Regel Nummer eins stammte von Marie: getrennte Schlafzimmer, unverletzbares Gebiet. Eine rote Linie mitten durch die Wohnung, die sie gemeinsam ausgesucht, eingerichtet und zwei Jahre lang bewohnt hatten.»Wenn wir noch drei Monate unter einem Dach leben müssen, brauchen wir Grenzen.«Thomas hatte nur genickt. Dieses kleine, gleichgültig wirkende Nicken machte sie wahnsinnig.Das war eine Woche her. Er schlief widerspruchslos auf dem ausziehbaren Sofa, sie im Bett, dessen Laken noch immer nach ihm rochen. Tagsüber begegneten sie sich im Flur, streiften sich in der Küchentür. Er spülte mit nacktem Oberkörper, kam morgens nur mit einem Handtuch um die Hüften aus dem Bad. Dann presste Marie beim Frühstück die Oberschenkel zusammen.Mit achtundzwanzig waren beide erwachsen genug, ihre eigenen Regeln aufzustellen. Nur nicht vernünftig genug, sie einzuhalten.Er wusste genau, was er tat. Sie konnte sich jedoch nicht beschweren, denn sie hatte Schluss gemacht. Wegen der kleinen Blondine aus
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