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Kapitel 11:Der Mann Hinter Dem Unfall

Auteur: Lara Douglas
last update Date de publication: 2026-10-05 21:37:19

Lyras POV

Das Lager sollte leer sein.

Das war das erste, was mir Angst machte.

Das zweite war das Licht, das hinter den zerbrochenen Fenstern schimmerte.

Roman parkte ein Stück vom Gebäude entfernt und stellte den Motor ab. Ein paar Sekunden lang bewegte sich keiner von uns. Das Lagerhaus stand am Ende der verlassenen Straße, umgeben von Unkraut, verrosteten Zäunen und alten Schiffscontainern. Dem offiziellen Bericht zufolge war Romans Vater vor sechs Jahren bei einem Autounfall in der Nähe dieses Ortes ums Leben gekommen. Aber nach allem, was wir herausgefunden hatten, vertraute ich nichts mehr, was in diesem Bericht stand.

„Jemand ist drinnen“, flüsterte ich.

Roman starrte auf das Gebäude. "Ich weiß."

Daniel blieb im Auto hinter uns. Er hatte darauf bestanden zu kommen, aber Roman hatte ihm befohlen, in der Nähe des Fahrzeugs zu bleiben, für den Fall, dass jemand versuchen würde, unseren Ausgang zu blockieren. Ich habe den Grund verstanden. Jedes Mal, wenn wir etwas Wichtiges fanden, erschien jemand, bevor wir es nehmen konnten.

Roman griff nach der Türklinke, aber ich packte ihn am Arm.

"Warten."

Er sah mich an.

„Wenn jemand uns hier haben möchte, ist es genau das, was er erwartet, wenn er direkt hineingeht.“

Sein Gesichtsausdruck verschärfte sich. „Was schlagen Sie dann vor?“

Ich habe mir das Lager noch einmal angesehen. „Wir gehen zusammen rein.“

Für einen Moment veränderte sich etwas in seinem Gesicht. Vielleicht erinnerte er sich daran, wie anders die Dinge vor unserer Scheidung gewesen waren, als wir schwierige Situationen als Ehemann und Ehefrau gemeistert hatten und nicht als Fremde, die gezwungen waren, einander zu vertrauen.

Er nickte. "Zusammen."

Wir traten durch eine Seitentür ein, die kürzlich gewaltsam geöffnet worden war. Der Geruch von Staub und altem Metall erfüllte die Luft. Unsere Schritte hallten durch das leere Gebäude und jedes Geräusch veranlasste mich, mich umzudrehen.

Das Licht kam aus einem kleinen Büro am anderen Ende.

Roman hob die Hand und forderte mich schweigend auf, hinter ihm zu bleiben. Er stieß die Bürotür auf.

Es war niemand drinnen.

Aber auf dem Schreibtisch wartete etwas auf uns.

Ein schwarzer Ordner.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

Ich ging näher und sah das Etikett auf der Vorderseite.

A-0619.

„Die Akte“, flüsterte ich.

Roman hob es vorsichtig auf. „Das ist der, nach dem wir gesucht haben.“

Darin befanden sich Kopien von Bankunterlagen, Sicherheitsberichten, Firmendokumenten und Fotos. Die meisten von ihnen waren vor sechs Jahren datiert. Mehrere Seiten trugen Romans Namen, obwohl er sie nie unterzeichnet hatte.

Ich blätterte eine Seite um und erstarrte.

Es gab eine Transaktion zwei Wochen vor dem Tod seines Vaters. Geld war von einem Ashford-Konto auf einen privaten Treuhandfonds überwiesen worden.

Der Betrag war fast identisch mit dem Geld, das ich vor unserer Scheidung überwiesen hatte.

Roman hat es auch gesehen.

„Sie haben meinen Namen benutzt“, sagte er leise.

„Jemand hat es getan.“

Er blätterte weiter. „Und sie haben es getan, bevor mein Vater starb.“

Da bemerkte ich, dass immer wieder ein anderer Name auftauchte.

Victor Hale.

Ich hatte es schon einmal gehört, aber nur als Name, der mit den Finanzunterlagen von Romans Vater in Verbindung steht.

„Wer ist Victor Hale?“

Romans Gesichtsausdruck veränderte sich.

„Der Finanzberater meines Vaters.“

Ich sah ihn an. „Was ist mit ihm passiert?“

„Er ist verschwunden.“

"Wann?"

„Die Woche nach dem Unfall meines Vaters.“

Der Raum fühlte sich plötzlich kälter an.

Ich habe ein weiteres Dokument in die Hand genommen. Es handelte sich um einen Sicherheitsbericht aus der Unfallnacht. Mehrere Abschnitte waren verdunkelt, aber eine Linie war noch sichtbar.

Victor Hale war vor dem Vorfall im Lagerhaus anwesend.

Meine Finger schlossen sich fester um das Papier.

"Römisch."

Er las es und verstummte.

Dann rutschte ein weiteres Blatt aus der Mappe.

Es war eine handschriftliche Notiz.

HALTEN SIE ROMAN VON VICTOR FERN.

Ich sah Roman an. „Warum sollte dein Vater das schreiben?“

"Ich weiß nicht."

„Du hast gesagt, dein Vater hat Victor vertraut.“

„Das hat er.“

„Warum sollte er dann jemanden warnen, mich von ihm fernzuhalten?“

Roman antwortete nicht sofort. Er durchblätterte die übrigen Seiten, als könnte er dort eine versteckte Erklärung finden.

Dann sah ich etwas, das mir den Magen umdrehte.

Der jüngste Transfer.

Derselbe Betrag, den ich vor der Scheidung umgezogen hatte, war in den alten Unterlagen aufgeführt.

Roman starrte die Gestalt an.

„Sie haben die gleiche Transaktion bereits vor sechs Jahren vorbereitet.“

„Und dieses Mal hat jemand versucht, mich dafür verantwortlich zu machen.“

Er sah mich an.

Zum ersten Mal seit unserer Scheidung sah ich etwas in seinen Augen, das weder Wut noch Misstrauen war.

Furcht.

Bevor einer von uns etwas sagen konnte, gingen die Lichter aus.

Ich packte Romans Arm.

„Beweg dich nicht.“

Vor dem Büro kratzte etwas über den Boden.

Dann erklang eine Männerstimme aus der Dunkelheit.

„Du hättest nicht zurückkommen sollen.“

Roman zog mich hinter sich her. "Wer bist du?"

Es kam keine Antwort.

Ich hörte Schritte, die sich entfernten.

Roman eilte zur Tür, aber als wir den Flur erreichten, waren die Schritte verschwunden.

Wir kehrten ins Büro zurück.

Der Ordner war weg.

Meine Brust zog sich zusammen.

„Jemand hat uns beobachtet.“

Roman blickte auf das zerbrochene Fenster. „Sie wollten, dass wir es finden.“

Ich holte mein Handy heraus.

Eine neue Nachricht war eingetroffen.

Sie haben den richtigen Mann gefunden.

ABER SIE GEBEN IHNEN NOCH DEM FALSCHEN DIE SCHULD.

Eine weitere Nachricht erschien, bevor ich die erste verarbeiten konnte.

0619 war der Schlüssel deines Vaters.

Roman starrte auf den Bildschirm.

„Sein Schlüssel?“

Ich nickte.

Er griff langsam in seine Tasche und holte den alten silbernen Schlüssel heraus, den wir Tage zuvor gefunden hatten.

Darauf war die Nummer 0619 eingraviert.

Für einen Moment sprach keiner von uns.

Dann vibrierte mein Telefon erneut.

Diesmal gab es ein Foto.

Romans Vater stand vor sechs Jahren vor dem Lagerhaus. Neben ihm war Malcolm. Ein paar Meter hinter ihnen stand Victor Hale.

Aber die Botschaft unter dem Foto ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Dein Vater ist nicht wegen des Geldes gestorben.

Er ist gestorben, weil er herausgefunden hat, wer dahintersteckt.

Romans Telefon begann zu klingeln.

Unbekannte Nummer.

Er antwortete.

Die Stimme eines Mannes kam durch.

„Du hast nach Victor gesucht.“

Romans Gesicht verhärtete sich. „Wo ist er?“

„Fragen Sie Ihren Vater, warum er der Person vertraut hat, die ihn getötet hat.“

Der Anruf wurde beendet.

Ich starrte Roman an.

Er sah nicht mehr verwirrt aus.

Er sah ängstlich aus.

„Roman“, sagte ich leise. „Wem hat dein Vater vertraut?“

Er sah mich an und ich wusste an seinem Gesichtsausdruck, dass die Antwort bereits irgendwo in ihm steckte.

Das Telefon klingelte erneut.

Diesmal sagte dieselbe Stimme nur vier Worte.

„Du weißt bereits wer.“

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