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2: Die geweihte Sünde

Author: Mercy Babe
last update publish date: 2026-08-08 00:42:34

Um Mitternacht war die Kapelle ein Gewölbe aus Schatten, still und regungslos, als hielte die Welt selbst den Atem an. Die Luft war schwer vom Duft des Weihrauchs und der leichten, wachsartigen Süße der Kerzen, die auf dem Altar niederbrannten. Ihre Flammen flackerten leise und sandten dünne Rauchfahnen empor; das Wachs rann in langsamen Tränen herab und sammelte sich wie geschmolzener Kummer an ihrem Fuß.

Schwester Emilia stand vor der Statue der Jungfrau; ihre nackten Füße fühlten sich kalt a
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  • Gelüste und verbotene Genüsse   14: Knie nieder – der letzte Fall.

    Der Raum schien auf das rote Blinken des Zünders zu schrumpfen.Elodies Herz hämmerte, als sie sah, wie Ciaran seine Waffe senkte. Jeder Muskel in seinem Körper schrie nach Widerstand, doch er ließ die Waffe dennoch fallen; das schwere Aufschlagen hallte wie Verrat wider.„Nein“, flüsterte sie und schüttelte den Kopf. „Tu es nicht …“„Still“, krächzte er, ohne Rourke auch nur einen Augenblick aus den Augen zu lassen. Dann ging Ciaran langsam und bedächtig in die Knie.Ein breites, triumphierendes Grinsen breitete sich auf Rourkes Gesicht aus. „Da haben wir es. Das Biest, endlich an der Leine.“ Er trat näher, genoss jede Sekunde, den Zünder wie eine Krone in der Hand haltend. „Ich habe dich schon einmal vor den Flammen in die Knie gezwungen. Ich werde dich wieder in die Knie zwingen – und diesmal vor ihr.“Elodie stockte der Atem. Das Bild – die Vergangenheit – schnitt wie Glas durch ihre Brust. Sie wollte Ciaran anschreien, er solle kämpfen, aufstehen, alles sein, nur nicht gebrochen.

  • Gelüste und verbotene Genüsse   13: In der Stille.

    Das Bett war zu groß für sie beide, und doch fühlte es sich irgendwie zu klein an. Die Laken hatten sich um ihre Körper geschlungen, waren feucht vor Schweiß und trugen den schwachen Geruch von Rauch, der an ihrer Haut haftete.Elodie lag halb an ihn geschmiegt; ihre Wange ruhte auf den Narben, die seinen Brustkorb durchzogen. Sie fuhr mit den Fingerspitzen darüber – ohne zu zucken, ohne Mitleid, einfach nur berührend. Sie erkundete ihn, als wäre er mehr als nur Wunden, mehr als nur Gewalt.Ciarans Hand ruhte in ihrem Nacken – besitzergreifend, selbst im Schlaf. Doch er schlief nicht. Sein Atem ging unregelmäßig, gefangen zwischen Erschöpfung und Wachsamkeit.„Du starrst“, murmelte er.„Ich präge es mir ein“, flüsterte sie.Seine Lippen verzogen sich, ohne jede Heiterkeit. „In Ruinen liegt nichts Schönes.“Sie hob den Kopf und sah ihm in die Augen. „Im Überleben liegt alles Schöne.“Die Worte rührten etwas in ihm auf. Ausnahmsweise antwortete er nicht mit einem spöttischen Lächeln ode

  • Gelüste und verbotene Genüsse   12: Asche und Stille

    Das Feuer fraß sich noch immer in den Himmel, als sie aus dem Lagerhaus taumelten. Rauch kräuselte sich in schwarzen Bändern empor und trug den beißenden Geruch von verkohltem Stahl und Blut mit sich. In der Ferne heulten Sirenen – zu weit weg, um eine Rolle zu spielen, zu spät für eine Rettung.Elodies Lungen brannten, als hätte sie die Flammen selbst verschluckt. Ihre Knie knickten auf dem rissigen Asphalt ein, ihre Handflächen schürften über den Beton. Ciaran wankte nicht. Er stand einfach über ihr, ein drohender Schatten; seine Brust hob und senkte sich schwer, sein Gesicht hinter der rußverschmierten Halbmaske war undurchdringlich.„Steh auf“, sagte er mit heiserer Stimme.Ihr Körper gehorchte, noch bevor ihr Verstand es tat. Wut gab ihren zitternden Beinen Halt. „Das war’s? Keine Erklärung? Kein …“ Sie biss sich fest auf die Lippe und schmeckte Eisen. „Keine Wahrheit?“Er drehte den Kopf; die Maske glänzte im unheilvollen Schein des Feuers. „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunk

  • Gelüste und verbotene Genüsse   11: Die Wahrheit des Geistes.

    Die Konfrontation zog sich in die Länge, schwer von Schießpulverrauch und Stille.Ciaran rührte sich nicht; seine Waffe war auf den Eindringling gerichtet. Die Narben an seinem Kiefer spannten sich, sein Körper war bereit zu töten. Doch der Name, den er ausgespuckt hatte – Rourke –, hing wie ein Fluch in der Luft, scharf genug, um selbst seine Selbstbeherrschung zu durchbrechen.Rourke stieg lässig über die Leichen, die auf dem Boden lagen, ohne auch nur einen Blick auf die Männer zu werfen, die Ciaran niedergemetzelt hatte. Seine Schuhe knirschten auf Glasscherben. Sein Lächeln wirkte beinahe höflich.„Immer effizient“, sagte Rourke gedehnt. „Deshalb habe ich dich damals ausgewählt. Deshalb sind dir die anderen gefolgt. Du konntest tun, wozu sie nicht in der Lage waren.“„Lass es“, fuhr Ciaran ihn an. Seine Stimme war nun tiefer, dunkler.Doch Rourke hob nur eine Augenbraue. Sein Blick glitt zu Elodie, die an die Wand gepresst dastand; ihr Puls hämmerte, während sie versuchte, sich e

  • Gelüste und verbotene Genüsse   10: Der zweite Abstieg.

    Die Stille war unerträglich.Ciaran stand da wie ein Sturm, der kurz vor dem Ausbruch stand: die Schultern angespannt, die Fäuste zitternd, den Blick auf sie gerichtet mit einem Hunger, der heißer brannte als Feuer. Elodie spürte es in der Luft – diesen Sog, diese Unausweichlichkeit. Jedes Wort, das sie gewechselt hatten, jedes Geständnis, das eigentlich nicht hatte fallen sollen, hatte sie an diesen Punkt geführt.Sie rührte sich nicht. Das musste sie auch nicht. Er verlor zuerst die Beherrschung.Ciaran überbrückte die Distanz zwischen ihnen mit zwei Schritten und presste seinen Mund hart auf ihren. Der Kuss war brutal, verzweifelt – als versuchte er, die Wahrheit zum Schweigen zu bringen, die sie ihm entlockt hatte. Seine Hände krallten sich in ihr Haar, rissen ihren Kopf zurück und entblößten ihren Hals für seine Zähne.Elodie stöhnte an seinem Körper auf, während sich ihre Fingernägel in die vernarbten Muskeln seiner Schultern gruben. Es gab kein Zögern, keinen Raum für Gedanken.

  • Gelüste und verbotene Genüsse   9: Die Maske durchbrechen.

    Elodie ging nicht.Sie stand wie angewurzelt im Türrahmen des Trainingsraums, zitterte noch immer; ihr Körper gezeichnet von der Prüfung, der er sie unterzogen hatte. Ihre Bluse stand offen, die Handgelenke waren geprellt, die Haut schmerzte von Leder und Zähnen. Sie hätte in ihre Gemächer zurückkehren, das Feuer in ihren Adern hinunterschlucken und so tun sollen, als hätte diese Nacht nie stattgefunden.Doch etwas in Ciarans Stimme – *bevor ich tue, wovon ich geschworen habe, es nicht zu tun* – ließ ihr keine Ruhe.*Fall.*Das Wort war keine Drohung. Es war ein Geständnis.Und sie würde nicht zulassen, dass er es unter Eisen und Schatten begrub.Anstatt sich also zurückzuziehen, folgte sie ihm. Die Treppe hinauf, den Flur entlang, bis zur schweren Eichentür seiner privaten Suite.Er schloss sie nicht ab.Das allein war Einladung genug.Ciaran stand am Fenster, als sie eintrat; die Maske saß wieder an ihrem Platz, seine breiten Schultern waren angespannt, als trüge er die ganze Stadt

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