Dünnes Eis
Es war gespielt, bis es echt wurde.
Sie ist eine Eiskunstläuferin, die kein Chaos mag. Sie bevorzugt Kontrolle und Perfektion. Denn Fehler kosten nicht nur Medaillen – sie kosten alles.
Er ist das genaue Gegenteil von allem, wofür sie steht.
Er ist laut, rücksichtslos, nervig und definitiv unberechenbar.
Er ist ein Hockeyspieler, der nicht denkt – er bewegt sich einfach.
Sie prallen aufeinander, sobald sie sich begegnen: neben dem Eis, auf dem Eis und auf jede erdenkliche Weise.
Doch als ein Video ihrer Spannung viral geht, beginnen alle, sie zu beobachten und zu überwachen. Das bringt ihre Karrieren und Zukunftspläne in Gefahr.
Die Schule erklärt es sofort zum Problem und bietet eine Lösung an.
Nun werden sie aufgefordert, ihren Hass in etwas anderes zu verwandeln.
Die Beziehung, die Chemie und die Verbindung vortäuschen.
Doch je mehr sie so tun, desto schwerer fällt es ihnen zu erkennen, was echt ist.
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Chapter: Kein Zurück**KHIONES PERSPEKTIVE**Um halb acht am nächsten Morgen flackert mein Laptop-Bildschirm auf und zeigt Damien, der am Rand seines Bettes sitzt, einen dunkelgrauen Blazer über einem schlichten schwarzen T-Shirt trägt und aussieht, als würde er gleich eine Treppe zum Galgen hinaufgehen.„Sag mir, dass du nicht schwarz trägst“, stöhnt er und reibt sich mit der guten Hand das Gesicht. „Du siehst aus wie eine Attentäterin.“„Es ist anthrazit, Morozov. Und ich trage kein Uni-Pink zu einer Pressekonferenz“, sage ich und richte meinen Laptop auf dem Schreibtisch. Ich halte einen scharfen, minimalistischen cremefarbenen Blazer über einem dunklen Rollkragen hoch. „Dieser oder der anthrazitfarbene?“„Der cremefarbene“, sagt er und lehnt sich näher an die Kamera. „Er lässt dich weniger aussehen, als würdest du meinen Mord planen, und mehr, als würdest du ihn nur in Erwägung ziehen.“„Sehr witzig.“ Ich lege den cremefarbenen Blazer beiseite und starre auf meinen Bildschirm. „Hast du The Hub heute M
Last Updated: 2026-10-07
Chapter: Für die Öffentlichkeit**KHIONES PERSPEKTIVE**„Neun Uhr?“ piepse ich, die Stimme schlägt so hoch, dass sie wie ein sterbender Vogel klingt. „Neun Uhr morgen?! Ist er wahnsinnig? Ich hab noch nicht einmal einen Mantel, der nicht aussieht, als ginge ich zu einer Beerdigung!“„Du machst dir Sorgen um deinen Mantel?!“ brüllt Damien förmlich, während er in einem hektischen Kreis auf der Gummimatte hin und her läuft, der unverletzte Arm fuchtelt wild. „Ich muss vor ESPN stehen und so tun, als hätte ich dich freiwillig in die Nähe meines Gesichts gelassen! Mein Vater liest ESPN, Khione! Er abonniert die Print-Ausgabe! Er hat ein iPad speziell für Sportnachrichten!“„Na, du lässt ihn klingen, als wäre er ein Albtraum—“„Hey! Er kommt in drei Wochen auf den Campus, und wenn er denkt, das ist ein Zirkus—“„Es *ist* ein Zirkus! Du bist der Clown und ich werde von einem Zirkusdirektor namens Miller als Geisel gehalten!“„Ich bin KEIN Clown!“„GENUG!“ Coach Zaras Pfeife durchdringt die Arena – so laut und scharf, das
Last Updated: 2026-10-07
Chapter: Öffentlich**KHIONES PERSPEKTIVE**Wir sagen kein Wort auf dem Weg vom Verwaltungsgebäude zur Halle. Die Luft ist schwer, und ehrlich gesagt verstehe ich das. Wir sind dabei, unsere Namen auf ein Stück Papier zu setzen, das einem Corporate-Typ die volle Kontrolle über unser Leben gibt, und jetzt macht mein Magen langsame, üble Überschläge.Mein Handy liegt schwer in der Manteltasche, die Nachricht von der unbekannten Nummer brennt direkt durch den Stoff: *Glaubst du, ein unterschriebener Vertrag wird euch beide schützen?*Ich stecke die Hände tiefer in die Taschen und zwinge meinen Kiefer, sich zu lösen. Eine Katastrophe nach der anderen – und gerade ist die Katastrophe Coach Zara, die an den Banden steht, in einer neon-grünen Steppjacke, eine Stoppuhr in der Hand und sieht aus, als wäre sie zwei Sekunden davon entfernt, Straf-Runden zu verteilen.„Ihr seid vier Minuten zu spät“, sagt Zara in dem Moment, in dem die Doppeltüren hinter uns zuschlagen. Sie schaut nicht von ihrem Klemmbrett auf.
Last Updated: 2026-10-07
Chapter: Der Pakt**KHIONES PERSPEKTIVE**Ich komme um viertel nach sechs morgens im Diner an – mit zwei Stunden leichtem, albtraumdurchzogenem Schlaf und purem, konzentriertem Groll auf Damien, natürlich. Die Glocke über der Tür klingelt leise, als ich eintrete. Der Morgenansturm hat noch nicht begonnen, die roten Vinyl-Booths sind größtenteils leer.Damien sitzt schon in der hinteren Eckbooth. Er ist über eine Tasse schwarzen Kaffee gebeugt und trägt einen übergroßen dunkelgrünen Hoodie. Der tiefviolette blaue Fleck unter seinem Auge sieht heute etwas heller aus, aber er hält den linken Arm steif an der Seite.Ich rutsche ihm gegenüber in die Booth, lasse mein Notizbuch und einen schwarzen Gelstift mit einem scharfen Klacken auf den Tisch fallen. Damien blinzelt und schaut hoch. Das arrogante Golden-Boy-Grinsen lädt sich im Autopilot auf sein Gesicht, erreicht aber seine erschöpften grünen Augen nicht ganz.„Morgen, Sunshine“, sagt er, die Stimme heiser. „Du bist zu spät. Ich dachte schon, du hast ka
Last Updated: 2026-10-07
Chapter: Die Bedingungen**KHIONES PERSPEKTIVE**„KHIONE! PASS AUF!“ Chloes Schrei zerreißt die Eishalle.Mein Kopf schnellt zum Geräusch herum, die Kanten fangen mitten im Crossover. Ich drehe mich direkt in die Gefahr hinein, völlig offen und schutzlos, während meine Augen sich auf einen soliden schwarzen Gummi-Puck fixieren, der vom Metallrahmen abprallt, außer Kontrolle spinnt und geradewegs auf mein Gesicht zufliegt.Mein Gehirn friert ein. Meine Knie versteifen sich – ich kann nicht einmal zusammenzucken. Dann explodiert eine Wand aus dunklem Stoff und der Duft von Zedernholz in mein Sichtfeld.Kufen graben sich heftig ins Eis und sprühen eine Welle weißen Frosts über meine Schlittschuhe. Damien wirft seinen ganzen Körper über die Lücke zwischen uns, stößt mich mit dem rechten Arm nach hinten und stellt sich direkt zwischen meinen Kopf und das Geschoss. BANG. Das Geräusch von Gummi, der auf Knochen und schweren Muskel trifft, hallt durch die inzwischen stille Halle.Damiens Atem entweicht ihm in e
Last Updated: 2026-10-07
Chapter: Ein Schuss zu viel**DAMIENS PERSPEKTIVE**Ich sitze in der Eckbooth im Diner an der 4th Street, nippe an einem lauwarmen schwarzen Kaffee und fühle mich, als hätte mich ein Güterzug überfahren und dann drei Meilen über Kies geschleift.Mein Auge pocht im Takt meines Pulses. Meine linke Schulter ist steif wie ein Brett, weil ich im Training gegen die Bande gerammt wurde. Und um die schlimmsten vierundzwanzig Stunden meines Lebens abzurunden, hat Khione Petrova mir im Treppenhaus ins Gesicht geschrien, mir gesagt, ich zerbreche alles, was ich anfassen, und ist weggegangen.„Iss eine Pommes, Damien. Du siehst aus, als würdest du ernsthaft darüber nachdenken, in den Hudson zu springen“, sagt Marco und schiebt einen fettigen Teller über den roten Laminattisch. Er sieht viel zu erholt aus für jemanden, auf den ich mich im nächsten Spiel gegen die Manhattan Wolves verlassen muss. Er trägt einen grellrosa Strickpullover, das blaue Haar zurückgegelt, und dreht eine Pommes wie einen Taktstock zwischen den Finger
Last Updated: 2026-10-07