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Kapitel 6

Autor: Blanc Ball
Christys Worte trafen Manuel wie Ohrfeige um Ohrfeige.

Wütend fuhr er sie an: „Jetzt reicht es! Was zwischen Shiloh und mir ist, geht dich nichts an!“

Dann hob er Rainee auf, die mit blutendem Gesicht auf dem Boden lag, und ging, ohne sich noch einmal umzusehen.

Kaum war Manuel fort, rief Olivia die Angestellten zusammen.

Sie griffen nach allem, was sie zu fassen bekamen, und stürmten nach oben.

„Shiloh, Manuel ist weg. Jetzt ist niemand mehr da, der dich beschützt.“ Olivias Augen glühten vor Hass. „Du hast Zach getötet. Damit kommst du nicht ungestraft davon. Von heute an wird jeder Tag, den du in dieser Familie verbringst, die Hölle sein.“

Sie nickte.

Die Angestellten stürzten sich auf Shiloh, fesselten sie und schleiften sie nach unten.

Olivia trat sie ins Schwimmbecken.

Dann packte sie Shiloh an den Haaren und drückte ihren Kopf unter Wasser.

„Zach ist ertrunken. Weißt du, wie qualvoll das ist? Natürlich nicht.“ Ihre Stimme bebte vor Zorn. „Schon gut. Heute wirst du es am eigenen Leib erfahren.“

Eiskaltes Wasser füllte Shilohs Lungen.

Ihr ganzer Körper schrie.

‚So kalt ... Kaum auszuhalten ... Hat Zach so gelitten, als er starb? Hat er im Ozean nach mir gerufen?‘

Kurz bevor sie ohnmächtig wurde, riss Olivia sie an den Haaren hoch.

Shiloh schnappte nach Luft.

Bevor sie noch einmal atmen konnte, drückte Olivia sie wieder unter Wasser.

„Du kannst schwimmen! Warum bist du nicht hineingesprungen und hast Zach gerettet?“, schrie Olivia. „Lüg mich nicht an. Ich kenne die Wahrheit. Du wolltest dich an Manuel rächen. Du hast ihn dafür gehasst, dass er dich belogen hat. Du hast es gehasst, dass er Rainee liebte. Also hast du sein einziges Kind getötet, um es ihm heimzuzahlen!“

Shiloh hätte beinahe gelacht.

‚Na also. Jeder weiß, dass Manuel Rainee liebt.‘

Nur Manuel belog sich selbst und beharrte darauf, dass Rainee nichts weiter als Familie sei.

Olivia war fest entschlossen, sie leiden zu lassen.

Jedes Mal, wenn Shiloh dem Ertrinken nahe war, zog Olivia sie für ein oder zwei verzweifelte Atemzüge nach oben, nur um sie wieder unter Wasser zu drücken.

Wieder und wieder.

Dutzende Male.

Als Olivia sie ein weiteres Mal untertauchte, färbte sich das Wasser rot.

„Ihre Lungen sind verletzt!“, schrie jemand. „Sie immer und immer wieder unter Wasser zu drücken, kann sie schwer verletzen. Sie muss sofort ins Krankenhaus, sonst stirbt sie!“

Erst da hörte Olivia auf.

Zu diesem Zeitpunkt war Shiloh bereits bewusstlos.

Als Shiloh wieder aufwachte, lag sie in einem Krankenzimmer.

Manuel saß neben ihrem Bett.

Dunkle Ringe lagen unter seinen Augen. Sein Haar war zerzaust. Der Mann, der sonst immer wie ein unantastbarer Adliger auftrat, sah nun völlig zerstört aus.

„Shiloh, du bist endlich wach.“

Erleichterung blitzte in seinen müden Augen auf. Er nahm ihre Hand, die Schuld stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Es tut mir leid. Das ist meine Schuld. Ich konnte dich nicht beschützen. Keine Sorge, ich habe die Angestellten bestraft. Und meine Mutter habe ich ernsthaft gewarnt. Sie wird es dir nicht wieder schwer machen.“

Shiloh empfand nichts als Enttäuschung.

Sie war beinahe gestorben.

Und alles, was Manuel tat, war, seine Mutter zu warnen.

Er hatte noch immer niemandem die Wahrheit gesagt.

Wenn es darum ging, sie zu enttäuschen, schaffte Manuel es jedes Mal.

„In Ordnung.“

Sie schloss die Augen, zu erschöpft, um noch etwas zu sagen.

Shilohs Gleichgültigkeit schnürte Manuel die Brust zu.

Christys Worte hallten in seinem Kopf wider.

„Hast du nicht gemerkt, dass sie nicht einmal mehr mit dir redet? Sie sieht endlich, wer du wirklich bist. Sie hat aufgehört, irgendetwas von dir zu erwarten.“

Panik überkam ihn.

Er griff fester nach Shilohs Hand.

„Ich war Tag und Nacht hier. Ich habe nichts gegessen, und mein Magen macht schon wieder Probleme. Es tut weh. Kannst du diese Hühnersuppe kochen?“

Shiloh lag dort mit einem Bein im Gips und einer Infusion im Arm.

Blaue Flecken bedeckten ihren Körper.

Alles tat weh.

Manuels Augen weiteten sich.

Hastig korrigierte er sich.

„Du musst sie nicht machen. Sag mir einfach, wie es geht, dann koche ich sie selbst. Von nun an tauschen wir die Rollen. Ich kümmere mich um dich, okay?“

Shiloh konnte ihn nicht einmal ansehen.

Sie drehte ihm den Rücken zu.

„Du hast das Rezept. Koch sie selbst.“

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