Mias PerspektiveMein Vater hatte sich nicht verändert. Kein Stück.Er stand in der Mitte dessen, was früher unser Wohnzimmer gewesen war, jeder Zentimeter der erfolgreiche Geschäftsmann in seinem maßgeschneiderten anthrazitfarbenen Anzug. Dieselbe starre Haltung, dieselben kalten Augen, dieselbe Aura ewiger Enttäuschung, wenn er mich ansah. Nur das Silber, das sich durch seine Schläfen zog, deutete auf den Lauf der Zeit hin.Der Raum selbst hatte sich seit meiner Kindheit komplett verwandelt. Mamas geliebte Aquarelle waren durch teure abstrakte Stücke ersetzt worden, die Taylors Mutter bevorzugte. Die warmen, gemütlichen Möbel waren weg, ausgetauscht gegen glattes Leder und Chrom, das zu ihren anspruchsvollen Geschmäckern passte. Sogar die Luft fühlte sich anders an – nicht mehr der subtile Duft von Mamas Lieblingsjasmintee, sondern etwas Künstliches, Designer, gewählt, um zu beeindrucken statt zu trösten.Taylor saß auf der Armlehne von Papas Lieblingsesselstuhl aus Leder, demsel
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