Mag-log inDeborah war aufgestanden und trug ihr schönstes Seidenkleid. Stolz schritt sie auf dem polierten Marmorboden des Thronsaals auf und ab wie ein Pfau. Sie hatte alle wichtigen Persönlichkeiten des Königreichs persönlich herbeigerufen: die Mitglieder des Hohen Rates, die Rudelführer aus allen Regionen, die Hofbeamten und die königliche Familie. Sogar die Prinzen waren anwesend und standen nahe dem großen Podium.
Die Nachricht
Kane wischte mit dem Saum seines dunklen Umhangs das dicke Ogerblut von seiner Klinge. Seine Brust hob und senkte sich mit stoßweisem Atem, seine goldenen Augen loderten mit tödlichem Feuer, als er in die schwarzen Wälder jenseits der zerbrochenen Tore starrte.„Los geht’s!“, brüllte Kane und richtete die Spitze seines Schwertes auf den äußeren Wald. „Nicht anhalten! Reitet sie hinab, treibt sie in die Täler, findet heraus, was vor sich geht! Bringt mir ihre Köpfe oder ihren Meister!“Zwölf Wachen ritten auf ihren Pferden hinaus, ihre eisernen Hufe sprühten Funken auf dem Kopfsteinpflaster, als sie in die Nacht galoppierten.Bevor das Geräusch der Hufe verstummte, hallte ein lautes, donnerndes Gebrüll durch die hohen Hallen der Burg.
Die Dunkelheit in meinem privaten Schlafzimmer war schwer, kalt und erdrückend.Ich stieß die schweren Wolldecken von meinen Füßen und wälzte mich auf der weichen Federmatratze hin und her. An Schlaf war nicht zu denken. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, überkam mich eine Welle der Übelkeit. Meine Gedanken kreisten immer wieder um Gia.Wo war sie nur? War ihr kalt? Hatte sie Hunger? War sie in einem feuchten Steinkeller unter Dereks grausamen Stiefeln eingesperrt?Mark hatte versprochen, Nachricht zu bringen. Seine Aufgabe war es, Dereks geheime Kuriere zu beschatten und das geheime Versteck zu finden, in dem sie meine Schwester als Geisel hielten. Doch Tage waren vergangen, und Mark war mit leeren Händen zurückgekehrt. Keine Spur, kein Fetzen Stoff, kein Flüstern von außen. Die Stille machte mich wahnsinnig.Der Mitternacht
„Ich bin in diesem Palast genauso oft verraten worden wie du“, spuckte Deborah aus, ihr Kiefer zitterte vor lange verdrängtem Groll. „Der König schwor, mein Vater Kane würde mich zu seiner königlichen Braut machen. Ich war dazu bestimmt, die nächste Luna von Drachenauge zu werden. Meine Familie spendete Blut, Gold und Soldaten, um diesen Thron bei diesem heiligen Versprechen zu halten! Aber was tat Kane? Kane wandte sich von mir ab. Er sagt, er habe eine Gefährtin gefunden, die nicht von königlichem Stand ist, eine nutzlose Streunerin, und er liebt sie so sehr, dass er sich jeden Tag dem Hof widersetzt! Er ist nicht bereit…“ „Sie gehen zu lassen!“Deborah holte tief und zitternd Luft und zeigte wütend mit dem Finger auf den königlichen Flügel.„König Duke und Kane haben die widerliche Angewohnheit, ihre Versprechen zu brechen! Sie brechen ihre Eide, wann immer es ihren egoistische
König Herzog erließ einen Befehl, und Naagrani erhielt ein Quartier im königlichen Gästetrakt. Sie war offiziell in das Heilungsteam der Krone berufen worden, eine Rolle, die es ihr erlaubte, die steinernen Korridore allein, ohne Begleitung bewaffneter Wachen, zu beschreiten.Ich führte sie im Ostflügel in die für sie vorbereitete Privatsuite. Das Zimmer war groß, mit dicken Wollteppichen, einem breiten Kamin und einem geschnitzten Himmelbett, das mit sattgrünem Samt behängt war. Ich zeigte ihr das Waschbecken, die getrockneten Kräuter, die die Bediensteten zurückgelassen hatten, und den schweren Messingriegel an der Innentür.Ich nickte ihr respektvoll zu. „Sie werden hier Ihre Privatsphäre genießen, Königin Naagrani“, sagte ich. „Niemand betritt diesen Flügel ohne Erlaubnis.“„Privatsphäre ist ein Luxus f
Naagrani legte ihre kalte, dünne Hand flach auf meine Stirn. Ihre Haut war eiskalt und rieb hart an der brennenden Hitze in meinen Adern. Die Energie zwischen uns summte wie eine gespannte Bogensehne, ihre gelben Augen weiteten sich, ihre vertikalen schwarzen Augen zitterten vor vollkommener, atemloser Ehrfurcht.„Eine gewaltige Macht durchströmt dich, Jungfrau“, flüsterte Naagrani, ihre Stimme leicht zitternd in der Stille des Steinkorridors. „Sie ist uralt. Sie ist wild und ungezähmt und gewaltiger als die Berge. Sie ist eine Kraft reinen göttlichen Feuers, und du kannst sie nicht mehr in die Dunkelheit zurückschicken, sobald du sie erweckt hast.“Ich riss mich schnell los und entzog ihrer Hand meine Stirn. Das kalte Kribbeln verschwand von meiner Haut, und ein tiefer, pochender Schmerz breitete sich hinter meinen Augen aus. Ich schüttelte schnell den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust, um die plötzliche Kälte im dunklen Flur abz
„Niemals!“, hallte die Stimme von König Herzog durch die große Halle und übertönte das immer lauter werdende Geflüster der Ratsältesten.Der alte König knallte sein schweres Zepter auf das steinerne Podest. Der Knall hallte wie ein Donnerschlag bis zur hohen Decke. Seine Augen waren weit aufgerissen und rot vor trotzigem königlichen Stolz, und er funkelte Naagrani an, als hätte sie ihn aufgefordert, seine eigene Krone zu Asche zu verbrennen.„Das werde ich nicht tun“, sagte König Herzog mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich werde euch das nicht geben. Ich werde kein Dekret unterzeichnen, das vierzig Jahre Frieden zunichtemacht und eine uralte Dunkelheit an die Grenzen von Dragon Eye zu







