
Vier letzte Geschenke für Don FalconeIch war die oberste Consigliere der Familie Falcone. Ihr Kopf. Und heute ging ich weg—gab alle Bücher meiner legalen Geschäfte ab und kappte die letzte Verbindung.
Meine Schülerin konnte es nicht verstehen. „Du bist die Zukunft dieser Familie, Aurelia. Du kannst nicht einfach gehen.“
Ich schüttelte den Kopf und lächelte bitter.
Sie wussten es nicht. Ich war seit drei Jahren heimlich mit dem Don, Vittorio Falcone, verheiratet.
Ich glaubte, dass mein Aussehen, mein Verstand und alles, was ich ihm gab, genug seien, um seine Liebe ganz zu gewinnen.
Ein Anschlag am Hafen vor drei Monaten zeigte mir die Wahrheit.
Ich bekam dreizehn Kugeln ab. Notfall. Ich brauchte den Familienarzt—was Vittorios direkten Befehl erforderte. Ich rief ihn über ein Dutzend Mal an.
Als er endlich abhob, hörte ich nur eine sanfte, keuchende Stimme.
„Vittorio, wir haben meinen Geburtstagskuchen noch nicht angeschnitten. Willst du meine Hand halten und ihn mit mir schneiden?“
Diese Stimme. Meine beste Freundin. Die Frau, in die Vittorio einst verliebt war. Carina Romano.
Im Safehouse, geschwächt vom Blutverlust, zog ich die Kugel selbst heraus und ließ einen meiner Männer mich zur Familienklinik bringen.
Kurz bevor sie mich in den Operationssaal schoben, stürmte Vittorio herein—mit Carina. Verdrehter Knöchel. Brauchte sofort einen Arzt.
Mein Chirurg wurde weggezogen. Die Antibiotika kamen zu spät. Die Wunde entzündete sich. Eine Woche kämpfte ich um mein Leben.
Als ich aufwachte, starrte ich auf mein Telefon. Keine einzige Nachricht. Endlich kamen die Tränen.
Ich verstand. Ich war nur die Frau, die er heiraten musste, nachdem er betäubt und mit mir geschlafen hatte. Ein Skandal war abgewendet.
Alles, was ihm wichtig war, war mein Wert und sein Ruf.
Und ich? Die geheime Prinzessin der Familie Rossi, die alles aufgegeben hatte, um sein Imperium zu errichten. Alles umsonst.
Also bereitete ich vier Abschiedsgeschenke vor. Eine Feier unserer gegenseitigen Zerstörung.
Dann würde er mich nie wiedersehen.