LOGIN„Ich werde fortgehen …“, sagte er ruhig, und meine Finger, die auf seiner Brust gelegen hatten, erstarrten.„Fortgehen? Wohin genau?“, fragte ich. Die Worte gefielen mir ganz und gar nicht. Langsam setzte ich mich auf und sah ihn an.„Warum geht ihr alle fort? Ekele ich dich etwa auch an?“, fragte ich, während sich mein Herz schmerzhaft zusammenzog, als würde es sich auf einen Stich mitten ins Herz vorbereiten.„Anwidern …?“ Er setzte sich sofort auf und starrte mich an.„Wenn du mich anwidern würdest, würde ich nicht immer wieder zu dir zurückkommen“, sagte er streng und hielt dann inne. „Es geht um Zale, oder?“„Nein …“„Ich weiß …“, sagte er, stand auf und ließ mich auf dem Boden zurück.„Er wird es bereuen, das gesagt zu haben.“„Reyn, tu nichts“, platzte es aus mir heraus, beinahe schon defensiv. Doch plötzlich drehte er sich um und starrte mich an.„Serena, bin ich für dich immer noch nur ein Bruder …?“Ich erstarrte für eine ganze Minute, vielleicht sogar länger. Mein Körper wu
[Systemunterbrechung] Der Signalton erklang in meinem Kopf. Es war keine Unterbrechung, sondern lediglich ein abruptes Ende dessen, was ich gerade zu begreifen begann.Aber warum vermischten sich diese Erinnerungen mit denen aus Serenas früherem Leben? Wir waren zwei verschiedene Seelen. Oder etwa nicht? Mein Leben schien sich jedenfalls ganz so anzufühlen, als wäre alles meins.[Du hast es endlich begriffen, Host …] Die Stimme des Systems erklang leise, ganz anders als sonst, wenn es laut und nervtötend war. Langsam richtete ich mich auf und setzte mich hin, während ich meine Hände fest vor mir verschränkte.„Was begriffen?“, fragte ich langsam, als wäre ich mir der Antwort bereits unsicher. „Wag es ja nicht, jetzt aufzuhören! Ich schwöre, ich werde dir folgen – …“[Du musst nicht schwören, Host. Diese Wahrheit wird dich allerdings deine verbleibenden SP kosten.]„Die SP sind sowieso nutzlos. Sag es mir einfach“, drängte ich, während sich bereits sämtliche Muskeln meines Körpers ansp
„Faules Jungtier“, flüsterte Reyns Stimme in mein Ohr, und ich erstarrte. War er nicht eigentlich schon drin? Was zum Teufel macht er hinter mir? „Du bist gelaufen wie ein verstoßenes Huhn“, fügte er hinzu, und ich ging weg, um mich ihm zuzuwenden.„Du bist gegangen...“„Weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte“, sagte er schnell, aber der defensive Unterton, auf den ich gewartet hatte, war nirgends zu spüren. Er klang... ehrlich.Wirklich, keine nervigen Sprüche von Reyn, ich schätze, die Geschichte wird neu geschrieben. Ich drehte mich um und ging ins Dorf hinein. Ihre Willkommensrufe schallten in alle Richtungen, bis ich die Gerichtshalle erreichte, wo eine bestimmte blau geschuppte, schimmernde Gestalt stand.Ich blieb stehen, blickte zu ihm auf, und unsere Blicke trafen sich. Ein Lächeln erschien auf meinem Gesicht, aber er blieb neutral, die Hand hinter dem Rücken verschränkt.„Du bist zurück“, sagte er ruhig und machte schließlich einen Schritt nach vorn. Ich sagte nicht
„Das kannst du nicht ernst meinen...“, stöhnte ich und setzte mich wieder auf. Natürlich hatte das System immer ein perfektes Timing.„Was?“, fragte Reyn hinter mir, und ich drehte mich schnell um und schüttelte den Kopf. Seine Augenbrauen waren in Falten gelegt, und er beugte sich vor.„Ich dachte mir nur, dass Zeke allein im Wald ist, und wir sollten lieber zur Siedlung zurückkehren, bevor Zale sich Sorgen macht“, stotterte ich schnell und sprang auf, während ich schon durch die Blätter ging.„Und Reyn, es ist nichts passiert. Das war nur ein Anflug ungezähmter Emotionen.“ Ich hielt inne, meine Lippen zogen sich zu einer dünnen Linie zusammen. „Wir sind immer noch Geschwister, die lieben...“„...Geschwisterliebe“, murmelte er, obwohl sein Fuchsohr auf seinem Kopf herabhing und seine Stimme ungewöhnlich leise war. „Ich weiß“, fügte er hinzu, während ich nickte und schnell wegschaute.Der Rückweg zu der Lichtung, auf der Zeke stand, verlief ruhig. Reyn nahm einen anderen Weg, wahrsche
Meine Nasenlöcher blähten sich, als ich Luft einsog, um meine Lungen zu füllen, dann blickte ich langsam zu den beiden Männern in der Ferne auf,„Serena...“ Seine Stimme hallte immer und immer wieder in meinem Kopf wider und ich lächelte schwach, während sich die Welt drehte. „Serena...“, rief ihre gemeinsame Stimme, gefolgt von schweren Schritten, die auf den trockenen Sand traten.Die Dunkelheit verschlang mich völlig und ich stöhnte innerlich auf, während ich mich ihr ergab. Meine Augen flatterten auf, was sich wie Minuten, wahrscheinlich aber nur Sekunden später anfühlte.Die Blätter über mir wogten in einem beruhigenden Rhythmus und ich entspannte mich in der Wärme der Arme, die mich fest hielten.„Reyn...“, rief ich leise, meine Stimme von seinen Lagen harter Haut gedämpft, und er brummte zur Antwort, während sein Blick auf mich herabfiel. „Bist du verletzt...?“, fragte ich und blickte schließlich zu ihm auf.Er schüttelte den Kopf, und ich setzte mich auf, nahm sein Gesicht in
„Reyn“, flüsterte ich, und mein Kopf wandte sich rasch, aber sofort blieb mein Blick an den zwei Gestalten haften, die in der Ferne hinterherliefen – ein weiterer Befehl. „Beweg dich“, sagte Reyn neben mir, und ich bewegte mich schnell, meine Beine trugen mich vorwärts, selbst als ich wollte, dass sie anhalten. „Serena...“ Ein weiterer Ruf ertönte von hinten, und diesmal unverkennbar Reyns Stimme. [Zwei Reyns, wie paranoid kann ich sein? Dämliche Beine, hört einfach verdammt noch mal auf!], schrie ich innerlich, während ich jede Sekunde weiter Raum gutmachte. Reyns Hand glitt in meine und drückte fest zu. Er tat einen Schritt nach vorn, seine kalte Haut bildete einen krassen Kontrast zu meiner. [Hör verdammt noch mal auf, mich zu ziehen...], schrie ich, obwohl ich wusste, dass jetzt nur ich mich selbst hören konnte. Da plötzlich ein Blitz, so schnell, dass meine Augen ihn kaum registrieren konnten. Das kann ich mir unmöglich ausdenken, oder? Seine Haut veränderte sich, wurde vö