MasukNach der Sache mit den Uniformen dachte Noah, dass Luca endlich zufrieden sein würde. — Er lag falsch. — Sehr falsch. — Denn drei Tage später klingelte es. — Noah öffnete die Tür. — Luca stand davor. — Ohne Tasche. — Ohne Ordner. — Ohne irgendein verdächtiges Zubehör. — Noah wurde sofort misstrauisch. — „Was hast du vor?“ — Luca sah beleidigt aus. — „Warum denkst du immer, dass ich etwas vorhabe?“ — Noah schwieg. — Elias kam dazu. — „Weil du immer etwas vorhast.“ — „Das stimmt nicht.“ — Eine Pause. — „Fast immer.“ — Professor kam zur Tür. — Milo dahinter. — Luca lächelte. — „Hallo, ihr beiden.“ — Professor begrüßte ihn. — Milo setzte sich. — „Sie mögen dich.“ sagte Elias. — „Natürlich.“ — „Das ist beunruhigend.“ — Luca ignorierte den Kommentar. — „Ich habe eine Anfrage bekommen.“ — Noah wurde vorsichtig. — „Was für eine Anfrage?“ — Luca sah zu den Hunden.
Noah hatte eine neue Regel aufgestellt.—Eine sehr wichtige Regel.—Eine Regel, die eigentlich schon viel früher hätte existieren müssen.—Keine Entscheidungen nach Mitternacht.—Der Grund dafür war einfach:—Nach Mitternacht hatte Luca seine besten Ideen.—Und seine gefährlichsten.—Leider erfuhr Noah erst am nächsten Morgen, dass diese Regel auch für Nachrichten galt.—Denn auf seinem Handy wartete eine Nachricht von Luca.—Gesendet um 00:37 Uhr.Ich habe die Uniform fertig.Noah starrte auf den Bildschirm.—Dann drehte er sich langsam zu Elias.—„Sag mir bitte, dass ich träume.“—Elias öffnete ein Auge.—„Wie spät ist es?“—„Sieben Uhr.“—„Dann träumst du nicht.“—Noah zeigte ihm die Nachricht.—Elias las.—Und begann zu lachen.—„Er war wirklich schnell.“—„Das ist nicht beeindruckend.“—„Ein bisschen schon.“—„Nein.“—In diesem Moment kam Professor ins Schlafzimmer.—Milo direkt hinter ihm.—Beide Hunde hatten offensichtlich gehört, dass es um etwas Wicht
Noah hatte aufgegeben.—Nicht komplett.—Aber bei Luca.—Das war etwas anderes.—Denn wenn Luca eine Idee hatte, gab es nur zwei Möglichkeiten:—Man hielt ihn auf.—Oder man akzeptierte, dass die Idee irgendwann sowieso existieren würde.—Und diesmal war Noah ehrlich gesagt nicht einmal sicher, ob er sie überhaupt aufhalten wollte.—Ein paar Tage später klingelte es.—Noah öffnete die Tür.—Natürlich stand Luca davor.—Mit einem Umschlag.—Natürlich.—„Nein.“sagte Noah.—„Du weißt nicht einmal, was drin ist.“—„Ich kenne die Form.“—„Die Form?“—„Das ist eine Luca-Form.“—Elias kam dazu.—„Was ist eine Luca-Form?“—Noah zeigte auf den Umschlag.—„Etwas, das nach Organisation aussieht und später Arbeit bedeutet.“—Luca legte eine Hand auf die Brust.—„Ich bin verletzt.“—„Du bist vorbereitet.“—„Auch.“—Professor kam um die Ecke.—Milo direkt hinter ihm.—Beide sahen den Umschlag.—Luca lächelte.—„Seht ihr? Sie sind gespannt.“—„Sie hoffen, dass Futter
Nach dem Abenteuer mit dem Welpen dachte Noah, es würde wieder ruhiger werden.—Er hätte es inzwischen besser wissen müssen.—Denn Ruhe bedeutete in ihrem Leben nicht mehr:—Nichts passiert.—Ruhe bedeutete:—Man wartet auf das nächste Kapitel.—Und dieses Kapitel begann mit einer Nachricht.—Nicht von Luca.—Was Noah zuerst überraschte.—Sondern von einer Mitarbeiterin aus dem Tierheim, aus dem Milo gekommen war.—Noah las die Nachricht zweimal.—Dann reichte er das Handy an Elias weiter.—„Was steht da?“—Elias las.—Und lächelte.—„Sie wollen Professor und Milo besuchen?“—Noah nickte.—„Und sie fragen, ob die beiden bei einem kleinen Treffen helfen können.“—Elias sah zu den Hunden.—Professor schlief.—Milo ebenfalls.—„Ich glaube, sie wissen noch nicht, dass sie inzwischen einen Beruf haben.“—Noah lachte.—„Sie würden wahrscheinlich Bezahlung in Form von Leckerlis verlangen.“—Professor öffnete ein Auge.—Als hätte er das Wort gehört.—Natürlich.—Das
Noah hatte eine wichtige Regel.—Eine Regel, die er in den letzten Monaten gelernt hatte.—Wenn ein Hund in Schwierigkeiten war, konnte man nicht einfach wegsehen.—Aber das bedeutete nicht automatisch:—„Wir nehmen jeden Hund mit nach Hause.“—Das musste er sich selbst immer wieder sagen.—Besonders jetzt.—Denn vor ihm lag ein kleiner Welpe.—Mit großen Augen.—Einem viel zu großen Halsband.—Und einer Angewohnheit, ständig Professors Schwanz zu beobachten.—„Er mag ihn.“sagte Elias.—Noah sah zu Professor.—Der große Bruder des Hauses stand ganz still.—Außergewöhnlich still.—Der Welpe tappte vorsichtig näher.—Professor senkte den Kopf.—Ganz langsam.—Dann berührte seine Nase vorsichtig die des Kleinen.—Der Welpe wedelte.—Professor ebenfalls.—Milo beobachtete die Szene.—Und setzte sich daneben.—„Er macht es genauso wie du.“sagte Noah leise.—Elias sah ihn an.—„Wie ich?“—„Nein.“—Noah lächelte.—„Wie Professor es damals mit ihm gemacht hat.“—
Der Sonntag begann ruhig.—Zu ruhig.—Noah hatte inzwischen gelernt, dass Ruhe in ihrem Zuhause nicht immer bedeutete, dass nichts passierte.—Manchmal bedeutete es nur:—Professor plante etwas.—Oder Luca plante etwas.—Oder beide.—„Es ist verdächtig.“sagte Noah beim Frühstück.—Elias sah von seinem Kaffee auf.—„Was?“—„Dass es so ruhig ist.“—Professor lag auf seinem Platz.—Milo daneben.—Beide entspannt.—„Vielleicht genießen sie einfach den Morgen.“—Noah sah zu den Hunden.—„Das wäre neu.“—Als Antwort gähnte Professor.—Milo schloss die Augen.—„Sie ignorieren dich.“—„Das können sie von Luca gelernt haben.“—Gerade als Elias antworten wollte, klingelte es.—Einmal.—Dann noch einmal.—Noah sah zur Tür.—„Siehst du?“—„Was?“—„Die Ruhe ist vorbei.“—Er öffnete.—Davor stand eine Frau.—Sie hielt eine kleine Tasche.—Und sah etwas unsicher aus.—„Hallo.“sagte sie.—„Entschuldigung, dass ich einfach so komme.“—Noah kannte sie nicht.—Aber h
Manchmal kam die Angst plötzlich zurück.Ohne Vorwarnung.Wie eine Welle, die Noah mitten in einem eigentlich guten Tag traf.—Es passierte an einem Dienstagabend.Elias hatte sich den ganzen Tag kaum gemeldet.Nicht komplett ungewöhnlich.Er hatte erwähnt, dass er viel Stress hatte.Und trotzdem
Die Wochen vergingen weiter.Langsam.Schnell.Irgendwie beides gleichzeitig.Noah gewöhnte sich daran, Elias nicht jeden Tag sehen zu können.Aber vermissen gewöhnte sich nie wirklich ab.Es wurde nur leiser.Wie ein Lied im Hintergrund, das ständig weiterspielte.—An diesem Freitag saß Noah wied
Der Bahnhof war diesmal schlimmer.Vielleicht, weil Noah inzwischen wusste, wie sich Vermissen anfühlte.Wirklich anfühlte.Nicht nur traurig.Sondern körperlich.Wie ein Ziehen unter den Rippen.Wie Leere an Orten, die vorher voller gewesen waren.—Elias stand vor ihm mit seiner Tasche über der S
Das Wochenende verging viel zu schnell.Natürlich tat es das.Noah hatte irgendwann aufgehört, sich darüber zu wundern.Zeit war unfair geworden, seit Elias gegangen war.—Am Sonntagabend saßen sie wieder zusammen im Musikraum.Draußen färbte sich der Himmel langsam dunkelblau, während der Regen l




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