ログインAls der Kaiser angegriffen wurde, tröstete mein Gemahl, der Oberbefehlshaber der Kaiserlichen Wache, gerade seine Jugendliebe, die von ihm fortgelaufen war. Ich zündete die Signalleuchtkugel in meiner Hand nicht, sondern stellte mich mit meinem schwangeren Leib schützend vor den Kaiser und diente ihm als lebendiger Schild, um ihm zur Flucht zu verhelfen. Denn in meinem vergangenen Leben hatte ich die Signalleuchtkugel gezündet, woraufhin mein Gemahl seine Geliebte zurückließ und zur Rettung des Kaisers eilte. Für seine Verdienste wurde er daraufhin zum Grafen der Landesverteidigung ernannt, doch seine Geliebte geriet in eine Falle und kam noch am selben Tag ums Leben. Mein Gemahl sagte nichts, doch an dem Tag, an dem ich unser Kind zur Welt bringen sollte, ließ er mich in die Höhle der Tausend Bestien werfen. Mit einem Gesicht voller Schmerz fragte ich ihn nach dem Grund. Er warf mir nur einen kalten Blick zu: „Um Seine Majestät wimmelten die Wachen – warum sollte gerade ich zurückkehren? Sicherlich hattest du nur Macht und Reichtum im Sinn! Du hast absichtlich das Signal gegeben, um mich zurückzurufen!“ „Hättest du die Signalleuchtkugel nicht gezündet, wäre Sophie doch nicht gestorben! Das Leid, das sie ertrug, sollst du doppelt spüren!“ Am Ende wurde ich von unzähligen Bestien zerfleischt, und selbst das Kind in meinem Leib wurde verschlungen. Als ich die Augen wieder öffnete, befand ich mich am selben Tag – dem Tag des Attentats auf den Kaiser.
もっと見るWas Niklas da sagte, klang, als hätte er endlich einen guten Vorwand gefunden. Seine Finger drückten immer stärker zu. Sophie wandte den Kopf mühsam zu mir. „Anna, du hast doch gesagt, du würdest mich retten.“ Ich schwenkte leicht meinen Fächer. „Naja. Habe ich nicht gesagt, dass ihr euch gegenseitig töten sollt? Du scheinst mich missverstanden zu haben, Sophie.“ Sophie konnte nicht fassen, dass ich, die sonst immer Mitleid zeigte, nun selbst zu solchen dunklen Mitteln griff. Sie wollte noch etwas sagen, doch ihr Atem wurde immer schwächer, bis er schließlich ganz versiegte. Sie starb, ohne die Augen zu schließen. Niklas zitterte am ganzen Leib. Er starrte auf die Frau, die er am meisten geliebt hatte, nun tot durch seine eigenen Hände. Doch er zögerte nicht lange. Er kroch zu mir, sah mich fast demütig an. „Anna, du weißt, ich habe drei Tage lang vor deiner Tür gekniet, um dich zu freien. Ich liebe dich, das weißt du. Ich war nur von diesen Frauen v
Niklas wirkte benommen, als hätte er mich zum ersten Mal wirklich erkannt. Dieser Ausdruck war wahrhaft lächerlich. „Anna, wir sind seit Jahren verheiratet. Muss es wirklich so enden, dass wir uns beide zugrunde richten?“ Ich seufzte – genauso, wie Niklas es in meinem früheren Leben getan hatte. „Gerade deswegen darf ich dich nicht decken. Ich weiß, dass mein Gemahl kein Mann ist, der Ruhm und Eitelkeit sucht. Nur auf diese Weise kann Seine Majestät glauben, dass du wirklich ein Mann von hoher Tugend bist. Und so ein Mann würde doch niemals Seine Majestät in Gefahr bringen – nur um seiner Mätresse zu gefallen.“ Ich wandte mich an den Diener. „Fang an. Aber legt mehrere Lagen Polster unter sie, damit die Bodenfliesen nicht beschmutzt werden.“ Zurückgelehnt auf meinem Stuhl wartete ich darauf, dass Niklas und Sophie einander zerstörten. Niklas begriff endlich, dass ich in diesem Moment nicht mehr durch seine Worte gefangen war, dass kein Rest von Liebe mich mehr a
Der Kaiser kam und ging, so flüchtig wie ein Windstoß, und im nächsten Augenblick blieben nur Niklas, Sophie, einige Diener und ich im Raum zurück. Sobald der Kaiser gegangen war, stand Niklas auf. Auf seinem Gesicht zeigte sich kein Hauch von Reue. Stattdessen begann er, mir Befehle zu erteilen. „Auch wenn du nun Schutzherrin des Reiches geworden bist, bist du am Ende doch meine Gemahlin. Es ist deine Pflicht, für deinen Gemahl sorgsam und sparsam den Haushalt zu führen. Geh jetzt sofort, bereite mir eine Festtafel und eine Kanne warmen Schnaps vor. Ich muss mich gut erholen.“ „Was das Kind betrifft, da es wegen Seiner Majestät gestorben ist, soll sein Leben nicht vergeblich gewesen sein. Ich habe ihm einen Namen gegeben. Schreib ihn einfach in das Familienstammbuch.“ Niklas machte eine großspurige Handbewegung. Er empfand keinerlei Schuld für seine Taten, ja mehr noch, er eignete sich sogar meine Ehre an, als wäre sie seine eigene. Ich lächelte kalt. Dieser schamlose,
„Niklas hat recht. Ich bin mit ihm zusammen aufgewachsen und habe ihn stets wie meinen eigenen Bruder betrachtet. Seit ich erfuhr, dass Anna schwanger ist, habe ich oft im Tempel gebetet, nur um zu erbitten, dass Anna dieses Kind sicher zur Welt bringt. Doch Anna glaubte, ich hätte böse Absichten und war bereit, das ungeborene Kind zu benutzen, um mich zu verleumden.“ „Ich kann das wirklich nicht mehr ertragen, Anna. Heute will ich mit meinem Tod meine Aufrichtigkeit beweisen und nur hoffen, dass du und Niklas wieder zueinanderfinden!“ Während sie sprach, stürzte sie, ehe jemand reagieren konnte, plötzlich auf eine der Säulen zu. Ihre Kraft und Geschwindigkeit zeigten deutlich, dass sie entschlossen war, zu sterben. Mein Herz zog sich zusammen. Sollte Sophie sterben, würde Niklas sicher am Leben bleiben, egal wie viel Mitleid der Kaiser mit mir hatte. Schließlich war die Signalleuchtkugel noch nicht gefunden, doch Sophie würde hier bei mir sterben – und gegen Tote konnte ei





