LOGINÜber Viktors Gesicht huschte ein Anflug von Überraschung, dann lächelte er dünn.„Julian – was verschlägt dich hierher?“Julian trat ein. Er streifte sein Sakko ab und warf es in weitem Bogen über mich, um meine Blöße zu bedecken.„Es ist meine Freundin. Dummes Missverständnis – sie wurde versehentlich zu dir gebracht.“„Ich bin hier, um sie abzuholen.“Viktor legte das Instrument ab. Sein Lächeln blieb, doch in seinen Worten schwang etwas Bedrohliches mit.„Dumm gelaufen. Ich habe schon angefangen – und so schnell lässt sich das nicht unterbrechen.“„Wie wäre es… ich schicke sie dir, wenn ich fertig bin?“Bei diesen Worten veränderte sich Julians Miene schlagartig.Eiskalt erwiderte er:„Viktor Kessler – das kommt ganz darauf an, ob du dich das traust.“Viktor lachte leise. Sein Ton war herablassend, als belehrte er ein vorlautes Kind.„Julian, du bist ein kleiner Arzt ohne jede Macht. Was gibt dir das Recht, dich hier aufzuspielen? Statt den Ritter zu spielen, solltest du
Hände und Füße in Fesseln – es gab kein Entkommen.Die Peitsche traf mit einem scharfen Knall auf.Im selben Moment durchfuhr mich ein rasender Schmerz. Vom Schlüsselbein bis zum Hals zeichnete sich in Sekundenschnelle ein feiner, roter Striemen ab – anschwellend und brennend.Ich glaubte, der Schmerz würde mich umbringen. Ein Schrei brach aus mir heraus, und Tränen schossen mir in die Augen.Viktor strich mit dem Handrücken über meine Wange. Seine Stimme war sanft, doch seine Worte ließen mir das Blut gefrieren.„Pst. Ich mag es ruhig.“„Wenn du noch einmal einen Laut von dir gibst, werde ich ungemütlich.“Sofort presste ich die Lippen zusammen. Mein ganzer Körper bebte unkontrollierbar. Nicht einmal weinen traute ich mich mehr.Er schlug mein Kleid zurück. Die bauschigen Schichten aus Tüll türmten sich um meine Taille und versperrten mir halb die Sicht.An meinen Beinen spürte ich einen kühlen Luftzug, als er mir das letzte Stück Stoff abstreifte.Meine intimste Stelle lag
Im selben Augenblick weiteten sich meine Augen, und mein Herz durchfuhr ein eiskalter Schlag.Inmitten dieses Chors der Begrüßungen erkannte ich – die Stimme meines Ehemanns.Ungläubig drehte ich den steifen Hals. Dort, zwischen den Trauzeugen, stand tatsächlich Leon.Er trat auf den Mann namens Viktor zu und verneigte sich unterwürfig.„Da sind Sie ja. Sie ist hier – sehen Sie selbst, ob sie Ihnen zusagt.“Dann packte er mein Kinn und zwang mein Gesicht nach oben.Am ganzen Leib erstarrt, zitternd, blickte ich auf diesen Mann, den ich seit fünf Jahren kannte. In diesem Moment war er mir so fremd wie nie zuvor.Waren diese fünf Jahre – jeder einzelne gemeinsame Moment – nichts als eine Lüge?Meinem verzweifelten Blick begegnete Leon ohne die geringste Spur von Reue. Sein Gesicht war ein einziges kriecherisches Lächeln.Viktor musterte mich eine Weile. Er schien zufrieden.„Stimmt es, dass sie wirklich so eng ist?“Leon schlug sich auf die Brust.„Selbst gesehen! Garantiert!
Seine glühend heiße Haut erschreckte mich, und ich riss meine Hand los.In diesem Moment erst wurde mir klar: Die Blicke, mit denen sie mich ansahen, waren nicht mehr normal.Gierige Blicke – wie Raubtiere, die ihre Beute fixiert hatten.Die Unruhe in meiner Brust schwoll rasend schnell an. Unwillkürlich wich ich einige Schritte zurück – und sie rückten nach.Wie ein Kaninchen, das versehentlich in ein Wolfsrudel geraten war.Ich sah mich um. Meine Stimme zitterte vor Angst.„Was… was habt ihr vor?“Die Mienen der Männer waren abstoßend; ihre Blicke wanderten ungeniert über meinen Körper.„Leon hat erzählt, dass du körperlich etwas ganz ‚Besonderes‘ bist…“In dem Moment, als ich das hörte, loderte Zorn in mir auf. Dieser verfluchte Leon – er hatte tatsächlich mein intimstes Geheimnis ausgeplaudert.Ein anderer Trauzeuge stimmte ein:„Genau. So eine Frau wie dich wollen wir alle mal aus der Nähe erleben.“Dabei streckte er die Hand aus und griff nach meinem Kleid.Ich schri
Mit dem Fortschreiten der Behandlung besserte sich mein Zustand zusehends. Anfangs konnte ich nur einen Finger aufnehmen, dann nach und nach zwei, schließlich drei.In dieser Zeit wurde auch mein Verhältnis zu Julian immer vertrauter. Das war Segen und Fluch zugleich. Je enger die Vertrautheit, desto weniger wehrte sich mein Körper gegen seine Berührungen – und die Behandlung verlief umso reibungsloser. Doch das Quälende war: Einem Mann wie ihm – gutaussehend, einfühlsam und mir gegenüber stets von einer fast zärtlichen Fürsorge – konnte ich einfach nicht widerstehen. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich mich unwillkürlich zu ihm hingezogen fühlte.Am Ende machte ich eine Entdeckung, die mich geradezu verzweifeln ließ: Verglichen mit meinem Verlobten Leon empfand ich für Julian eine tiefere Verbundenheit – und ein stärkeres Herzklopfen.Als ich eines Tages Eheringe aussuchte und zwischen zwei Modellen schwankte, tat ich etwas, das mir selbst unerklärlich war: Statt Leon z
Meine Beine wurden weiter gespreizt.Er setzte seinen Vorstoß fort…Lustgefühl und ein stechender Schmerz trafen mich gleichzeitig, und ein leises Stöhnen entfuhr mir.Doch beim zweiten Finger scheiterte es. Es ging einfach nicht.Ich konnte nichts dafür. Es war ein angeborener Defekt – dass ich heute so viel aufnehmen konnte, war bereits eine außergewöhnliche Leistung. Beim letzten Mal mit Leon war ja nicht einmal ein einziger Finger möglich gewesen.Als alles vorüber war, lag ich kraftlos und erschöpft auf dem Bett. Neben mir hörte ich Julians schweren Atem, der warm in meine Halsbeuge strömte und meine Haut fast verbrannte.Etwas Hartes drückte gegen meine Hüfte – unübersehbar.Mir brannte das Gesicht. Verstohlen rutschte ich ein Stück zur Seite, um dem auszuweichen. Doch im selben Moment legten sich zwei kräftige Arme um meine Taille und hielten mich fest.Seine Stimme war schwer von Verlangen.„Wovor läufst du weg?“Mein Blick glitt kurz nach unten, dann fragte ich viels