LOGINKapitel Sieben
SILVERMOON
*Saras POV
Die Spannungen in Silvermoon erreichten neue Höhen. Mehrere Krieger weigerten sich, in meiner Nähe Patrouille zu laufen. Liras Einfluss wurde jeden Tag stärker. Sie hatte eine Gruppe von Wölfinnen davon überzeugt, dass ich ein Fluch war, der geschickt wurde, um ihr Rudel zu zerstören.
Ich verbrachte meine Tage damit, zu versuchen, nützlich zu sein, während ich alle Informationen sammelte, die ich finden konnte. Ich lauschte Gesprächen in den Fluren und studierte alte Karten in der Bibliothek, die frühere Konflikte zwischen Blackthorn und Silvermoon zeigten. Langsam fügten sich die Teile zusammen. Mein Vater hatte etwas Gefährliches gewusst. Deshalb hatten sie ihn getötet.
Eines Nachmittags zog Snow mich in einen verlassenen Lagerraum.
„Ich habe Neuigkeiten“, sagte Snow dringend. „Es gibt Gerüchte über einen Verräter innerhalb von Silvermoon, der mit Blackthorn zusammenarbeitet.“
Seine Hände ruhten auf meiner Taille. Wir standen so nah beieinander, dass sich unsere Körper beinahe berührten.
„Sei vorsichtig, Sara“, sagte Snow leise. „Ich kann es nicht ertragen, dich zu verlieren.“
Er küsste mich tief, und ich lehnte mich an ihn, spürte die Wärme und Sicherheit, die er mir so bereitwillig gab. Das Verlangen zwischen uns wurde jedes Mal schwerer zu kontrollieren, wenn wir allein waren.
„Ich will dich“, flüsterte ich.
„Bald“, versprach Snow. „Wenn es sicher ist.“
Er ließ mich zurück, voller Sehnsucht und Verlangen nach mehr.
In dieser Nacht stürmte Kael in mein Zimmer, seine Augen dunkel vor Frustration. Das Band zwischen uns spannte sich in dem Moment straff an, als er eintrat, roh und überwältigend. Was darauf folgte, war heftig und alles verzehrend – angetrieben von dem Gefährtenband, das keiner von uns zum Schweigen bringen konnte. Seine Berührungen waren grob, seine Worte verletzend, und doch reagierte mein Körper hilflos auf die Anziehungskraft, die uns miteinander verband.
Danach brannten Tränen in meinen Augen. Nicht vor Schmerz, sondern wegen seiner Worte – kalt und abweisend selbst in den intimsten Momenten.
„Dieses Band wird zu einer Last“, sagte Kael kalt, während er sich anzog. „Glaub nicht, dass es bedeutet, dass ich mich um dich kümmere.“
Er verließ den Raum und schlug die Tür hinter sich zu.
Ich lag zitternd da. Mein Körper vibrierte noch von den Nachwirkungen, doch seine Worte schnitten tiefer als alles Körperliche es je könnte. Kael wollte das Band zum Schweigen bringen. Er wollte mich nicht. Niemals.
Später in dieser Nacht fand Snow mich im Schatten des Gartens. Er zog mich in seine Arme und hielt mich sanft fest, küsste meine Tränen fort.
„Du bist stärker als sie alle“, flüsterte Snow. „Lass mich dir helfen, diese Last zu tragen, Sara.“
Wir blieben einen langen Moment so stehen, seine Arme warm und beständig um mich gelegt, seine Gegenwart der einzige Trost, der mir geblieben war.
Unsere heimliche Verbindung wurde mit jedem gestohlenen Moment tiefer. Berührungen verweilten länger. Küsse wurden verzweifelter. Worte des Verlangens ließen mein Herz auf eine Weise rasen, die ich nicht erwartet hatte.
„Du gibst mir das Gefühl, lebendig zu sein“, sagte Snow eines Nachts zu mir. „Kael mag das Band haben, aber ich habe dein Herz.“
Die Situation wurde noch gefährlicher, als ein weiterer Angriff stattfand. Verdrehte Wölfe durchbrachen den äußeren Verteidigungsring. Kael kämpfte erbittert, doch das Rudel erlitt schmerzhafte Verluste. Mehrere gute Krieger starben in dieser Nacht.
In den Folgen des Angriffs fiel die Schuld erneut schwer auf mich.
Lira nutzte das Chaos, um ihren Druck zu erhöhen. Sie überzeugte mehrere Älteste davon, dass meine Anwesenheit Kael schwächte und alle in Gefahr brachte.
Ich wusste, dass ich handeln musste. Ich begann noch genauer auf Gespräche zu achten und suchte in allen Aufzeichnungen, auf die ich Zugriff hatte, nach Informationen über frühere Rudelkonflikte. Jeder Hinweis brachte mich der Wahrheit darüber näher, warum mein Vater getötet wurde.
Snow half, wann immer er konnte, und versorgte mich mit Informationen, die er als verdeckter Operativer innerhalb des Rudels sammelte. Seine Unterstützung wurde zu meinem einzigen Licht in der wachsenden Dunkelheit.
Das Netz aus Geheimnissen zog sich immer enger um mich zusammen. Innerer Verrat. Äußere Bedrohungen. Verbotene Begierden, die mich in verschiedene Richtungen zogen.
Und im Zentrum von allem veränderte ich mich. Eine stille Stärke erwachte in mir – etwas Dunkles und Mächtiges, das sowohl Kael als auch Snow wachsen spüren konnten, selbst wenn ich es noch nicht benennen konnte.
Der Sturm kam.
Eines Nachts, als ich zurückkehrte, nachdem ich in der Nähe der Kriegerhalle gelauscht hatte, fühlte sich etwas falsch an. Die Korridore waren zu still. Zu ruhig.
Ich stieß die Tür zu meinem Zimmer auf und erstarrte.
Lira stand in der Mitte des Raumes und hielt einen Dolch. Ihre Augen brannten vor reinem Hass.
„Du hättest gehen sollen, als ich dich gewarnt habe“, zischte Lira. „Jetzt werde ich dafür sorgen, dass du überhaupt nicht mehr gehen kannst.“
Sie stürzte sich auf mich, die Klinge hoch erhoben.
Kapitel sechsundsechzig: Die Tür öffnet sichSaras Perspektive„Sara“, sagte Kael, die Arme noch immer um mich. „Sprich mit mir.“„Ich bin hier“, sagte ich. „Ich bin noch hier.“„Was fühlst du?“, sagte Snow. Er war direkt neben mir, seine Hand an meinem Gesicht, seine Augen suchten meine.„Es ist wie in einer Strömung zu stehen“, sagte ich. „Sie zieht mich nirgendwohin. Sie bewegt sich durch mich hindurch.“ Ich sah Luca an, der noch immer auf dem Pfad stand. „Du hast das von Anfang an geplant. Nicht die Bindung. Mich. Dafür zu sorgen, dass ich hier stehe.“„Ja“, sagte Luca. Ohne Triumph. Ohne Entschuldigung. Nur ein Mann, der eine Tatsache feststellte, die er lange mit sich herumgetragen hatte. „Sera Voss hat etwas über die Schatten-Omega-Blutlinie verstanden, das Thalira nie vollständig akzeptiert hat. Der Erbe öffnet die Tür nicht mit Kraft. Der Erbe öffnet die Tür, indem er über dem strukturellen Punkt anwesend ist, wenn der Bruch das kritische Stadium erreicht. Deine Kraft erledig
Kapitel fünfundsechzig: In die umkämpftenLandeSaras PerspektiveWir verließen Silvermoon, bevor das Rudel das Frühstück beendet hatte.Zu viert. Ich, Kael, Snow, Lira. Nach Osten durch das äußere Tor, ohne Ankündigung oder Zeremonie.Thalira stand am Tor, als wir vorbeikamen. „Ich werde den Bruch so lange halten, wie ich kann“, sagte Thalira. „Lasst mich ihn nicht länger halten, als ich kann.“„Werden wir nicht“, sagte ich.Sie nickte einmal, und wir ließen sie dort zurück.Ich hatte Mira gebeten zurückzubleiben. Sie hatte es nicht gut aufgenommen.„Du lässt mich hier“, sagte Mira flach, als ich es ihr sagte.„Ich brauche jemanden, dem ich vertraue, innerhalb dieser Mauern, während wir fort sind“, sagte ich. „Jemanden, der nicht Thalira ist, weil Thalira die Bindung managen wird und nicht gleichzeitig das Rudel beaufsichtigen kann.“„Du willst, dass ich babysitte“, sagte Mira.„Ich will, dass du meine Augen bist“, sagte ich. „Das ist ein Unterschied.“Mira hatte mich einen langen Mo
Kapitel vierundsechzig: Zu spätSaras PerspektiveWir verließen den Kriegsraum gemeinsam und gingen, um Aldric zu suchen.Kael stieß seine Tür auf, ohne anzuklopfen.Der Geruch erreichte uns vor allem anderen. Snow legte seine Hand auf meinen Arm. Thalira trat an uns beiden vorbei und ging zuerst hinein.Aldric saß auf dem Stuhl neben dem Fenster. Diese besondere Reglosigkeit, die keine Abstufungen kennt und keinen Zweifel daran lässt, was sie bedeutet.Kael durchquerte den Raum und kauerte sich neben ihn. Er presste zwei Finger an Aldrics Kehle und hielt sie länger dort, als nötig gewesen wäre. Dann stand er auf, drehte sich um, und sein Gesicht machte das, was es immer machte, wenn etwas Ungeheures in einer Tiefe festgehalten wurde, die erst später sichtbar werden würde.„Wie lange?“, sagte Snow.„Nicht lange“, sagte Thalira. Sie untersuchte den Türrahmen und fuhr mit den Fingern langsam über das Holz. „Jemand, der genau wusste, was er tat, und keine Zeit damit verschwendet hat.“„L
Kapitel dreiundsechzig: Alte Allianzen, neue GefahrenSaras PerspektiveDer Kriegsraum fühlte sich anders an, als wir alle vier gleichzeitig am selben Tisch saßen und dieselbe Richtung hatten.Keine Krise, die uns dorthin zog. Keine unmittelbare Bedrohung, die das Gespräch erzwang. Nur Sara, Kael, Snow und Thalira um den steinernen Tisch, mit allem, was wir wussten, zwischen uns ausgebreitet und einem klaren Ziel, das zum ersten Mal im Zentrum stand.Ich hatte ihnen erzählt, was ich Kael auf dem Trainingshof gesagt hatte. Der Name meines Vaters. Ryker, der vor einer Menge stand. Die Wahrheit, die in Blackthorn ans Licht kam, auf eine Weise, die nicht gemanagt oder begraben werden konnte.Niemand widersprach. Niemand bot ein anderes Ziel an. Was mir sagte, dass sie alle darauf gewartet hatten, dass ich es laut aussprach.„Das Instrument zuerst“, sagte Kael. „Vor allem anderen. Wir können nichts aufbauen, solange jemand aktiv gegen uns innerhalb dieser Mauern arbeitet.“„Einverstanden“,
Kapitel zweiundsechzig: DAS VERLANGENSaras PerspektiveIch erwachte vor Sonnenaufgang und versuchte nicht, wieder einzuschlafen.Ich saß im Dunkeln auf der Bettkante und erlaubte mir etwas, das ich seit der Nacht, in der Kael mich aus dem Renegatengebiet hinausgetragen hatte, nicht mehr richtig getan hatte. Ich erlaubte mir, mich zu erinnern.Das Gesicht meines Vaters an dem Morgen, an dem sie ihn holten. Er hatte über den Platz hinweg zu mir gesehen, mit einem Ausdruck, den zu entschlüsseln ich Monate verbracht hatte. Keine Angst. Keine Entschuldigung. Etwas, das näher an Vertrauen lag. Als übergäbe er mir etwas, das er nicht mehr tragen konnte, und glaubte, ich sei stark genug, es zu halten.Dann Ryker.Er stand vor dem gesamten Rudel, seine Stimme trug über den Platz, als verkünde er etwas Alltägliches. Jedes Wort präzise und öffentlich und darauf angelegt, mit größtmöglichem Schaden zu treffen. Dein Vater war ein Verräter. Du bist nichts. Du gehörst nicht mehr zu mir. Du bist hie
Kapitel einundsechzig: Der NameSaras PerspektiveIch fand Kael kurz vor Mitternacht im Kriegsraum.Er saß am Tisch, ohne dass etwas vor ihm lag. Er sah auf, als ich hereinkam, und las mein Gesicht so, wie er es gelernt hatte – schnell und ohne zuerst unnötige Fragen zu stellen.„Setz dich“, sagte ich.Er setzte sich.Ich sagte ihm den Namen.Ich beobachtete, wie er landete. Nicht dramatisch. So, wie die schlimmste Art von Nachricht bei Menschen landet, die gelernt haben, Dinge im Stehen zu empfangen – leise, in der Reglosigkeit von jemandem, der etwas Schweres hält und in Echtzeit entscheidet, wie er es tragen soll.Kaels Blick ging in eine mittlere Ferne, in der nichts war außer der Erinnerung, die der Name gerade heraufgezogen hatte.Dann stellte er mir eine Frage.„Wie lange?“, sagte Kael.„Aldric glaubt mindestens vierzehn Monate“, sagte ich. „Möglicherweise länger.“Kael nickte einmal. Langsam. Wie ein Mann, der etwas aufnimmt, das er nicht hatte kommen sehen, das ihn aber nicht
Kapitel VierDER FEIND IM INNEREN*Saras POVIch folgte Kael die schmale Steintreppe hinunter, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Sein Griff an meinem Arm war fest, fast schmerzhaft, während Heulrufe durch das Rudelhaus hallten. Die verzerrten Wölfe waren überall.„Bleib nah bei mir", befahl Ka
Kapitel DreiSUCHTRUPP*Saras POVIch lag lange auf dem Bett und starrte an die Decke. Mein Körper fühlte sich wund und schwer an, doch die Gefährtenbindung summte stärker in mir. Ich hasste es, wie sehr ich Kael noch immer wollte, selbst nach seinen kalten Worten.„Er will mich nicht", flüsterte i
Kapitel ZweiNEUER ANFANG*Saras POVIch erwachte nackt unter weichen Fellen in einem großen, dunklen Zimmer. Mein Körper schmerzte überall, doch der schlimmste Schmerz hatte nachgelassen. Mondlicht strömte durch das Fenster.Alpha Kael Draven stand am Fußende des Bettes und beobachtete mich mit ka
Kapitel EinsHINRICHTUNG UND ABLEHNUNG*Saras POV„Ich, Ryker Voss, zukünftiger Alpha des Blackthorn-Rudels, weise dich, Sara Harlan, als meine vorherbestimmte Gefährtin zurück", erklärte Ryker.Die Worte durchschnitten mich wie eine Klinge. Schmerz explodierte in meiner Brust und riss die frische







