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Wenn die Liebe loslässt

Wenn die Liebe loslässt

Oleh:  Clementine SicilyTamat
Bahasa: Deutsch
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Wieder einmal erlitt ich einen Anfall. Meine beste Freundin stürzte auf mich zu und riss mir das Messer aus der Hand. Ihr Gesicht war vor Groll verzerrt. „Wie lange willst du das noch so weitermachen? Glaubst du, du kannst dir alles erlauben, nur weil du Depressionen hast? Kein Wunder, dass Nolan dich verlassen hat!“ Ich erstarrte. Meine beste Freundin hingegen wirkte erleichtert. „Ich hätte es dir schon früher sagen sollen. Nolan hat mich ausdrücklich gebeten, heute bei dir zu bleiben, weil er Angst hatte, du könntest versuchen, seine Hochzeit mit Evelyn zu sabotieren.“ Sie versperrte mir den Weg und blickte mich selbstgerecht an. „Damit das klar ist: Selbst wenn du dir heute hier die Pulsadern aufschneiden und sterben würdest, darfst du nicht länger versuchen, dich zwischen die beiden zu drängen. Was macht es schon, wenn du Nolan früher einmal geholfen hast? Nach all den Jahren, in denen er sich um dich gekümmert hat, hat er sich mehr als genug revanchiert!“ Kurz darauf eilte meine Mutter herbei, um meine beste Freundin abzulösen. Dabei sollte sie eigentlich eine der Brautjungfern sein. Meine Mutter flehte mich an. „Ohne Nolan hätte unsere Familie es niemals so weit gebracht. Sei vernünftig und lass ihn sein Glück finden.“ Ein erdrückendes Gefühl der Absurdität überkam mich. Auf meinem Handy war noch immer Nolans Nachricht zu sehen. „Schatz, ich fliege ins Ausland, um einen Arzt aufzusuchen, der dir wichtig ist. Mach dir keine Sorgen. Ich werde dafür sorgen, dass du wieder gesund wirst. Sobald es dir besser geht, heiraten wir.“ Ich brach auf dem Boden zusammen. Lautlos tropften meine Tränen auf den Bildschirm. Sie hatten keine Ahnung, dass ich Krebs hatte. Ich hatte längst beschlossen, Nolan nicht zur Last zu fallen. Ich schenkte meiner Mutter ein bitteres Lächeln. „Na gut. Ich verspreche es. Ich werde Nolan geben, was er will.“

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Bab 1

Kapitel 1 Die Hochzeit

„W-Wirklich?“ Meine Mutter sah mich misstrauisch an.

All die Jahre hatte ich kaum einen Moment ohne Nolan verbracht.

Selbst heute, an seinem Hochzeitstag, war er erst gegangen, nachdem er eine ganze Woche bei mir geblieben war.

Ich lächelte bitter. „Sein Herz gehört mir nicht mehr. Wozu soll ich noch an ihm festhalten?“

Endlich entfiel die Anspannung aus dem Gesicht meiner Mutter. Sie schlang die Arme um mich und brach in hemmungsloses Schluchzen aus.

Ich wusste nicht, wie viel Zeit verging, bis sie schließlich zögernd fragte: „Und … kommst du wirklich damit zurecht, hier allein zu bleiben? Ich … Nolan möchte, dass ich seine Trauung leite …“

Erst da erfuhr ich, dass meine Mutter Evelyn Brook persönlich mit Nolan bekannt gemacht hatte.

Benommen nickte ich. Ich konnte sie verstehen. Verwandte aus allen Zweigen der Familie Swift arbeiteten für die Gruppe Drake.

Vielleicht war Nolan für sie wichtiger als ihre eigene Tochter.

Meine Mutter ging sichtlich erleichtert davon.

…

Doch nach all den Jahren mit Nolan brachte ich es am Ende doch nicht übers Herz, der Hochzeit fernzubleiben, und folgte meiner Mutter schließlich dorthin.

Weiße Glockenblumen und blaue Luftballons. Genau so hatten Nolan und ich uns einst unsere eigene Hochzeit vorgestellt.

„Chloe?“ Sasha Wingate, meine beste Freundin, bemerkte mich als Erste.

Ich klammerte mich an den Saum meines Kleides. Plötzlich spürte ich die Blicke aller auf mir und wusste nicht, wohin ich mich zurückziehen sollte.

Nolan wollte die Braut gerade küssen, doch als er mich sah, fuhr er herum und brachte nur mühsam ein paar Worte hervor: „C-Chloe? Was machst du hier?“

Aus allen Blicken im Saal sprühten Verachtung und Geringschätzung.

Nolan kam schwankend auf mich zu und versuchte hastig, sich zu erklären. „Chloe, hör mir zu. Das war nur ein Missverständnis. Ich …“

Bevor ich etwas sagen konnte, schrie meine Mutter auf und stürmte herbei. Dabei kniff sie mir fest in den Oberarm. „Du hast mir versprochen, nicht herzukommen! Warum bist du hier?“

Vor Schmerz sog ich scharf die Luft ein.

„Mama … Frau Swift, tun Sie Chloe nicht weh!“, rief Nolan und stellte sich instinktiv schützend vor mich.

Doch Sasha runzelte die Stirn. „Hat sie dich nicht schon genug zugemutet? Es ist drei Jahre her. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgeschlafen? Sie nutzt ihre Depression, um dir Tag für Tag das Leben zur Hölle zu machen.“

Sie hielt kurz inne und murmelte dann leise: „Sie wurde bereits vergewaltigt und hat trotzdem noch die Dreistigkeit, auf der Hochzeit aufzutauchen und sie zu beschmutzen …“

Ich ballte die Hände so fest, dass meine Knöchel weiß wurden.

Vor drei Jahren hatte ich mein Leben riskiert, um Nolan zu retten, nachdem ein Rivale ihn entführt hatte.

Dabei war ich vergewaltigt worden.

Seit jenem Tag wurde ich von Albträumen geplagt.

Und jedes Mal, wenn ich Nolan so fest in die Hand biss, dass Blut floss, wachte ich auf und schämte mich fürchterlich. Doch er schüttelte dann nur den Kopf und sagte: „Das schulde ich dir.“

„Genug!“, fuhr Nolan Sasha an.

Doch dann erklang eine sanfte Stimme und raubte Nolan die letzte Kraft, mich zu verteidigen.

„Sie müssen also Frau Swift sein. Willkommen auf meiner Hochzeit mit Nolan.“

Evelyn hielt mir mit vollkommener Gelassenheit ein Glas Champagner hin. Ihr wunderschönes Brautkleid betonte ihre elegante Figur.

Dann sah ich an mir hinunter. Der Krebs hatte mich ausgezehrt, ich war nur noch Haut und Knochen. Unwillkürlich wich ich mehrere Schritte zurück.

Evelyn hielt das Glas immer noch ausgestreckt und sah Nolan an.

Er runzelte die Stirn, zog mich beiseite und sagte: „Geh erst mal nach Hause. Ich erkläre dir später alles. Bring die Leute nicht in Verlegenheit.“

„Okay.“

Meine sofortige Zustimmung schien Nolan zu überraschen.

Doch in diesem Moment durchfuhr mich plötzlich ein unerträglicher Schmerz im Magen. Mein Gesicht wurde bleich, und ich krümmte mich vor Schmerzen.

Nolans Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Hastig zog er mich in eine Ecke.

„Bitte. Mach hier keine Szene, ja? Sonst lässt die Familie Drake uns nie wieder zusammenkommen.“

Sasha kam mit schnellen Schritten herüber und stellte sich schützend vor Nolan. Wütend starrte sie mich an. „Hast du mir nicht versprochen, keine Show abzuziehen? Hast du wieder einen Anfall?“

Ich wagte nicht zu sprechen. Ich hatte Angst, dass ich den metallischen Blutgeschmack in meinem Hals nicht länger unterdrücken könnte.

Daraufhin stieß Sasha mich aus dem Festsaal hinaus. „Du hast es mir versprochen! Hör auf, mit deiner Depression Mitleid zu erregen! Chloe, ich bereue es wirklich, jemals mit dir befreundet gewesen zu sein.“

Der metallische Blutgeschmack breitete sich immer stärker in meinem Mund aus. Ich konnte nur meine Tränen hinunterschlucken und mich eilig davonmachen.

Wenn mich ohnehin schon alle aufgegeben hatten, musste ich mich auch nicht mehr verabschieden.

Ich kaufte ein Ticket zurück in meine Heimatstadt.

Die restliche Zeit wollte ich nutzen, ohne jemandem weiter zur Last zu fallen.

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