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Kapitel 4

Author: Muehe
Alle waren völlig schockiert.

„Was?! Das Feuer im Haus der Familie Müller vor zwei Tagen war ihr Werk?! Was für ein widerlicher Mensch – typisch hässliche Leute machen nur Ärger. Wenn ich ihre Eltern wäre, hätte ich längst den Kontakt zu ihr abgebrochen!“

In diesem Moment konnte ich nur kalt lachen.

Seit meiner Kindheit gierte Lena ständig nach allem, was mir gehörte. Mit ihren scheinheiligen Worten stellte sie es immer so dar, als würde ich ihr etwas wegnehmen.

Meine Eltern stellten sich immer auf ihre Seite und halfen ihr dabei, mir alles wegzunehmen, was eigentlich mir hätte gehören sollen.

„Ihr habt mich gegen meinen Willen eingesperrt und meine Freiheit eingeschränkt – und ich darf mich nicht einmal selbst retten?“

Ich konterte kalt, bekam dafür aber eine Ohrfeige von meinem Vater.

„Musst du diese beschämende Sache wirklich vor allen aussprechen? Warum wir dich eingesperrt haben? Weil du schamlos dem Ehemann deiner Schwester hinterherläufst!“

„Was?! Was ist hier eigentlich los?“

Die Eltern von Moritz eilten herbei.

Nachdem sie die Anschuldigungen meiner Schwester und meiner Eltern gegen mich gehört hatten, wechselten sie einen ratlosen Blick.

„Aber vor einer Woche, als wir zur Verlobung bei euch waren, hat sie doch nie gesagt, dass sie Moritz heiraten wollte!“

Ich hielt mir die brennende Wange und lachte spöttisch.

„Herr Schneider, Frau Schneider – wenigstens Sie sind noch vernünftig. Ich habe doch gesagt: Sowohl mein Besuch im Brautmodengeschäft als auch meine Anwesenheit hier sind reiner Zufall, denn der Mann, den ich heiraten werde, hat diesen Ort für die Hochzeit gewählt – im zweiten Stock.“

Alle lachten. „Zweiter Stock? Das ist doch der VIP-Saal, der normalerweise nicht zugänglich ist. Ich habe noch nie gehört, dass dort Hochzeiten stattfinden!“

Meine Eltern waren vor Scham außer sich. „Sophie, wir hätten nie gedacht, dass du zu einer so dreisten Lügnerin wirst! Verschwinde! Ab heute gibt es in der Familie Müller keine Tochter mehr wie dich!“

Als ich das hörte, lächelte ich zufrieden.

„Gut. Ich bitte alle hier, mir das zu bezeugen, denn ich möchte nicht von euch mit hineingezogen werden!“

Herr und Frau Schneider sahen sich verwirrt an. „Mit hineinziehen? Was soll das heißen?“

Ich zeigte auf Lena. „Sie kann Ihren Sohn überhaupt nicht retten!“

Lena wurde blass und sah aus, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. „Sophie, bei unserer Geburt sagte ein Meister, dass wir beide ‚Frauen des Schicksals‘ sind. Nur weil du selbst in die Familie Schneider einheiraten willst, verleumdest du mich jetzt öffentlich so?“

Moritz zog sie schützend in seine Arme und sah mich voller Abscheu an.

„Gib es auf, Sophie! Lena ist die einzige Frau, die ich je heiraten werde. Selbst wenn du nackt vor mir stehen würdest, würde ich dich nicht heiraten!“

Ich lachte kalt auf. „Wenn du unbedingt sterben willst, kann ich dich doch nicht aufhalten. Ich empfinde nur Mitleid für deine Eltern!“

Damit drehte ich mich um, um zu gehen, doch Frau Schneider hielt mich auf.

„Sophie, stimmt das, was du eben gesagt hast? Wenn ja … könntest du dann meinen Sohn heiraten?“

Die Liebe der Eltern war grenzenlos. Genau wie in meinem letzten Leben sorgte sie sich um die Gesundheit ihres Sohnes und war sogar bereit, die Verlobung öffentlich zu brechen, nur um ihn zu retten.

„Mama! Ich habe gesagt, ich werde diese verdammte Frau nicht heiraten! Hör auf, sie anzuflehen!“

Moritz blickte mich wutentbrannt an und knirschte vor Zorn mit den Zähnen. „Sophie, hör auf mit deinen Spielchen – dieses Mal werde ich dich definitiv nicht heiraten!“

Kaum hatte er das ausgesprochen, ertönte eine ruhige, kalte Männerstimme vom Eingang:

„Meine Frau ist niemand, den du heiraten darfst.“

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