Mag-log in(Kael’s POV)Als ich in Valemont ankam, stimmte etwas ganz und gar nicht. Ich spürte es bereits, noch bevor ich die Tore passierte.Viel zu still.Kein Lachen drang aus dem Innenhof, keine Wachen unterhielten sich im Eingangsbereich, und keine Bediensteten huschten zwischen den Gebäuden umher.Mein Wolf wurde unruhig.Ich verwandelte mich zurück in meine menschliche Gestalt. „Wo sind alle?“Niemand gab mir eine Antwort.Ein Wächter kam auf mich zugerannt. „Alpha…“„Wo ist Leo?“ Ich weiß nicht warum, aber das war die erste Frage, die mir durch den Kopf schoss.Das Gesicht des Mannes verfiel.Das reichte bereits.Mein Blut fror zu Eis. „Wo ist mein Sohn?“Der Wächter öffnete den Mund, doch kein Laut entwich ihm.Ich packte ihn am Kragen. „Wo ist Leo?“„Alpha, wir…“„WO IST MEIN SOHN?“, brüllte ich ihn an.Mehrere Wölfe traten von einem Fuß auf den anderen, sichtlich unbehaglich.Panik stieg in den Augen des Wächters auf. „Er ist weg.“Ich bekam keine Luft mehr. „Was?“„Er ist…“ Seine St
(Kael’s POV)Ich verlor kein einziges Wort, bis wir meilenweit von Dravens Territorium entfernt waren. Der dichte Wald verschlang die Silhouette des Palastes weit hinter uns, doch die Erinnerung brannte sich unbarmherzig in meinen Verstand.Nicht wegen des Kampfes.Sondern wegen dem, was sich währenddessen abgespielt hatte.Ich hatte die Gerüchte gehört.Jeder hatte sie gehört.Der verfluchte Alpha, der sich nicht verwandeln kann.Der König, der ohne die Macht seines Wolfes herrscht.Ich war immer davon ausgegangen, dass diese Gerüchte maßlos übertrieben waren.Ich hatte mich getäuscht.„Alpha.“James’ Stimme riss mich abrupt aus meinen Gedanken. Ich blickte nach vorne und fragte: „Was gibt’s?“Er zögerte einen Moment. „Der Angriff.“„Ich weiß.“ Ein gegnerisches Rudel hatte meine Patrouillen attackiert. Ich hatte geglaubt, sie kämen von dem verfluchten Alpha – als Rache dafür, was ich auf seinem Territorium getan hatte, vielleicht weil ich Aria von ihm zurückholen wollte. Ich hatte ih
Arias SichtIch wachte lächelnd auf, ohne zunächst zu wissen, warum. Dann spürte ich seinen Arm, der fest um meine Taille lag.Draven.Sein Atem ging gleichmäßig, und sein Gesicht wirkte im Schlaf friedlich.Ich betrachtete ihn aufmerksam.Seine Haare waren leicht zerzaust, und sein schlafendes Gesicht hatte etwas Jungenhaftes an sich, das man niemals zu Gesicht bekam, wenn er auf dem Thron saß.Oder wenn er seinen königlichen Pflichten nachging.Ich legte meine Hand auf seine Stirn und strich ihm die Haare aus dem Gesicht.Seine Augen öffneten sich. „Bewunderst du mich?“Ich erstarrte. „Nein … Ich meine …“ Ich schlug ihm leicht gegen die Schulter. „… Lass mich in Ruhe.“Seine Lippen verzogen sich zu einem schmalen Lächeln. „Tust du aber.“„Ich wollte nur sichergehen, dass du noch lebst.“„Wie fürsorglich von dir.“„Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“„Natürlich.“Ich lächelte.Er zog mich näher zu sich und schmiegte sein Gesicht an die Stelle, an der mein Hals in meine Schulter übe
Elena lächelte traurig. „Genau das, was Elyra ihnen zu zeigen versucht hat.“ Sie streckte die Hand aus und berührte mein Gesicht. „Erinnere sie daran, dass sie nicht unantastbar sind.“Ich starrte sie an. „Und was, wenn sie nicht zuhören wollen?“Ihr Gesichtsausdruck wurde hart. „Dann schützt du dich selbst.“ Sie machte eine kurze Pause. „Aber werde niemals zu dem, was sie aus dir machen wollen.“Langsam nickte ich.Mutter Elara hatte sich während des gesamten Gesprächs nicht zu Wort gemeldet.Elena blickte auf das silberne Medaillon, das um meinen Hals hing. „Dieses Medaillon.“Ich berührte es. „Was ist damit?“Elenas Blick blieb auf dem Anhänger ruhen. „Es ist das erste Relikt der Nullifizierer. Es gehörte Elyra.“ Schließlich sah sie mich an. „Aria …“ Ihre Stimme klang jetzt anders.Meine Finger schlossen sich fester um das Medaillon. „Das erste Relikt der Nullifizierer?“, wiederholte ich.Mutter nickte langsam. „Genau das habe ich gesagt.“„Es ist über hundert Jahre alt. Wie kann e
Wie sich herausstellte, teilten Mutter Elara und meine Mutter dieselbe Leidenschaft für Kräuter. Als wir am nächsten Morgen den Kräuterraum erreichten, hatte Elena bereits vergessen, dass sie eigentlich nur zu Besuch war.Sie ging direkt auf die Regale zu.„Ist das Silberblatt?“Mutter Elara drehte sich um. „Silberblatt?“Elena sah beleidigt aus. „Ich bin in einer kräuterkundigen Kultur aufgewachsen.“Elaras Augen weiteten sich. „Ach, stimmt ja. Das hätte ich beinahe vergessen“, sagte sie sarkastisch und lachte dabei. Die beiden waren schließlich zusammen aufgewachsen. Natürlich wusste sie das.„Du hast nie danach gefragt“, sagten sie gleichzeitig.Dann brachen beide in Gelächter aus.Innerhalb weniger Minuten diskutierten die beiden Schwestern bereits darüber, ob eine bestimmte Wurzel richtig genug getrocknet werden musste.Nora beobachtete sie mit einem verschmitzten Grinsen.„Ich glaube, wir haben sie verloren“, murmelte sie.Ich grinste. „Ja, definitiv.“Elena hob ein Bündel getro
Ich schloss die Augen. „Danke, dass du dich für mein Leben entschieden hast, Mutter.“Sie zog mich an sich, und ich legte meinen Kopf auf ihre Schulter. Eine Weile saßen wir schweigend da. Dann stellte ich die Frage, die mir schon lange leise auf der Seele lag.„Wusstest du von Kael?“Ihr Körper versteifte sich leicht. „Ich wusste, dass du verheiratet warst.“„Du wusstest es?“„Ich wusste, dass du einen Gefährten gefunden hattest, und ich wusste, dass du ein Kind zur Welt gebracht hattest.“Ich löste mich ein wenig von ihr. „Woher?“„Weil sich dein Blut verändert hat.“Ich runzelte die Stirn. „Verändert?“„Deine Kräfte begannen, sich zu regen.“ Sie sah mich aufmerksam an. „Ich wusste, dass du dich an jemanden gebunden hattest. Aber ich wusste nicht, was für ein Mann er war.“Ich wandte den Blick ab. „Er war nicht der Mann, für den ich ihn gehalten hatte.“„Es tut mir leid, dass du eine solche Demütigung durchmachen musstest. Es schmerzt mich, zu wissen, dass ich mein einziges Kind nic







