LOGINLena Carter glaubte, ihr Leben endlich unter Kontrolle zu haben — bis ein einziger Abend alles zerstört. Ein mysteriöses Testament, ein Milliardenimperium und ein Mann, der gefährlicher ist als jedes Geheimnis, zwingen sie in eine Welt, von der sie nie wusste, dass sie existiert. Noah Carter ist jung, unverschämt reich und eiskalt. Die Presse nennt ihn den unnahbaren Erben eines der mächtigsten Familienimperien Europas. Doch hinter seinen bernsteinfarbenen Augen verbirgt sich etwas Dunkleres: eine Wahrheit, die seit Jahrzehnten begraben liegt — und Lena steht im Zentrum davon. Als zwischen ihnen eine verbotene Leidenschaft entfacht, geschehen Dinge, die unmöglich sein dürften. Berührungen lösen silbernes Licht aus. Tote kehren zurück. Erinnerungen tauchen auf, die nie passiert sein können. Und plötzlich erfährt Lena, dass ihr Leben Teil eines grausamen Experiments ist, das Generationen überdauert hat. Noch schlimmer: Sie ist schwanger. Doch das Kind, das sie trägt, könnte nicht nur der Schlüssel zu einem Milliardenvermögen sein — sondern zu einer Macht, für die Menschen töten, lügen und sogar die Zeit selbst brechen. Gefangen zwischen zwei Versionen desselben Mannes, einer geheimen Organisation und einer Liebe, die bereits in vier Leben gescheitert ist, muss Lena sich entscheiden: Vertraut sie dem Mann, den sie liebt? Oder dem Mann, der behauptet, sie schon gekannt zu haben, bevor sie geboren wurde? Ein leidenschaftlicher Roman voller verbotener Liebe, dunkler Familiengeheimnisse, Zeitschleifen und einer Wahrheit, die alles zerstören könnte. Manche Liebesgeschichten enden mit einem Kuss. Diese beginnt mit einem Tod.
View MoreDer Regen prasselte so heftig gegen die Windschutzscheibe meines alten Wagens, dass ich kaum die Straße erkennen konnte. Meine Finger umklammerten das Lenkrad, während mein Blick immer wieder auf die kleine weiße Schachtel auf dem Beifahrersitz fiel.
Darin lag der Ring.
Der Ring, den ich seit drei Monaten in meiner Handtasche versteckt hatte, weil ich heute endlich den perfekten Moment gefunden hatte, Daniel Hayes zu sagen, dass ich ja sagen würde.
Nicht, dass er mich je gefragt hätte.
Daniel und ich waren seit sechs Jahren zusammen. Seit dem College. Seit den Tagen, als wir uns billige Nudeln teilten und davon träumten, irgendwann ein besseres Leben zu haben. Er hatte immer gesagt, wenn er den richtigen Job hätte, würde er mich heiraten. Und ich hatte immer gewartet. Geduldig. Treu. Dumm.
Heute hatte er mir geschrieben:
„Komm früher nach Hause. Ich habe eine Überraschung für dich.“
Mein Herz hatte den ganzen Tag schneller geschlagen. Selbst im Büro von Adrian Blackwood, wo jede Minute ein Albtraum war, hatte ich gelächelt. Mein Chef war ein Tyrann, der selbst das Atmen seiner Angestellten als persönliche Beleidigung empfand. Aber heute war mir egal gewesen, wie oft er mich angeschrien hatte.
Denn ich dachte, heute würde Daniel mir endlich einen Antrag machen.
Ein dummes, naives Mädchen.
Als ich vor unserem Apartment parkte, war das Wohnzimmerlicht an. Ein warmes, goldenes Leuchten hinter den Vorhängen. Mein Herz flatterte. Ich nahm die Ringschachtel in die Hand, strich mein zerknittertes Kleid glatt und lächelte, obwohl ich völlig durchnässt war.
Vielleicht hatte er Kerzen angezündet.
Vielleicht stand er dort mit Blumen.
Vielleicht würde heute endlich alles gut werden.
Kaum schloss ich die Wohnungstür auf, hörte ich es.
Ein leises Geräusch.
Ein Keuchen.
Dann ein Lachen.
Weiblich.
Ich erstarrte.
Mein Atem stockte. Für einen Moment dachte ich, der Fernseher wäre an. Oder vielleicht ein Video auf seinem Handy.
Doch dann hörte ich Daniels Stimme.
Tief. Heiser. Vertraut.
„Du bist verrückt, Mia.“
Mia.
Mein ganzer Körper wurde eiskalt.
Die Ringschachtel glitt aus meiner Hand und fiel mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden.
Ich bewegte mich wie in Trance den Flur entlang. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde ich durch Wasser laufen. Langsam. Schwer. Unwirklich.
Die Schlafzimmertür stand einen Spalt offen.
Und ich wünschte, ich hätte sie nie aufgestoßen.
Mein Verlobter lag in unserem Bett.
Nackt.
Sein Rücken war verschwitzt, seine Hände glitten über die Taille einer Frau, die unter ihm lag — einer Frau, deren langes schwarzes Haar ich überall erkennen würde.
Meine Schwester.
Mia Carter drehte den Kopf zur Tür. Ihre Lippen waren geschwollen, ihre Wangen gerötet. Und statt Scham zu zeigen, lächelte sie.
Ein verdammtes Lächeln.
Daniel fuhr herum. Sein Gesicht verlor jede Farbe.
„Lena—“
Ich wusste nicht, wer von uns zuerst schrie.
Vielleicht ich.
Vielleicht er.
Vielleicht brach nur in diesem Moment alles in mir zusammen.
„Was zum Teufel ist das?“ Meine Stimme zitterte so sehr, dass ich mich selbst kaum erkannte.
Daniel sprang aus dem Bett, griff panisch nach seiner Hose. „Es ist nicht so, wie es aussieht.“
Ich lachte. Ein bitteres, hässliches Geräusch, das eher wie ein Schluchzen klang.
„Nicht so, wie es aussieht?“ Ich deutete auf das Bett. „Du fickst meine Schwester in unserem Bett, Daniel! Wie genau soll das denn sonst aussehen?“
Mia zog langsam die Decke über ihren nackten Körper, aber ihr Gesicht blieb kalt.
Fast gelangweilt.
„Du übertreibst“, sagte sie.
Ich starrte sie an.
Mein eigener Blutdruck rauschte in meinen Ohren.
„Übertreibe?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Er liebt dich schon lange nicht mehr, Lena. Du warst nur zu blind, es zu merken.“
Diese Worte trafen mich härter als ein Schlag.
Daniel fuhr sie an. „Mia, halt den Mund!“
Aber es war zu spät.
Ich sah ihn an. Und in seinen Augen lag nicht der Schock eines Mannes, der einen Fehler gemacht hatte.
Sondern die Schuld eines Mannes, der seit langer Zeit gelogen hatte.
Meine Knie wurden weich.
„Wie lange?“ flüsterte ich.
Daniel schwieg.
Ich trat einen Schritt zurück. „Wie lange, Daniel?“
Sein Blick senkte sich.
Und genau das war Antwort genug.
Mia lächelte wieder. Dieses grausame kleine Lächeln.
„Sieben Monate.“
Mir wurde übel.
Sieben Monate.
Sieben Monate hatte ich Überstunden gemacht, um unsere Rechnungen zu bezahlen. Sieben Monate hatte ich ihm geglaubt, wenn er sagte, er müsse länger arbeiten. Sieben Monate hatte meine eigene Schwester mich umarmt, mit mir Kaffee getrunken und so getan, als wäre sie meine Familie.
Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen.
Daniel kam einen Schritt auf mich zu. „Lena, bitte—“
„Fass mich nicht an!“
Ich schrie so laut, dass selbst ich zusammenzuckte.
Tränen liefen mir über das Gesicht, aber ich wischte sie nicht weg. Ich wollte nicht vor ihnen weinen. Nicht vor diesen beiden.
Ich drehte mich um und rannte.
Barfuß. Ohne Jacke. Ohne Tasche.
Hinter mir rief Daniel meinen Namen, aber ich hörte nicht auf.
Erst als ich draußen im Regen stand, mitten auf dem Parkplatz, begriff ich, dass ich zitterte.
Mein ganzes Leben war in dieser Wohnung gewesen.
Sechs Jahre Liebe.
Sechs Jahre Opfer.
Sechs Jahre Lügen.
Mein Handy vibrierte in meiner Manteltasche. Ich zog es mit tauben Fingern hervor.
Eine Nachricht.
Von Adrian Blackwood.
Nur ein Satz.
„Wenn Sie morgen wieder zu spät kommen, brauchen Sie gar nicht erst zu erscheinen.“
Ich starrte auf die Worte.
Dann lachte ich hysterisch.
Mein Freund hatte mich betrogen. Mit meiner Schwester.
Und mein skrupelloser Milliardär-Chef drohte mir mitten in meinem Zusammenbruch mit Kündigung.
In diesem Moment wusste ich nicht, dass genau dieser Mann mein Leben in wenigen Tagen komplett zerstören würde.
Oder dass ich bald sein dunkelstes Geheimnis tragen würde.
In meinem Bauch.
Ein Jahr verging. Langsam. Und gleichzeitig viel zu schnell. --- Der Wald blieb. --- Die Wege blieben. --- Die Häuser standen noch immer. --- Doch sie waren anders geworden. --- Oder vielleicht waren es die Menschen. --- Aren wusste es nicht. --- Manche Veränderungen ließen sich nicht messen. --- Man konnte sie nur fühlen. --- Und genau so war es mit Eichenruh. --- Das Haus stand noch immer zwischen den Bäumen. --- Doch die Türen schlugen nicht mehr von selbst zu. --- Die Uhren tickten nicht mehr. --- Und die Flure wirkten nicht länger wie Orte, die auf jemanden warteten. --- Zum ersten Mal war Eichenruh einfach ein Haus. --- Ein altes Haus. --- Ein stilles Haus. --- Ein friedliches Haus. --- Aren besuchte es trotzdem. --- Nicht jeden Tag. --- Nicht einmal jeden Monat. --- Aber oft genug. --- Denn manche Orte wurden Teil eines Menschen. --- So wie manche Menschen Teil einer Geschichte wurden. --- An diesem Morgen war er nicht allein.
Elias verschwand. Nicht in einem Blitz. Nicht in einem Sturm aus Magie. Nicht in einem dramatischen Auflösen aus Licht. --- Er war einfach da. --- Und dann nicht mehr. --- Als hätte der Wald einen tiefen Atemzug genommen. --- Und ihn sanft fortgetragen. --- Die Tür war geschlossen. --- Der schwarze Schlüssel lag reglos im Schloss. --- Die Ruinen des Turms standen still. --- Kein Licht mehr. --- Keine Stimmen. --- Kein Flüstern. --- Nur Wind. --- Ein gewöhnlicher Wind. --- Zum ersten Mal seit langer Zeit. --- Niemand sprach. --- Die Gruppe stand auf der Lichtung. --- Und starrte auf den Ort, an dem Elias gestanden hatte. --- Aren wusste nicht, wie lange sie dort blieben. --- Minuten. --- Vielleicht Stunden. --- Zeit fühlte sich plötzlich anders an. --- Ruhiger. --- Leichter. --- Dann trat Leon vor. --- Langsam ging er zur Tür. --- Legte eine Hand auf den kalten Stein. --- Und schloss die Augen. --- „Danke.“ flüsterte er. ---
Elias ging weiter. Langsam. Ruhig. Mit dem schwarzen Schlüssel in der Hand. --- Niemand hielt ihn auf. --- Niemand rief seinen Namen. --- Niemand versuchte, ihn zu überzeugen. --- Denn Vertrauen bedeutete manchmal genau das: --- Jemanden selbst entscheiden zu lassen. --- Der Wald war inzwischen von goldenem Licht erfüllt. --- Die Bäume wirkten wie Schatten. --- Die Welt wirkte unwirklich. --- Als würden sie zwischen zwei Geschichten stehen. --- Der alten. --- Und der neuen. --- Elias erreichte die Lichtung vor dem Turm. --- Oder dem, was von ihm übrig war. --- Überall lagen Steine. --- Zerbrochene Mauern. --- Verwitterte Säulen. --- Jahrhunderte Geschichte, die zu Staub wurde. --- Und mitten darin stand die Tür. --- Offen. --- Wartend. --- Die Millionen Stimmen dahinter flüsterten weiter. --- Nicht laut. --- Nicht fordernd. --- Ein endloses Murmeln. --- Wie Regen. --- Wie Wind. --- Wie Erinnerungen. --- Die Gruppe blieb einig
„Elias.“ Der Name blieb im Raum stehen. --- Nicht wie ein Zauber. Nicht wie eine Prophezeiung. --- Einfach wie ein Name. --- Und genau deshalb war er so wichtig. --- Denn Namen machten aus Geschichten Menschen. --- Und aus Einsamkeit jemanden, den man ansprechen konnte. --- Elias. --- Zum ersten Mal hatte das Wesen nicht nur Millionen Erinnerungen. --- Zum ersten Mal hatte es auch eine eigene. --- Seine. --- Draußen veränderte sich der Wald. --- Die Lichtgestalten bewegten sich langsamer. --- Ruhiger. --- Nicht mehr ziellos. --- Nicht mehr suchend. --- Als hätten sie gespürt, dass etwas geschehen war. --- Etwas Bedeutendes. --- Etwas, das selbst der Turm verstand. --- Denn obwohl weiter Steine herabstürzten, wirkte sein Leuchten nun anders. --- Sanfter. --- Wärmer. --- Fast friedlich. --- Leon trat neben Elias. --- Die beiden standen am Fenster. --- Der Mann, der jahrzehntelang gewacht hatte. --- Und das Wesen, das jahrzehntelang ge
Das Wasser schloss sich über uns.Kein Aufprall.Kein Kampf.Einfach Dunkelheit.Und dann — Stille.Ich hätte ertrinken müssen.Noah Carter hätte ertrinken müssen.Doch das Meer war kein Meer.Nicht hier.Es war ein Ort zwischen Erinnerungen.Zwischen Entscheidungen.Zwischen Leben, die nie begonne
Ich starrte auf das Dokument in meinen Händen, bis die Buchstaben verschwammen.Begünstigter bei erfolgreichem Vertragsabschluss: Mia Carter.Meine Schwester.Es war kein Missverständnis.Kein Zufall.Daniel hatte sich diesen Job nicht gesucht, um seine Karriere zu retten. Er hatte ihn angenommen,
Ich hatte in dieser Nacht nicht geschlafen.Nicht eine Minute.Ich saß bis zum Morgengrauen auf der harten Holzbank an der Bushaltestelle gegenüber unserem Apartment und starrte in den Regen, der ununterbrochen auf den Asphalt trommelte. Meine Kleidung war längst getrocknet, aber die Kälte war gebl
Der Regen prasselte so heftig gegen die Windschutzscheibe meines alten Wagens, dass ich kaum die Straße erkennen konnte. Meine Finger umklammerten das Lenkrad, während mein Blick immer wieder auf die kleine weiße Schachtel auf dem Beifahrersitz fiel.Darin lag der Ring.Der Ring, den ich seit drei






reviews