Gefährtin der Bestie

Gefährtin der Bestie

last updateHuling Na-update : 2026-02-09
By:  J. C. VeyraIn-update ngayon lang
Language: Deutsch
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Als Lykanerkönigin wurde Lyra geboren, um zu herrschen — nicht um zu lieben. Gefährten sind Schwäche. Gefühle sind Verrat. Und ihr Vater hat sie zur perfekten Waffe erzogen. Doch am Tag eines öffentlichen Urteils riecht sie ihn. Ihren Gefährten. Die Bindung zwischen ihnen entfacht augenblicklich ein Feuer, das das gesamte Rudel spürt. Ein König darf keinen Rivalen dulden — und ihr Vater stellt ihr ein unmögliches Ultimatum: Töte ihn. Oder töte mich. Um ihren Gefährten zu beanspruchen, muss Lyra den Mann stürzen, der ihr Leben lang über sie herrschte. Doch während Machtspiele, Verrat und Blut das Rudel zerreißen, wird klar: manche Bestien tragen Kronen. Liebe bedeutet Krieg. Und eine Königin muss entscheiden, wessen Blut den Thron färbt.

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Kabanata 1

Kapitel 1

Ich wusste schon früh, dass mein Blut anders war.

Nicht wegen der Geschichten, die man sich am Feuer zuflüsterte. Nicht wegen der Titel, die man mir verlieh, lange bevor ich sie verstehen konnte. Sondern wegen der Art, wie die Welt auf mich reagierte. Menschen senkten den Blick, ohne zu wissen warum. Wölfe hielten Abstand, selbst jene, die sonst keine Furcht kannten. Und die Alten im Rudel – jene, die mich seit meiner Geburt kannten – begegneten mir mit einer Mischung aus Stolz, Vorsicht und etwas, das ich erst später als Respekt erkannte.

Ich war die Tochter des Alphas.

Und ich war mehr als das.

Man nannte mich Alphaprinzessin. Ein Wort, das schwerer wog als jede Krone. Es klang nach Macht, nach Zukunft, nach Verantwortung. Für mich jedoch fühlte es sich an wie ein Käfig aus Gold. Schön anzusehen. Unnachgiebig in seinen Stäben. Ich wurde nicht erzogen wie andere. Meine Kindheit war Training. Meine Jugend Disziplin. Meine Freiheit ein Konzept, über das andere entschieden.

Ich befand mich in der Ausbildung zur Königin. Jede meiner Bewegungen wurde beobachtet. Jede Entscheidung bewertet. Jeder Fehler notiert. Man lehrte mich, wie man führt, wie man befiehlt, wie man tötet, wenn es nötig war. Stärke war Pflicht. Kontrolle Gesetz. Gefühle… ein Risiko.

Und doch hörte mein Körper nicht immer auf Regeln.

Ich war trainiert wie eine Kriegerin – stark, schnell, präzise. Mein Geist geschärft für Strategie, mein Instinkt ausgelegt auf Dominanz. Aber unter der Oberfläche brodelte etwas Ungezähmtes. Etwas Altes. Etwas, das nicht in Lehrbücher passte und sich nicht wegtrainieren ließ. Ein inneres Drängen, das stärker wurde, je mehr man versuchte, es zu unterdrücken.

Man sagte mir, ich müsse lernen, mein Verlangen zu beherrschen.

Nicht nur das nach Macht – sondern das nach Bindung.

Denn eine Alphafrau durfte nicht wählen wie andere. Sie wurde gebunden. Oder sie zerbrach daran.

Nachts träumte ich von Hitze unter meiner Haut. Von einem Geruch, den ich nicht kannte, der mir aber vertrauter war als mein eigener Atem. Ich wachte auf mit beschleunigtem Puls, mit angespannten Muskeln, mit einem Ziehen tief in mir, das nichts mit Angst zu tun hatte und alles mit Hunger. Kein körperlicher Hunger. Ein instinktiver. Roh. Fordernd.

Mein Vater nannte es eine Phase.

Die Ältesten nannten es Vorzeichen.

Ich nannte es eine Qual.

Denn ich wusste: Was auch immer mich rief, es war nicht erlaubt. Nicht geplant. Nicht kontrollierbar. Ich war dazu bestimmt, stark zu sein. Unabhängig. Unantastbar. Und doch spürte ich, dass mein Schicksal nicht allein mir gehörte.

Tagsüber trug ich die Maske der perfekten Erbin. Aufrechter Gang. Ruhige Stimme. Kühle Autorität. Männer beugten das Knie, Frauen musterten mich mit Neid oder Ehrfurcht. Niemand sah, wie sehr mein Körper auf Nähe reagierte. Auf Präsenz. Auf Macht, die meiner ebenbürtig war.

Ich war nicht gemacht für Unterordnung.

Aber auch nicht für Einsamkeit.

Der Gedanke an einen Gefährten war tabu, solange meine Ausbildung nicht abgeschlossen war. Liebe – echte, rohe Bindung – galt als größte Gefahr von allen. Eine Schwäche, die ein ganzes Rudel zu Fall bringen konnte.

Doch mein Blut widersprach.

Bei jeder Trainingseinheit, bei jedem Kampf, bei jedem Sieg spürte ich es stärker. Dieses Wissen. Diese Gewissheit. Dass irgendwo da draußen etwas existierte, das mir ebenbürtig war. Etwas, das mich nicht beugen wollte – sondern fordern.

Ich fragte mich oft, ob mein Vater Angst hatte. Nicht um mich. Sondern um das, was geschehen würde, wenn ich fand, was ich suchte. Oder wenn es mich fand.

Denn eine Alphakönigin mit Gefährtenbindung war keine Spielfigur.

Sie war eine Naturgewalt.

Und tief in mir wusste ich:

Das Schicksal hatte bereits begonnen, mich zu rufen.

Ich konnte es riechen.

Noch nicht klar.

Aber nah genug, um mich wachzuhalten.

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