenden Stimme und sieht ihr in die Augen.

„Ich will Ihre Telefonnummer", sagt sie lächelnd, weil sie es lustig findet, dass sie gerade mit jemandem flirtet.

„Ich gebe meine Telefonnummer nicht an Fremde weiter", antwortet er mit einem Lächeln im Mundwinkel.

„Ich möchte keine Fremde sein, aber ich kann Sie heute nicht besser kennenlernen", sagt sie und zieht einen kleinen Schmollmund, als ihr einfällt, dass sie am nächsten Morgen früh arbeiten muss. „Morgen muss ich mich dem Teufel stellen", brummt sie, doch der Mann hört es.

„Sie scheinen ziemlich viel Unsinn zu reden."

„Natürlich tue ich das nicht", antwortet Rafaela. „Ich bin völlig nüchtern. Ich trinke nur, um mich ein wenig zu entspannen. Mein Tag war furchtbar, und morgen scheint es noch schlimmer zu werden."

„Möchten Sie sich alles von der Seele reden?", fragt er neugierig.

„Nein, das möchte ich nicht. Ich werde niemandem erzählen, dass ich für einen seltsamen Chef arbeite, der weder Tiere noch Kinder mag", brummt sie. „Wer mag so etwas denn nicht?"

„Sie scheinen wirklich interessant zu sein", sagt er lachend. „Schade, dass wir uns nicht besser kennenlernen können."

Rafaela reißt die Augen auf und betrachtet den schönen Fremden vor sich. Sein Aussehen ist atemberaubend, und Tácio könnte ihm nicht einmal annähernd das Wasser reichen.

Mit seinen intensiv blauen Augen sieht er sie auf eine Weise an, die sie vollkommen in seinen Bann zieht.

„Ich möchte Sie kennenlernen ...", verrät sie, ohne nachzudenken.

Der Mann verliert keine Zeit und lädt sie ein, von dort zu verschwinden und an einen ruhigeren Ort zu gehen. Da sie für den nächsten Tag keine großen Erwartungen hat, nimmt sie seine Einladung an.

Gemeinsam gehen sie zum Aufzug des Paradise Hotels und fahren zu einem der Zimmer hinauf. Dort erlebt Rafaela eine intensive Nacht, wie sie es sich niemals hätte vorstellen können.

[...]

Rafaela wacht vom Klingeln ihres Handys auf. Noch immer verwirrt und ohne den Ort wiederzuerkennen, braucht sie einige Sekunden, um sich daran zu erinnern, wie sie dort gelandet ist.

Sie erinnert sich an den großen, muskulösen, schönen Mann, der im Bett unglaublich gewesen ist.

„Wo ist er hin?", fragt sie sich, als sie bemerkt, dass der Fremde verschwunden ist und sie allein zurückgelassen hat.

Das Telefon klingelt ununterbrochen weiter.

„Wer ist da?", meldet sie sich, ohne auf die Nummer auf dem Display zu achten.

„Sie sind zu spät!", sagt eine tiefe Stimme am anderen Ende der Leitung. Die Stimme von Ethan Smith erschreckt sie. Woher kennt er ihre Telefonnummer?

„Mr. Smith?", fragt sie verwirrt.

„In nur zwanzig Minuten beginnt die Feier zu meiner Amtseinführung als Direktor, und meine Sekretärin ist nicht hier. Wollen Sie gefeuert werden?"

„Ich bin schon unterwegs", antwortet sie, doch er hat bereits aufgelegt.

Sie springt aus dem Bett, zieht die Kleidung vom Vorabend an und verlässt verzweifelt das Hotel. Sie kennt weder den Namen des „griechischen Gottes", mit dem sie die Nacht verbracht hat, noch hat sie seine Telefonnummer bekommen, und obendrein ist sie bereits anderthalb Stunden zu spät.

Als sie im Unternehmen ankommt, rennt sie zum Veranstaltungssaal, wo der Direktor den Mitarbeitern vorgestellt werden soll.

„Wo warst du?", fragt Kate, die sich ihr nähert und bemerkt, dass ihre Freundin noch immer dieselbe Kleidung wie am Vorabend trägt.

„Ich habe einen wunderschönen Mann kennengelernt, aber dann habe ich die Zeit vergessen, und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich in Schwierigkeiten stecke", flüstert Rafaela und setzt sich in den Zuschauerraum des Saales, umgeben von zahlreichen Menschen.

„Apropos wunderschöner Mann: Mach dich darauf gefasst, das Gesicht deines neuen Chefs zu sehen. Ich bin jetzt schon in ihn verliebt", sagt Kate mit einem begeisterten Lächeln.

Bevor Rafaela antworten kann, beginnt der CEO des Unternehmens ins Mikrofon zu sprechen und bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sein Sohn, der aus dem Ausland zurückgekehrt ist, nun im Unternehmen arbeitet.

„Ich möchte Ihnen allen meinen ältesten Sohn Ethan Smith vorstellen."

Ein großer Mann in einem schwarzen Leinenanzug und mit nach hinten gekämmten Haaren erscheint.

„Amiga, ich bin geliefert", sagt Rafaela, als ihr klar wird, dass Ethan Smith derselbe Mann ist, mit dem sie die Nacht verbracht hat.

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