~Cressida In der Nacht, in der ich mich Lucian widersetzte, weinte ich mich in den Schlaf. Die Stunden verschwammen zu einem Wirrwarr aus heißen Tränen, bruchstückhaften Erinnerungen und Träumen, die sich wie Messer in mir drehten. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, verfolgte mich Lucians Gesicht. Der goldene Schimmer in seinen Augen, die rohe Wut, die seine Züge verzerrte, die Art, wie seine Stimme zu jenem tödlichen Knurren gesunken war, als ich es gewagt hatte, Nein zu sagen. Als das schwache Morgenlicht durch das Fenster meines alten Zimmers kroch, fühlten sich meine Augen geschwollen und sandig an, meine Kehle war vom Schluchzen rau. Ich lag zusammengerollt unter den dünnen Decken und starrte auf die vertrauten Steinwände. Erst gestern war ich in Lucians Gemächern erwacht, eingehüllt in seine Wärme und den Duft von Zedernholz und Rauch. Jetzt war ich wieder hier, allein. Der Gedanke ließ einen stechenden Schmerz durch meine Brust schießen. Vor zwei Wochen hätte ich die
Last Updated : 2026-07-09 Read more