Rosas Sicht„Du warst bei Elena. Das ist alles?“Alessandro blickte nicht von dem Glas in seiner Hand auf, als er die Frage stellte. Er stand mit dem Rücken zu ihr am Fenster des Esszimmers. Hinter ihm erstrahlte der Mailänder Dom in goldenem Licht, und seine Worte fielen in die Stille des Raumes wie ein Stein, der in einen tiefen Brunnen geworfen wurde.Rosa blieb unmittelbar hinter der Tür stehen. Ihre Finger schlossen sich fester um den Riemen ihrer Tasche.„Das ist alles.“„Du warst vier Stunden weg.“„Wir haben geredet. Kaffee getrunken. Sie hat ein bisschen geweint.“ Rosa zwang sich zu einem leichten Schulterzucken und hasste, wie steif es sich anfühlte. „Du weißt doch, wie Elena ist.“„Das weiß ich.“ Erst jetzt drehte er sich langsam zu ihr um. Das bernsteinfarbene Getränk in seinem Glas fing das Licht ein, als er es auf dem Tisch abstellte. Seine Augen glitten über ihr Gesicht, als würde ein Mann einen Vertrag Zeile für Zeile lesen und nach einer versteckten Klausel suchen. „I
Last Updated : 2026-11-06 Read more