Die Veröffentlichung von Olivias Notizen war nicht das, was Clara zunächst geplant hatte. Sie hatte sich eine kleine, diskrete Ausgabe vorgestellt, vielleicht fünfzig Exemplare, gedruckt von einem kleinen Berliner Verlag, den Isabella kannte, der auf genau diese Art von Dokumenten spezialisiert war: privat bedeutsame Texte, die eine physische, permanente Form verdienten, ohne den Druck des Markts. Sie hatte die Notizen mit einem kurzen Vorwort versehen, das sie selbst geschrieben hatte, präzise und ohne Sentimentalität, in dem sie erklärte, was diese Notizen waren, wer Olivia Bennett war, und warum die Aufzeichnung wichtig war. Was sie nicht antizipiert hatte, war Katrins Reaktion. Katrin hatte die Notizen gelesen, nachdem Clara sie ihr im Januar geschickt hatte, zunächst aus professioneller Neugier, dann, wie sie später erklärte, aus dem einfachen Grund, dass sie nicht aufhören konnte. Sie rief Clara an einem Freitagabend an, zu einer Uhrzeit, zu der Katrin normalerweise nicht ar
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