Kai blieb. Nicht für eine Nacht. Nicht wie ein Geist, der mit Sonnenaufgang verschwand. Er blieb einfach. Als wäre es das Natürlichste der Welt, dass plötzlich ein weiterer Junge mit bernsteinfarbenen Augen bei uns am Frühstückstisch saß. Und vielleicht war genau das das Seltsamste daran. Niemand stellte Fragen, die wirklich beantwortet werden mussten. Denn tief in uns wussten wir längst: Manche Menschen kommen nicht zurück, weil Regeln es erlauben. Sondern weil Liebe sie irgendwann wiederfindet. Am ersten Abend bereitete Noah Carter das Gästezimmer vor. Doch als er mit den frischen Decken den Flur entlangging, blieb Kai plötzlich stehen. Mitten im Gang. Vor der letzten Tür. Der einzigen Tür im Haus, die wir nie benutzt hatten. Nicht absichtlich. Es hatte einfach nie jemand vorgeschlagen. Ein schmaler weißer Rahmen. Immer geschlossen. Immer still. Kai starrte sie an. Sein Gesicht wurde blass. „Was ist da drin?“, fragte Jonas sofort neugierig. Ich wollte antworte
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