Der Brief glimmte in den Flammen und kräuselte sich schwarz. Emilia dachte, es müsste sich wie ein Sieg anfühlen. Doch als sie in Luciens Gesicht blickte – schweißnass und hin- und hergerissen zwischen Hunger und Kummer –, wusste sie, dass sie lediglich die Lunte gelegt hatten.Am nächsten Morgen war er still. Zu still.Er spaltete Holz mit heftiger Gewalt, als könnte jeder Hieb das Echo von Raphaels Worten zum Verstummen bringen. Emilia arbeitete im Garten, bis ihre Knie bluteten, aufgerissen von Steinen, die in der Erde verborgen lagen. Keiner von beiden sprach über die vergangene Nacht, doch zwischen ihnen hatte sich ein Schweigen ausgebreitet, so dicht wie der Weihrauch in einer unbelüfteten Kapelle.Auch die Vertrautheit, die sie zueinander hingezogen und verbunden hatte, fehlte. Seit jener Nacht, in der Lucien den Brief verbrannt hatte, hatten sie nicht mehr miteinander geschlafen.Am dritten Tag hielt sie es nicht mehr aus.„Du hast ihn verbrannt“, sagte sie, während sie ihr ka
最後更新 : 2026-08-08 閱讀更多