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Kapitel 4

Author: Selina
Und ich – nur eine gewöhnliche Angestellte, die von einer kleinen Stadt zum Studium in die Metropole gekommen war und dort mühsam arbeitete.

Dass uns irgendein tiefes, dramatisches Schicksal verbinden könnte, war einfach eine völlig absurde Vorstellung!

Als ich Elias finster und niedergeschlagen dasitzen sah, wollte ich nur noch fort.

„Wenn sonst nichts mehr ist, gehe ich dann mal. Tschüss, du brauchst mich nicht zu begleiten.“

Ich wollte gerade die Autotür öffnen und aussteigen, doch Elias war schneller und packte meinen Arm.

„Bevor die Sache geklärt ist, bleibst du besser in meiner Nähe.“

„Warum? Wird deine Freundin das nicht stören?“

„Ich habe keine...“, begann Elias, änderte dann aber rasch den Satz. „Sie ist im Ausland.“

„Aha, ich verstehe“, sagte ich mit einem spöttischen Lächeln. „Deine große Liebe, die du nie vergessen kannst, ist im Ausland – eine uralte Geschichte!“

Plötzlich kam mir ein Gedanke. „Moment mal, sehe ich ihr etwa ähnlich? Du hast mich doch wohl nicht, betrunken wie du warst, mit deiner unvergesslichen Herzensdame verwechselt, oder? Deshalb hast du zugelassen, dass ich dir näherkomme! Na klar, ich wusste doch, dass zwischen uns eigentlich nichts sein kann. Jetzt bin ich beruhigt.“

Elias’ Gesicht verfinsterte sich. „Halt den Mund. Ihr seht euch überhaupt nicht ähnlich.“

Dann fügte er noch hinzu: „Und sie konnte mir sowieso nie nahekommen.“

„Äh, was? Willst du sagen, dass selbst deine große Liebe dir nicht näherkam, wenn du betrunken warst?“

„Was ist das denn für eine große Liebe? So richtig scheinst du sie auch nicht zu lieben.“

Elias’ Gesichtsausdruck wurde noch düsterer, voller Verdruss. „Warum redest du so viel?“

Ich zuckte die Schultern. „Was soll ich machen? Meine Mutter muss während der Schwangerschaft ein Radio verschluckt haben!“

Der Leibwächter, der sich inzwischen auf den Fahrersitz gesetzt hatte, lachte laut auf.

Elias aber verzog keine Miene. Stattdessen sagte er zum Leibwächter: „Überweis ihr Geld. Damit sie den Mund hält!“

Dingdong –

Der Leibwächter überwies mir 2000 Euro.

Ich zog mir pantomimisch einen Reißverschluss über die Lippen.

Meine oberste Lebensregel lautete, Kunden zufriedenzustellen – die grundlegende Berufsethik einer gewöhnlichen Angestellten wie mir.

Aber bei seinem Vorschlag, in seiner Villa zu wohnen, zog ich eine klare Grenze.

Als das Auto in der Einfahrt der Villa zum Stehen kam, verschränkte ich sofort die Arme vor der Brust.

„Ich schlafe mit niemandem, auch nicht für Geld. Wir Mädchen der Gen Z haben Prinzipien!“

Elias stieg aus, warf mir einen Blick voller Abneigung zu und sagte: „Träum weiter!“

„Du wohnst im Gästezimmer. Zähle dich zu den Bediensteten.“

„Von jetzt an bist du verantwortlich dafür, dich um mich zu kümmern, wenn ich betrunken bin.“

Und so zog ich – mir nichts, dir nichts – in das Haus des herrischen, reichen Chefs ein ... Ins Gästezimmer!

Gezwungenermaßen, ohne jede Wahl.

Elias, dieser herrische Trunkenbold, zwang mich allen Ernstes, sein persönliches Dienstmädchen zu spielen!

Nur wegen der täglichen Überweisung von 2000 Euro nahm ich den Job an.

6

Ich konnte nur jeden Tag still hoffen, dass Elias’ lang ersehnte große Liebe bald aus dem Ausland zurückkehrte.

Dann war ich endlich wieder frei, oder?

Welche Frau duldete schließlich, dass ihr eigener Mann eine so hübsche Dienstmagd wie mich im Haus wohnen ließ?

Draußen kursierten inzwischen Gerüchte: Elias hat heimlich ein geliebtes Mädchen bei sich versteckt – zum allerersten Mal in seinem Leben.

Man erzählte, dass er jedes Mal, wenn er genug getrunken hatte, sie anrief, um ihn abzuholen.

Scheinbar war ich in Elias’ Augen etwas ganz Besonderes.

Dabei wusste der Himmel allein, wie unendlich erschöpft ich in Wahrheit war: Tagsüber die einfache Angestellte, die vom Kapitalismus ausgebeutet wurde, und nachts die persönliche Babysitterin eines sturen Konzernchefs.

Ich stand kurz davor, vor lauter Frust zu platzen, als Elias’ jahrelang vermisste große Liebe endlich aus dem Ausland zurückkehrte.

Doch als sie hastig in die Villa stürmte und mich im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen sah, wie ich genüsslich teure importierte Früchte aß, schreckte sie wie beim Anblick eines Geistes zurück.

Ich saß mit übereinandergeschlagenen Beinen auf dem Sofa und wartete darauf, dass sie mich mit diesem missbilligenden Blick ansah und mich hinauswarf. Aber sie ...

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