Compartilhar

6. WIE KANNST DU ES WAGEN?

Autor: POOJA RAO
last update Data de publicação: 2026-08-30 21:21:25

SERAPHINA

Cassius ließ sofort seinen Arm sinken und schlüpfte mit einer gemurmelten Entschuldigung zusammen mit den anderen hinaus.

Ich starrte ihm nach, dann warf ich einen Blick zurück auf Ronan, verunsichert durch die plötzliche Aggressivität in seiner Haltung. Was zum Teufel sollte das denn?

„Ronan“, rief jemand von draußen.

Ronan wandte sich der Tür zu, wo ein gutaussehender Alpha mit dunkelblondem Haar lässig gegen den Türrahmen gelehnt stand. Eine kraftvolle, gebieterische Aura umgab ihn, von der Art, die sogar die Luft schwerer wirken ließ.

Ohne ein Wort nickte Ronan ihm kurz zu – und warf aus irgendeinem Grund einen flüchtigen Blick in meine Richtung, bevor er hinausschritt.

Ich atmete aus, ohne bemerkt zu haben, dass ich den Atem angehalten hatte. Allein seine Anwesenheit bedrohte etwas in mir, das ich nicht benennen konnte.

Bald waren die anderen in ihren Uniformen fertig, während ich mich damit beschäftigte, die wenigen Habseligkeiten auszupacken, die ich noch hatte, und so tat, als wäre ich in Gedanken versunken, während ich sie ordentlich im Schrank verstaute.

Ohne Vorwarnung trat Reed gegen meinen Schuh – nicht hart genug, um mich zu verletzen, aber auch nicht gerade sanft.

„Hey, Kleine“, spottete er und blickte mit einem verzerrten Grinsen auf mich herab. „Ich bin mir sicher, dass du die Anweisungen zum Leben im Wohnheim gelesen hast.“

Ich blickte zu ihm auf und hielt meinen Gesichtsausdruck ruhig und gleichgültig. „Habe ich.“

„Warum zum Teufel bist du dann noch nicht fertig?!“, fauchte er mit kratziger, scharfer Stimme. „Die Glocke läutet gleich, und jeder muss sich gemäß dem Zeitplan in der Kantine, auf dem Übungsplatz oder in der Halle einfinden. Ein Zimmer mit einem Schwächling wie dir zu teilen, ist schon peinlich genug. Wage es ja nicht, zu spät zu kommen oder irgendetwas zu tun, was meinen Ruf beschmutzt. Ich habe hier das Sagen, und ich schwöre dir: Wenn du auch nur eine Regel brichst, schlage ich dich zu Tode.“

Leise knurrend drehte er sich auf dem Absatz um und stürmte hinaus, während er mich allein in dem nun stillen Zimmer zurückließ.

Ich sah ihm nach, wie er sich entfernte, und das leise Echo seiner Schritte verhallte gerade, als die Glocke läutete.

Ich schnappte mir meine Uniform, stürmte aus dem Raum und sprintete den leeren Flur entlang in Richtung Toilette. Genau wie ich gehofft hatte, war dort niemand. Doch ein Blick auf die beschlagenen Glaswände der Duschkabinen ließ mir den Magen zusammenziehen. Sie boten kaum Privatsphäre, kaum mehr als eine verschwommene Kontur zwischen Körpern und Umrissen.

Ich biss die Zähne zusammen. Wie zum Teufel sollte ich das jeden Tag durchziehen? Im Moment kam ich noch damit durch, aber das würde auf Dauer nicht funktionieren. Früher oder später würde jemand etwas bemerken. Ich brauchte einen Plan.

Ich zog mich schnell aus, duschte so schnell es nur ging, besprühte mich mit dem geruchsüberdeckenden Parfüm und zog mich an. Als ich die Cafeteria erreichte, war ich außer Atem und halb durchnässt – sowohl vom Wasser als auch vom Schweiß.

Der Raum war bereits voller Alphas, die gerade aßen; ihre Blicke folgten mir mit unlesbaren Mienen, manche neugierig, andere abweisend. Ihre Blicke stachen mir in die Haut, aber ich ignorierte sie und machte mich auf den Weg zur Essensausgabe.

Nur um festzustellen, dass sie fast leer war.

Die meisten Essensbehälter waren restlos leer. Sogar die Desserts und Hähnchenflügel, deren Portionen normalerweise auf die Anzahl der Schüler abgestimmt waren, waren verschwunden. Ich warf einen Blick auf den bedienenden Wolf, der sofort wegschaute, Schuldgefühle standen ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.

Hinter mir brach Gelächter aus.

Ich drehte den Kopf und sah dieselbe Gruppe von Alphas, deren Teller höher mit Essen beladen waren, als sie jemals aufessen könnten – darunter auch mein Anteil.

„Hey, Kleine“, rief einer von ihnen – der, den sie Jordan nannten und an den ich mich erinnerte, weil er gestern neben Alpha Dante gestanden hatte – mit einem Grinsen. Er war Dantes Freund. „Ich habe viel zu viel Essen auf meinem Teller. Keine Sorge, ich werde auf jeden Fall ein paar Reste für dich übrig lassen.“

Um ihn herum brach Gelächter aus. Ich blickte schweigend an Jordan vorbei auf die andere Seite der Cafeteria, wo mich ein Paar blauer Augen beobachtete – Dante. Er sah aus, als wolle er mich in Stücke reißen. Langsam wandte ich meinen Blick von ihm ab.

Ich ging nicht auf die Provokation von Dantes Freund ein. Mit unlesbarem Gesichtsausdruck sammelte ich ruhig die wenigen Reste ein, die übrig waren – ein paar kleine Apfelscheiben, eine halbe Portion Kartoffeln, ein Glas Wasser. Es war nicht viel, aber es musste reichen.

Ich nahm meinen Teller und begab mich in eine leere Ecke der Cafeteria, wo ich mich allein hinsetzte. Finn, der mit seinen Freunden etwas weiter entfernt saß, schenkte mir ein kleines Lächeln, das ich erwiderte. Aber Ronan war nirgends zu sehen. Ich dachte, die Regeln gälten für alle – warum benahm er sich dann so, als stünde er über ihnen?

Der erste offizielle Tag mit Training und Unterricht stand kurz bevor, und ich musste mich konzentrieren. Ich würde mir von ein paar arroganten Alphas meine Pläne nicht durchkreuzen lassen. Mich zurückzuhalten war vorerst die sicherste Option. Was zählte, war zu überleben, zu lernen und schließlich den ersten Platz in der Rangliste zu erobern.

Aber anscheinend hatte das Universum andere Pläne.

Jordan und seine Clique kamen herüber, umringten meinen Tisch wie ein Rudel Hyänen und grinseten, als gehörten sie mir bereits.

„Du isst so wenig. Bist du deshalb so unterernährt?“, spottete Jordan laut genug, dass es die ganze Cafeteria hören konnte.

Um uns herum brach Gelächter aus.

Ich biss ruhig in meine Apfelscheibe und schenkte ihm keinen Blick. Seine Worte prallten an mir ab wie Wasser an einer Ente. Ich schämte mich nicht für meine Statur. Schließlich war ich eine Alpha-Frau – ausgestattet mit dem besten Körperbau, den eine Alpha-Frau besitzen konnte. Doch im Vergleich zu den breiteren, massigeren Körpern der männlichen Alphas wirkte meine Statur natürlich kleiner. Das machte mich nicht schwach.

Jordans Freunde mischten sich ein, ihre Stimmen voller Spott. „Ich frage mich, wie dieser winzige Versager es hierher geschafft hat. Wetten, er hat einen mächtigen Vater, der für ihn die Fäden zieht?“

Ein weiterer Lachsalve ging durch den Raum, während Jordan seinen Blick auf mich geheftet hielt. Er wartete und sehnte sich nach dem geringsten Anzeichen einer Reaktion.

„Ich glaube, wir wissen alle, wer heute nach der Herausforderung nach Hause gehen wird“, fügte jemand mit einem selbstgefälligen Grinsen hinzu, und die Welle der Beleidigungen ging weiter.

Aber ich zuckte nicht mit der Wimper. Ich runzelte nicht die Stirn. Ich gab ihnen nichts.

Jordans Selbstgefälligkeit schwand, seine Beherrschung schwand, als er mich nicht aus der Fassung bringen konnte. Seine Hand schoss hervor, packte mich am Kragen und riss mich zu sich heran.

„Hey, du kleines Arschloch“, knurrte er mit tiefer, scharfer Stimme. „Wie kannst du es wagen, mich zu ignorieren?“

In meinem Kopf knurrte Phina: „Lass mich raus. Ich werde seine Hände für den Rest seines Lebens unbrauchbar machen.“

„Nein, nicht jetzt“, drängte ich sie zurück, mein Gesichtsausdruck kalt und leer.

Ich begegnete Jordans Blick, meine eigenen Augen blickten unerschrocken und ohne Furcht. Etwas in der Art, wie ich ihn durchbohrte, ließ ihn zögern; ein Funken Unbehagen blitzte in seinen Augen auf. Er spürte es. Die Beleidigung. Die Herausforderung.

Seine Faust hob sich und zielte auf mein Gesicht.

Noch bevor er sich überhaupt bewegen konnte, knallte eine Hand einen Saftbecher mit einem scharfen, metallischen Klirren auf meinen Tisch. Das plötzliche Geräusch schnitt wie ein Messer durch die Cafeteria.

Es folgte Stille, dicht und erstickend.

Jordan erstarrte. Die Farbe wich aus seinem Gesicht.

Der ganze Raum hielt den Atem an.

„Seth Darven“, rief eine Stimme meinen Namen.

Ich hob langsam den Kopf und sah Ronan direkt hinter mir stehen, mit finsterem Gesichtsausdruck, dessen ganze Erscheinung Gefahr ausstrahlte.

Er sah weder Jordan noch die anderen an. Seine Aufmerksamkeit galt ausschließlich mir.

„Du bist ein Wolf, den ich in meine Höhle aufgenommen habe“, sagte er leise, seine Stimme ein tiefes, befehlendes Knurren, während er mein Kinn zwischen seinen Fingern nach oben hob und seinen Blick fest auf mich richtete. „Wie kannst du es wagen, dich schikanieren zu lassen?“

Continue a ler este livro gratuitamente
Escaneie o código para baixar o App

Último capítulo

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt   180. DER TEUFEL ZWISCHEN MEINEN OBERSCHENKELN

    SERAPHINA„Spreiz deine Beine für mich.“Dieser eine Befehl allein war schon so anzüglich, dass das Verlangen zwischen meinen Schenkeln unerträglich pochte. Ich lag nur mit meinem Höschen bekleidet unter ihm, mein Körper seinem durchdringenden Blick ausgesetzt, mein Herz hämmerte so laut, dass ich sicher war, er könne es hören. Mein Blick verharrte auf dem Anblick vor mir: seinen vernarbten, wie aus Stein gemeißelten Acht-Pack-Bauchmuskeln und der gefährlichen, prallen Beule, die drohte, sich aus seiner Hose zu befreien. Ich schluckte schwer, mein Mund war trocken. Es schien … zu groß, zu überwältigend.„Wenn du mich weiterhin so ansiehst, Seraphina, werde ich mich nicht mehr zurückhalten können. Ich werde dich ficken, noch bevor ich dich überhaupt vorbereitet habe“, sagte Ronan mit schleppender Stimme, sein Grinsen dunkel und spöttisch, während seine Hand gegen seine Erregung drückte, als wäre er versucht, sie zu befreien.Hitze brannte auf meinen Wangen. Ich riss meinen Blick los, b

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt   179. ER WUSSTE ES

    SERAPHINA„Liebling …“ Phinas Stimme zitterte in meinem Kopf, ein Flüstern voller Ehrfurcht, als sie die Wahrheit erkannte.Die Wahrheit über den Mann, mit dem ich die letzten drei Monate verbracht hatte.Der Mann, der mich seit dem ersten Moment, als sich unsere Blicke trafen, unerbittlich verfolgt hatte.Der Mann, der mich nun in seinen Armen hielt, die Lippen zu einem kaum wahrnehmbaren Lächeln geformt, als hätte er das alles schon die ganze Zeit gewusst.Mein Seelenverwandter.Mir stockte der Atem, meine Lungen weigerten sich zu arbeiten, während sich meine Augen vor Schreck weiteten.Wir stürzten gemeinsam in die verschlingende Dunkelheit, als sich unter uns eine Tür aufgoss. Unsere Blicke schwankten nicht, verbunden, als könne uns nichts auf der Welt, nicht einmal die Leere, auseinanderreißen. Doch im nächsten Herzschlag erschien eine weitere Tür, hinter der sich weiß leuchtende Federn entfalteten. Sie riss mich aus Ronans Armen, zog mich rückwärts in ihren Sog, während er in se

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt   178. DEINE ANTWORT

    RONANMeine Hand brannte, als wäre geschmolzenes Feuer unter meiner Haut ausgebrochen, meine Adern entflammten, bis es sich anfühlte, als hätten sich die Flammen in mir gegen mich gewandt. Sie wärmten nicht, sie verzehrten mich. Mein Atem ging stockend, gebrochen, und jedes Zittern in meinem Körper verriet, wie nah ich daran war, mich selbst zu verlieren. Die Brunst hatte mich an der Kehle gepackt und riss sich durch Fleisch und Knochen, bis die Instinkte meines Wolfes an jede Grenze meiner verbleibenden Selbstbeherrschung stießen.„Was für ein verdammtes Geburtstagsgeschenk.“Ein bitteres Lachen entfuhr mir, noch während sich meine Lippen zu einem Knurren verzerrten. Fünfundzwanzig. Von allen verfluchten Tagen, an denen die Brunst ihre Krallen in mich versenken konnte, musste es ausgerechnet heute sein – mein Geburtstag. Genau in dem Moment, in dem sich die heiligen weißen Federtüren öffnen sollten.Die Hitze schwoll noch stärker an, kratzte rau über meine Rippen und verlangte nach B

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt    177. UNHOLY

    PERSPEKTIVE DER DRITTEN PERSON„LAUFT! LAUFT!! LAUFT!!!“ Alpha Gideons Stimme donnerte immer noch durch die Gedankenverbindung und befahl den Alphas zu fliehen, bevor die Flüche sie verschlingen würden. Da brach die Verbindung plötzlich ab.Die Gedankenverbindung, die er nach so viel Mühe endlich hergestellt hatte, zerfiel wie ein ausgefranstes Seil und hinterließ bei Alpha Gideon nur Stille, wo eigentlich Dutzende von Gedanken hätten sein sollen.„Scheiße!!!“ Er knirschte mit den Zähnen, Wut blitzte in seinen Augen auf. Sie hatten den letzten Befehl nicht gehört. Die eine Anweisung, die sie vor ihrer eigenen Unwissenheit hätte retten können.„Sie wissen nicht, dass sie niemals durch diese Türen zurückkehren dürfen, sobald sie sie einmal betreten haben.“Wut und Panik durchströmten ihn zugleich. Zuvor war Hugo mit der Nachricht zu ihm gekommen, dass jemand ihren Fluch gebrochen hatte, doch als sie ihre kurze Untersuchung durchgeführt hatten, stellten sie fest, dass alle Mitglieder der

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt    176. ZEHN SEKUNDEN

    SERAPHINAWas hat die Verbindung gerade gesagt?Ryker hielt meinen Blick noch einen Moment lang fest, bevor er widerwillig an mir vorbeirannte. Auch meine Beine rannten, aber mein Kopf war völlig leer. Ich war bereits zutiefst verunsichert, als die Verbindung enthüllte, dass ich Finns erste Liebe gewesen war, und Ashers Schwärmerei lastete immer noch schwer auf mir, aber meine Verbindung zu Ryker erschütterte mich bis ins Mark. Sogar Phina schwieg, zu fassungslos, um etwas zu sagen. Denn ……ich hatte meinen Namen als meinen Alpha eingetragen. Phina knurrte heftig in mir. Niemand … niemand bedeutet, dass niemand mein Alpha sein darf!In diesem Moment tauchten zwei Alphas in meinem Blickfeld auf, die sich gegenseitig erkannten.„Du bist mein Omega.“Der Wolf, der als Omega bezeichnet wurde, war absolut stinksauer, denn die Bindung besagte, dass der Wolf, der ihn Omega nannte, sein Alpha war. Aber sie mussten es wegen des Prozesses sagen. Als ich das beobachtete, fiel mir ein, dass wir u

  • Wenn Der Mond Seine Krone Verbirgt   175. ZEHN MINUTEN

    ALPHA HUGOS BÜROAlpha Jude stürmte in Alpha Hugos Büro und drückte ein altes, abgenutztes Buch an seine Brust. Sein Gesicht war ernst, seine Augen wirbelten hektisch hin und her.„Alpha Hugo! Ich habe dieses Buch gefunden!“, keuchte er, eilte zum Schreibtisch und knallte es auf die Tischplatte. „Schau, hier steht, dass der Fluch gebrochen werden kann!“„Wirklich?“ Alpha Hugos Antwort war ruhig, fast desinteressiert, zu langsam, zu bedächtig für die Panik, die unter den Alpha-Ausbildern ausgebrochen war. Alle waren außer sich, und in der Akademie herrschte Chaos.„Ja!“, beharrte Jude und schob das Buch näher zu ihm heran. „Das könnte die Alphas vor ihren Flüchen retten. Sie müssen sich ihrem Fluch stellen und ihn innerhalb von zehn Sekunden besiegen.“Hugo atmete tief aus und drückte seine Zigarette in einem Aschenbecher aus, der bereits überquoll von den Kippen, die er aus dem Stress heraus angezündet hatte, unter dem er stand, seit die Alphas verschwunden waren.„Weißt du, was mit d

Mais capítulos
Explore e leia bons romances gratuitamente
Acesso gratuito a um vasto número de bons romances no app GoodNovel. Baixe os livros que você gosta e leia em qualquer lugar e a qualquer hora.
Leia livros gratuitamente no app
ESCANEIE O CÓDIGO PARA LER NO APP
DMCA.com Protection Status