Der Wind über der Kuppel des Michaelerplatzes war kein bloßer Luftzug — er glich einer eisigen Klinge, die durch die Wiener Nacht schnitt. In über dreißig Metern Höhe, auf den regennassen Kiefernplanken des Restaurierungsgerüsts, fiel der eiskalte Regen in diagonalen Bahnen und peitschte gegen die Bronzestatuen und den dunklen Schiefer der Dächer. Das Dröhnen des Verkehrs auf der Ringstraße drang nur gedämpft herauf, reduziert auf ein fernes Summen. In der Luft lag ausschließlich das wilde Pfeifen des Sturms und das quälende Keuchen der beiden Kontrahenten.Elena Rostova wich zurück, bis der Absatz ihres Stiefels gegen das verrostete Eisengitter stieß, das den absoluten Rand des Abgrunds markierte.Sie war vollkommen entgleist, beraubt jener kalten Eleganz, mit der sie einst die Vorstandsetagen von New York und Colorado beherrscht hatte. Ihr Ledermantel, durchnässt und schwer von Wasser, tropfte auf die Planken. Ihr Haar, das sonst in makelloser Strenge frisiert war, hing in dunklen,
ปรับปรุงล่าสุด : 2026-09-28 อ่านเพิ่มเติม