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Kapitel 5

Author: Desire steve
last update publish date: 2026-08-29 21:18:56

Milena~

„Der Teufel und der Engel begegnen sich endlich wieder.“

Seine Stimme. Dieser tiefe, unheimliche Ton. Einer, von dem ich gehofft hatte, dass sich unsere Wege niemals mehr kreuzen würden. Ich halluziniere. Meine Umstände müssen dazu geführt haben, dass ich anfange, Dinge zu hören. Aber sein Duft ist mir vertraut. Ein Duft, den ich niemals vergessen kann, obwohl Jahre vergangen sind.

„Nimm ihr die Augenbinde ab“, befiehlt die unheimliche Stimme und bestätigt meine Angst.

Er ist es – das Monster mit den weiß geflochtenen Haaren – der zweite Enkel der Ryders. Aber warum ist er hier? Oder warum bin ich in seiner Gegenwart?

Von allem, was ich mir als schwierigen Teil meines Lebens vorgestellt hatte, gehört ein wiederholtes Treffen mit dieser Bestie niemals dazu, besonders nicht in meinem verletzlichen Zustand.

Niemals.

„Versuch dich zu benehmen“, murmelt eine andere Baritonstimme, während sie meine Augenbinde löst. Ich zucke zusammen, als warmes Atmen meinen Hals trifft. „Sie riecht gut, Alpha.“ Er gluckst und wirbelt mich herum.

Meine Wimpern klimpern, während ich meine Umgebung in mich aufnehme. Zuerst fällt mein Blick auf das Gesicht des maskierten Mannes, dann auf einen hellhäutigen, hübschen Beta mit einem hohen, weiß geflochtenen Pferdeschwanz und schließlich in die Richtung meiner schlimmsten Befürchtung.

Unsere Augen treffen sich.

Ich beiße mir hart auf die Zunge und kämpfe darum, ruhig zu bleiben, während mein Herz bei seinem Anblick in meinem Brustkorb hämmert. Der eine Mann, dem ich vor Jahren fast das Leben genommen hätte: Alpha Dragomir vom Duskwarren-Rudel. Der grausame jüngere Bruder von Alpha Vladimir.

Ein böser Albtraum.

Alpha Dragomir neigt den Kopf; seine stechenden grünen Augen strotzen vor Macht und blicken mit dem seelenlosesten Ausdruck, den ich je gesehen habe, direkt in meine Seele. Das ist er. Das war er schon immer. Das dunkle Lächeln auf seinem Gesicht wird breiter, als er seine Hände hinter dem Rücken verschränkt. „Du bist zu mir zurückgekehrt, kleine Lena. Sag mir, ist das Schicksal nicht eine wunderbare Ironie?“, seine Stimme klingt ruhig, aber sinister, als würde er mich verhören.

Soll ich antworten oder nicht? Das letzte Mal, als ich stumm blieb, während er sprach, ließ das Monster seinen ganzen Zorn auf mich niedergehen. Mein Leben ist ohnehin schon die Hölle, und ich kann dem nichts mehr hinzufügen.

Ich verbeuge mich vor ihm, obwohl es etwas ist, das ich zutiefst verabscheue, und meine Lippen teilen sich: „Alpha—‘“

„Du sprichst, wenn du aufgefordert wirst“, unterbricht mich der Beta, und ich schlucke meine Worte herunter, während sich mein Magen schmerzhaft zusammenschnürt.

„Bist du nicht begeistert…“, Alpha Dragomir schnaubt, „... endlich dort zu sein, wo du rechtmäßig hingehörst?“ Seine dichte Braue zieht sich zusammen mit seiner Mundwinkel gefährlich nach oben, während sein prüfender Blick unerschütterlich bleibt.

Meine Hände zittern und umklammern mein Kleid. Diese Blicke. Ich verstehe sie besser als jeder andere. Es sind dieselben wie in jener Nacht. Kalt und voller Gefahr.

Aber warum er? Ich will der kleinen Stimme in meinem Kopf nicht zustimmen, die mir Gedanken zuflüstert. Sätze, die ich mir verbiete. Bemerkungen, die erklären, warum ich vor diesem Mann stehe.

Welche Abmachung hat mein sogenannter Gefährte mit seinem bösen Bruder getroffen? Ich habe Alpha Vladimir nie etwas angetan. Warum bestraft er mich so hart?

„Er ist dein Käufer. Dein neuer Herr“, antwortet der maskierte Mann sanft, als würde er meine Gedanken hören, und bestätigt damit das Flüstern der kleinen Stimme. Er nimmt seine Maske ab und enthüllt sein kurzes, stilvolles braunes Haar, seine ebenmäßige Nase und seine perfekten Lippen.

Er verbeugt sich vor Alpha Dragomir und fügt hinzu: „Der Befehl lautet, dass für sie gesorgt wird und niemand Hand an sie—‘“

„Das ist mein Rudel, und ich mache die Regeln“, knurrt Alpha Dragomir. „Das Mädchen gehört jetzt mir.“

„Verzeiht mir, aber das war nicht die Vereinbarung.“

„Du wagst es, meine Autorität infrage zu stellen?“, ein tiefes Grollen bricht aus Alpha Dragomir Brust hervor, während er den Mann am Hals packt. „Du bist ein Gamma, Zoran. Mit einem Schnippen meiner Finger gehört mir dein Leben.“ Er lässt ihn los und schlendert beiläufig zum Frisiertisch, als hätte er eben nicht einen Mann misshandelt. „Geh, bevor ich es mir anders überlege.“ Er greift nach einem Apfel und wirft ihn nach Gamma Zoran.

„Alph—‘“ Gamma Zoran fängt den Apfel.

„Sofort.“ Der donnernde Ton von Alpha Dragomirs Befehl lässt mich zusammenschrecken. Tränen steigen mir in die Augen, während ich zusehe, wie Gamma Zoran sich verbeugt und davonzieht, ohne mich noch einmal anzusehen.

Aus irgendeinem unbekannten Grund habe ich mich in seiner Nähe beschützt gefühlt, und jetzt ist er weg. Was soll ich in der Nähe dieses Albtraums tun?

Während der ungewissen Reise an diesen Ort habe ich mir selbst versprochen, keine Tränen mehr zu vergießen, aber jetzt, da ich weiß, wer mein Käufer ist… Himmel, warum hören meine Tränen nicht auf? Warum kann ich sie nicht kontrollieren?

„Lena. Lena. Lena.“ Alpha Dragomir kehrt zu mir zurück. Er lehnt sich vor, streicht mir mit dem Daumen eine Träne von der Wange und fährt mit dem Daumen weiter zu meinem Mundwinkel. „Spar dir die Tränen“, haucht er, während er meine Unterlippe streichelt, „denn du gehörst jetzt mir. Meine. Sklavin. Und niemand wird kommen, um dich zu retten, nicht einmal dein Gefährte.“

Gefährte? Ein weiteres Mal werde ich an die Wurzel meines Unglücks erinnert.

Als ich aufwuchs, entsprang meine Abneigung gegen das Haus Ryder ganz normalen Umständen. Aber jetzt… genau jetzt kann ich gar nicht beschreiben, wie sehr meine Abneigung zu reinem Hass angewachsen ist.

Dieses Haus ruiniert mein Leben. Zuerst war es Alpha Vladimir. Mein angeblicher grausamer Gefährte, der mich aus einem Grund verkauft hat, den ich erst noch verstehen muss. Jetzt Alpha Dragomir; ein Schrecken, der mein Leben noch elender machen wird. Ich kann meine Ziele unter seinen Fittichen niemals erreichen. Dämon wird meine Knochen zerbrechen und mein Blut trinken, weil ich jetzt eine Sklavin bin.

Ich habe schreckliche Dinge gehört, die er Omegas und Streunern angetan hat, die an ihn verkauft wurden. Niemand hat den zweiten Monat überlebt.

Was wird mein Schicksal sein? Werde ich hier auch nur eine einzige Nacht überleben nach dem, was ich ihm vor Jahren angetan habe? Er hat geschworen, mein Leben in eine lebendige Hölle zu verwandeln, sollten sich unsere Wege je wieder kreuzen. Und das wird er tun.

Weiß mein Vater, dass ich an Alpha Dragomir verkauft werde? Wird er kommen, um mich zu holen? Wenigstens, um mich aus meinem Elend zu retten.

„Lena.“ Alpha Dragomir lehnt sich vertraut an mich, bis sich unsere Schläfen berühren. Er atmet tief ein und schnuppert an meinem Haar wie ein männlicher Wolf, der ein neues Revier erkundet.

Ich schrecke zurück und mache einen Schritt nach hinten, stoße dabei jedoch gegen den Beta. Der Beta packt meine Schultern so fest, dass Schmerz durch meine Wirbelsäule schießt.

Ich wimmere leise und kämpfe darum, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Der Beta lacht trocken und stößt mich zurück gegen den Körper von Alpha Dragomir. Ich versuche zu fliehen, aber Alpha Dragomir reißt an meinen Haaren, verdreht sie zweimal und zieht noch fester zu.

Noch heißere Tränen strömen mir über die Wangen, während meine Kopfhaut wie Feuer brennt.

Alpha Dragomir grinst hämisch und genießt offensichtlich meinen Schmerz. Er zerrt mich noch näher heran, und meine Brust prallt gegen seine harte Brust. Noch immer voller Schmerz versuche ich erneut zu entkommen, aber sein Arm schlingt sich so schnell um meine Taille, dass ich mich nicht mehr bewegen kann.

„Steh still“, befiehlt er, und wie das ruhigste Meer erstarre ich.

Er streichelt erneut über meine Lippen, diesmal fester als beim ersten Mal. Mit einem Finger hebt er mein Kinn an, damit sich unsere Augen treffen können. Ich versuche wegzusehen. Glaub mir, ich habe es versucht, aber ich kenne die Konsequenzen, wenn man versucht, sich einem Ryder-Mann gegenüber stur zu verhalten. Also lasse ich es geschehen und blicke zurück in seine grünen Augen.

Ich wünschte, ich könnte dieses Monster anflehen, mich gehen zu lassen, aber ich weiß es besser als jeder andere.

„Heute Nacht, meine wunderschöne Lena.“ Sein Griff um meine Taille verengt sich, und mit der anderen Hand streicht er mir übers Haar. „Wirst du nicht nur mein Bett zieren, sondern auch dafür bezahlen, dass du mich vor Jahren aufgehalten hast“, sagt er strahlend, doch die Freude erreicht seine Augen nicht. „Ruhe dich gut aus“, murmelt er an meinen Lippen und lächelt noch breiter.

Ich zittere, während seine Worte in meinem Kopf nachhallen und Angst durch meine Adern jagen. Er wird mich heute Nacht besitzen. Dieser Alpha wird meine Reinheit zerstören. Himmel… ich will mir die unmenschlichen Dinge, die mir bevorstehen, gar nicht ausmalen.

Es wäre besser, er würde meinem Leben ein Ende setzen. Ich würde lieber meinen letzten Atemzug tun, als einen Mann meinen Körper besitzen zu lassen. Das ist schlimmer als der Tod.

Alpha Dragomir lacht boshaft, als er meine Taille loslässt. Ich strauchele rückwärts und stoße erneut gegen den Beta. Der Beta knurrt wie ein räudiges Tier und zerrt an meinem Arm, als wäre ich seine Gefangene, während er auf den Befehl der Bestie mit den geflochtenen Haaren wartet.

„Bring sie in den Hundekerkers und sperr sie ein. Füttere sie mit Resten. Ich will sie schwach sehen, wenn ich zurückkomme“, befiehlt Alpha Dragomir, richtet die Säume seiner weißen Jacke und stürmt davon.

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