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Novels by olajidenifemi856

Verstoßen mit seinem Erben

Verstoßen mit seinem Erben

KLAPPENTEXT In der Nacht, in der Jasmine Yates ihrem ehemännlichen Milliardär offenbaren wollte, dass sie schwanger war, verlangte Gerald Laurent die Scheidung. Seine totgeglaubte erste große Liebe war plötzlich aufgetaucht – mit der Behauptung, nur noch wenige Monate zu leben zu haben und diese verbleibende Zeit als seine Ehefrau verbringen zu wollen. Zutiefst verletzt, aber zu stolz, um einen Mann zu flehen, der sich längst für eine andere entschieden hatte, ging Jasmine fort. Sie nahm das ungeborene Kind mit – den rechtmäßigen Erben des Laurent-Imperiums – und bewahrte das Geheimnis für sich. Fünf Jahre später muss Gerald feststellen, dass die stille Frau, die er einst verstieß, keineswegs mehr die ist, die er in Erinnerung hatte. Und der kleine Junge an ihrer Seite trägt sein eigenes Blut in den Adern. Gerald will seine Frau und seinen Sohn um jeden Preis zurück, doch Jasmine hat sich längst ein neues Leben aufgebaut – mit einem anderen mächtigen Mann an ihrer Seite. Als Vanessas perfektes Drama der todkranken Frau erste Risse bekommt, begreift Gerald schmerzhaft die Wahrheit: Die Frau, die er damals wie wertlosen Tand weggeworfen hat, war die Einzige, die er niemals hätte verlieren dürfen.
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Chapter: Kapitel Sechs: Die Schwester, die nichts fragte
Victoria öffnete die Tür in einem verblassten T-Shirt und nur einer Socke, sah mich zwei Sekunden lang an, trat dann zurück und sagte: „Komm rein.“ Sie fragte nicht, wo mein Mann war. Sie fragte nicht, warum ich um sieben Uhr abends mit einem Koffer und halb verschmiertem Mascara dastand.Sie nahm mir den Koffer ab, stellte ihn an die Wand, schloss die Tür, schloss ab und schloss mich dann so fest in die Arme, dass meine Füße fast den Boden verloren. Das war meine Schwester. Dreißig Jahre alt, ein Meter siebzig groß und ganz aus Loyalität und unflätigen Worten gebaut.Sie hatte mich ab meinem sechzehnten Lebensjahr aufgezogen, als unsere Mutter starb und unser Vater – ein sanfter Mann, der nicht wusste, was er mit einer trauernden Teenagerin anfangen sollte – Doppelschichten schob, um nicht in die Stille zurückkehren zu müssen. Victoria war Mutter, Vater und Oberschlägerin für die ganze Welt in meinem Namen geworden, und ich hatte es zugelassen, und dann hatte ich einen Mann geheirate
Last Updated: 2026-10-27
Chapter: KAPITEL FÜNF: Ein Geheimnis, das bereits jemand kennt
Die Klinik sah überhaupt nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte – was mir eigentlich hätte zeigen sollen, wie wenig Vorstellungskraft ich überhaupt aufgewendet hatte. Stattdessen lag sie am Ende einer von Bäumen gesäumten Zufahrt: ein flaches Gebäude aus blassem Stein und Milchglas, mit einem kleinen Messingschild neben der Tür. Drinnen roch es nach Lilien und – unter den Lilien – nach Antiseptikum in teurer Kleidung. Ich hatte mir etwas Schummrigeres ausgemalt. Mein Koffer stand noch im Wagen des Fahrers, der meinte, dass es ihm nichts ausmache zu warten, und ich kam mir ohne ihn seltsam nackt vor, wie ich da mit nur meiner Handtasche und meinem Mantel in der Lobby stand.Die Empfangsdame fragte mich mit einer so sanften Stimme, ob ich einen Termin hätte, dass die Frage wie eine Entschuldigung klang. Ich öffnete den Mund, um ihr die Sache mit der anonymen Nachricht zu erklären, und stellte fest, dass ich nicht mehr wusste, wie der Satz anfing. Der Raum begann zu schwanken. I
Last Updated: 2026-10-16
Chapter: KAPITEL VIER: Die Ehefrau, die einfach ging
Ich starrte dieses Foto den ganzen Abend und weit bis in die Nacht hinein an, und ehrlich gesagt wusste ich nicht, welchem Teil von mir ich weniger traute. Ein Teil von mir wollte es so dringend glauben. Denn es zu glauben bedeutete, dass ich nicht nur eine Narrin war, die für eine sterbende Heilige ausgemustert worden war – es bedeutete, dass da irgendwo in dieser ganzen Geschichte ein Riss war, in den ich meine Fingernägel krallen konnte. Der andere Teil, älter und müder, wusste, dass ein Foto bearbeitet, inszeniert oder aus irgendeinem anderen Jahr entliehen sein konnte, und dass eine Frau, deren Mann ihr gerade die Scheidungspapiere überreicht hat, alles glauben wird, was ihr einen Ort gibt, an dem sie ihre Wut abladen kann. Ich wollte keine kranke Frau beschuldigen – falls sie wirklich krank war – nur auf das Wort einer fremden Person mit einer Wegwerfnummer hin. Aber ich wollte auch nicht in einem Haus bleiben, in dem mein Mann sich bereits entschieden hatte – ganz gleich, ob di
Last Updated: 2026-10-16
Chapter: KAPITEL DREI: Die Scheidungspapiere
Er erzählte mir die Geschichte in der Reihenfolge, die ihm am besten passte – was bedeutet, dass er mir nur jene Teile erzählte, die ihn wie einen Mann aussehen ließen, den seine eigene Ehre in die Enge getrieben hatte. Vanessa hatte den Unfall überlebt. Fremde hatten sie aus dem Wasser gezogen, und sie hatte Monate bewusstlos in einem Krankenhaus fernab der Küste gelegen. Als sie aufwachte, hatte sie geglaubt, Gerald hätte aufgetört, nach ihr zu suchen. Danach folgten sieben Jahre an Orten, die er viel zu schnell aufzählte; Jahre, in denen sie sich aus dem Nichts ein neues Leben aufgebaut hatte. Und nun war sie zurückgekehrt, weil die Ärzte ihr eine Diagnose gestellt hatten, vor der sie nicht davonlaufen konnte. Unheilbar. Er sprach das Wort aus, und es fiel in den Raum wie ein Glas, das vom Tisch stürzt. Sie hatte nur noch einen einzigen Wunsch, sagte er: die verbleibende Zeit mit dem Mann zu verbringen, den sie nie aufgehört hatte zu lieben.Ich hörte zu, ohne ihn zu unterbrechen –
Last Updated: 2026-10-16
Chapter: KAPITEL ZWEI: Die Frau, die eigentlich tot sein sollte
Ich ging nie nach oben. Ich blieb an diesem Tisch im grünen Kleid sitzen, das Lammfett gerann vor mir und die Schachtel mit den Manschettenknöpfen lag immer noch neben seinem leeren Teller. Ich las alles, was ich über Vanessa Carter finden konnte, bis sich meine Augen wie voller Sand anfühlten und die Fenster hinter mir von Schwarz zu einem fahlen, fleckigen Grau wechselten. Zeitungsberichte. Archivfotos. Eine Traueranzeige einer Kinderhilfsorganisation, die sie unterstützt hatte. Ein Ausschnitt einer Pressekonferenz, auf dem ein jüngerer, magererer Gerald mit angespannter Kieferpartie dastand und kein einziges Wort sagte, während ein Anwalt für ihn sprach. Ich wartete darauf, irgendetwas Klares zu spüren – Wut oder Trauer, etwas mit einem konkreten Namen. Was ich fühlte, glich eher dem Gefühl, in seinem eigenen Haus zu stehen und zu erkennen, dass eine Tür, an der man jahrelang vorbeigegangen war, nur auf die Wand gemalt worden war.Sie war die Eine gewesen. Das war die Sache, die je
Last Updated: 2026-10-16
Chapter: KAPITEL EINS: Der Jahrestag, von dem ich glaubte, er würde alles verändern
Ich wachte an diesem Morgen um fünf Uhr auf, noch vor dem Wecker, und lag einfach da. Ich starrte an die Decke, mit diesem seltsamen, kribbelnden Gefühl im Bauch, das man am Tag einer wichtigen Prüfung hat. Es war unser fünfter Hochzeitstag. Fünf Jahre. Unter der Dusche sagte ich es mir immer wieder wie einen Zauberspruch auf, und ich glaube, ich hoffte halbwegs, dass die Zahl allein schon irgendetwas bewirken würde.Den vierten Jahrestag hatten wir in einem Konferenzraum eines Hotels in Zürich verbracht – ich auf einem Stuhl im Hintergrund, während Gerald einen Deal abschloss. Der dritte wurde von irgendeiner Krise im Vorstand verschlungen, die ich nie ganz verstanden habe. Beide Male lächelte ich und erzählte allen, es sei schon in Ordnung. Denn das war es, was ich tat: Ich war diejenige, für die immer alles in Ordnung war. Ich war so gut darin, dass die Leute aufgehört hatten, nachzufragen. Doch in letzter Zeit begann sich etwas in mir davon wegzudrehen – langsam, so wie eine Pfla
Last Updated: 2026-10-15
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