Schatten und BlutKnox' SichtEs war stiller als sonst, als Tessa auftauchte. Schon wieder. Ihre Anwesenheit war ein Fluch, ein Gift, das ich schon riechen konnte, bevor ich sie sah. Parfüm, Rauch, Arroganz – all das haftete ihr an wie eine zweite Haut. Sie schritt in mein Büro, als gehöre sie dorthin, ihre Absätze klackten auf dem Parkettboden, ihr Haar makellos, die Lippen in einem Rot geschminkt, das nichts Gutes verhieß.„Knox“, schnurrte sie und gab sich königlich. „Der Rat hat mich geschickt.“ Ihr Tonfall war selbstgefällig, voller geübter Macht. Es war die gleiche alte Leier, eine Erinnerung an ihre Autorität. Ich blickte nicht auf. Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, die Stiefel auf dem Schreibtisch, eine Zigarette zwischen den Fingern. Die Gleichgültigkeit war nicht gespielt, glaubt mir. Es war einfach der einzige Weg, sie zu ertragen, der einzige Weg, sie nicht innerlich zu zerreißen.Sie hasste es, ignoriert zu werden. Ich sah, wie sie die Stirn runzelte, nur ganz leic
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