LOGINZusammenfassung Eleanor Hayes hatte alles – Reichtum, Eleganz und eine perfekte Ehe. Oder so schien es zumindest. An ihrem sechsten Hochzeitstag demütigt ihr Ehemann Marcus Hayes sie öffentlich, lässt sich vor der Elite von New York von ihr scheiden und stellt dabei seine Geliebte Cassandra Steele zur Schau. Als „verstoßene Ehefrau“ gebrandmarkt, verschwindet Eleanor aus der Öffentlichkeit – doch sie ist alles andere als besiegt. Was Marcus nicht weiß: Eleanor ist die Tochter von Alexander Hartwell, dem reichsten Mann Amerikas, und sein Imperium wurde durch die stille Unterstützung ihres Vaters aufgebaut. Entschlossen, ihre Macht zurückzuerlangen, kehrt Eleanor als eine ernstzunehmende Kraft zurück und nutzt ihre verborgene Expertise in der Cybersicherheit, um Marcus’ Leben Stück für Stück zu zerstören. Ihr Weg der Rache nimmt eine unerwartete Wendung, als sie Damien Blackwood begegnet, einem zurückgezogen lebenden Milliardär mit einem gefährlichen Ruf. Gezwungen, eine Scheinehe einzugehen, um einen riskanten Geschäftsdeal zu sichern, bewegen sich Eleanor und Damien durch ein Geflecht aus Täuschung, Verführung und Geheimnissen. Doch Damien ist mehr, als er zu sein scheint. Er steht in Verbindung mit Der Schleier, einer geheimnisvollen globalen Organisation, von der Eleanors Vater enthüllt, dass sie dazu bestimmt ist, sie eines Tages zu führen. Während Eleanor Marcus’ Verbrechen und Cassandras Intrigen aufdeckt, entdeckt sie ihre eigene verborgene Identität und die Macht, die sie schon immer in sich trug. Während Marcus ihren Untergang plant, Cassandra giftige Angriffe startet und die Feinde von Der Schleier näher rücken, muss Eleanor eine Entscheidung treffen: Damien vertrauen und ihr Schicksal annehmen – oder sich abwenden und ihren eigenen Weg gehen. In einem Strudel aus Verrat, Rache und Erlösung erhebt sich Eleanor aus den Trümmern ihres zerstörten Lebens, um ihren rechtmäßigen Platz einzunehmen – nicht als verstoßene Ehefrau, sondern als Königin aus eigener Kraft.
View MoreDie Zentrale des Schleiers war in fieberhafte Aktivität versetzt. Monitore leuchteten, Nachrichten liefen über die Bildschirme, Telefone klingelten. Eleanor stand in der Mitte des Raumes, die Arme verschränkt, und beobachtete das Chaos, das ihre Worte ausgelöst hatten. „Alle Nachrichtensender berichten über dich“, sagte Juna, die an einem Rechner saß. „Die Kommentare sind geteilt, aber die meisten feiern dich. Eleanor nickte, ohne eine Miene zu verziehen. Sie wusste, dass Jubel schnell in Vergessenheit geraten konnte. Was zählte, waren die Beweise. Und die hatte sie noch nicht geliefert. Damien trat neben sie. „Du willst jetzt schon nachlegen?“ „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt. Solange die Welt auf uns schaut, würde jede neue Information doppelt so viel Gewicht haben. „Und was hast du vor?“ „Du wirst es gleich sehen.“ Sie ging zu ihrem Rechner, dem einzigen Gerät in
Die Zentrale des Schleiers war still, als die Übertragung begann. Auf dem Hauptbildschirm saß der Architekt hinter einem schlichten Tisch, neben ihm Marcus, die Züge angespannt, die Hände zu Fäusten geballt. Eleanor stand vor dem Monitor, die Arme verschränkt, und sie spürte, wie sich in ihrer Brust etwas zusammenzog. Damien trat leise hinter sie. „Du musst dir das nicht ansehen.“ „Doch. Ich will wissen, was er vorhat.“ Auf dem Bildschirm begann der Architekt zu sprechen, ruhig wie ein Lehrer, der eine Lektion erteilt. Er sprach über die Maske, die er Marcus aufgesetzt hatte, über die Jahre der Inszenierung, in denen Marcus nur eine Galionsfigur gewesen war. Eleanor hörte zu, aber mit jedem Satz wuchs in ihr eine Unruhe. Das war nicht ihr Sieg. Das war die Rache eines anderen Mannes an einem anderen Werkzeug. Es fehlte etwas. Es fehlte sie. „Damien“, sagte sie leise, „ich bin es leid zuzusehen
Das Messer in ihrer Hand fühlte sich leicht an, fast wie eine Verlängerung ihres Arms. Eleanor hatte nie kämpfen gelernt, nicht wirklich. Aber in diesem Moment wusste ihr Körper, was zu tun war. Der erste Angreifer kam von links. Sie trat zur Seite, ließ ihn vorbeistolpern und stieß ihm die Klinge in den Oberschenkel. Er schrie auf und ging zu Boden. Der zweite zögerte. Das war sein Fehler. Aus dem Schatten löste sich eine Gestalt. Damien. Er bewegte sich schnell, zielgenau. Ein Schlag gegen den Hals des Mannes, ein zweiter gegen sein Handgelenk. Die Waffe fiel klirrend zu Boden. „Lauf!“, rief Damien. Eleanor rannte. Sie hörte Schritte hinter sich, aber sie drehte sich nicht um. Sie vertraute darauf, dass Damien sie deckte. Am Ende der Kaimauer stand ein alter Lieferwagen, die Hintertür offen. Darin lag Gerald, mit Klebeband gefesselt, aber lebend. Sie riss das Band vo
Die Nacht war ruhig, als Eleanor die erste Meldung erhielt. Sie saß in ihrem provisorischen Büro, vor sich einen Stapel Papierakten, als das Feldtelefon summte. „Direktorin?“, sagte Junas Stimme, scharf und atemlos. „Wir haben einen Toten. Victor Almeida, unser Kurier in Lissabon. Er wurde heute Morgen gefunden. Offiziell ein Verkehrsunfall.“ Eleanor spürte, wie sich ihr Nacken verspannte. „Ein Unfall?“, fragte sie. „Die Spuren sehen falsch aus. Seine Bremsschläuche waren durchtrennt. Aber es wurde als Unfall gemeldet, damit niemand genauer hinsieht.“ Sie legte auf und blieb einen Moment sitzen. Ein kurzer, kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Eine Stunde später rief Juna zurück. Ein zweiter Toter, eine Agentin in Warschau, ertrunken in ihrem Bad. Auch sie war als Unfall deklariert worden. Die dritte Meldung kam am nächsten Morgen. Ein ehemaliger Schleier-Mita
Eleanor richtete die schwarze Seidenmaske, die die obere Hälfte ihres Gesichts bedeckte, während die feine Spitze leicht über ihre Haut kratzte. Das gedämpfte Licht des unterirdischen Auktionshauses warf lange Schatten über den Marmorboden, und die Luft roch nach teurem Parfüm und Geheimnissen.Die
Das laute Klopfen an Eleanors Penthouse-Tür wurde stärker und riss sie aus ihren Gedanken. Zögernd zog sie ihren Bademantel enger um sich.Wer könnte um diese Uhrzeit hier sein?Dann erklang eine vertraute Stimme durch die Tür – tief, warm und voller Besorgnis.„Eleanor? Mach auf. Ich bin’s.“Ihr V
Die kalte Nachtluft traf Eleanor ins Gesicht wie eine Ohrfeige, als sie aus dem Anwesen der Blackwoods taumelte. Ihr smaragdgrünes Kleid flatterte hinter ihr her, der zarte Stoff verfing sich in den Rosenbüschen, während sie hastig den gepflegten Weg hinuntereilte. Das ferne Summen der Gala verklan
Eleanor stand im funkelnden Ballsaal, die Samtschachtel schwer in ihrer Hand. Der letzte Schlag von Mitternacht hing noch in der Luft. Die Feier wirbelte um sie herum, doch sie fühlte sich, als wäre sie unter Wasser, bewegte sich in Zeitlupe. Ihr Blick war auf die großen Türen gerichtet, wartend da





