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Kapitel 3

작가: Selina
War er blind? Er lehnte sich an mich!

Ich war den Tränen nah: „Und was sollen wir jetzt tun?“

Der Leibwächter sagte: „Ich muss Sie wohl bitten, Herrn Hartmann ins Auto zu helfen und ihn nach Hause zu fahren. Können Sie fahren?“

„Geht so, meine Fahrkünste sind durchschnittlich.“

Ich blieb skeptisch: „Sie beide spielen mich doch nicht an der Nase herum, oder? Warum ausgerechnet ich? Können sich nicht seine Eltern um ihn kümmern?“

Der Leibwächter antwortete: „Die Eltern von Herrn Hartmann sind schon lange verstorben. Er hat nur noch seinen Großvater, aber selbst der kann sich ihm nicht nähern, wenn er getrunken hat.“

Das war wirklich merkwürdig.

Also musste ich all meine Kraft zusammennehmen, um diesen 1,85 Meter großen Mann ins Auto zu hieven – und ihn auch noch nach Hause zu fahren.

Später fügte mich der Leibwächter bei WhatsApp hinzu, für den Fall, dass er mich irgendwann noch einmal brauchen sollte.

„Vergiss es! Kommt gar nicht infrage!“

Der Leibwächter überwies mir tausend Euro.

Sofort lächelte ich freundlich: „Kein Problem, jederzeit, Sie brauchen gar nicht zu zögern – aber nur zu diesem Preis.“

4

Eines Abends, etwa zwei Wochen später, überwies mir der Leibwächter plötzlich tausend Euro.

„Frau Mia Neumann, es gibt eine dringende Angelegenheit, bei der wir Ihre Hilfe benötigen. Könnten Sie bitte herkommen? Ich habe Ihnen den Standort geschickt.“

Ich folgte der Standortmarkierung und fand mich vor dem luxuriösesten Club der Hafenstadt wieder.

Als ich die schwere Tür der VIP-Lounge aufstieß, sah ich mehrere hochrangige Persönlichkeiten – genau die Sorte Männer, die man sonst nur aus den Wirtschaftsnachrichten im Fernsehen kannte – kreuz und quer auf dem Boden verstreut liegen.

Kurz darauf trafen Krankenwagen ein und brachten sie alle ins Krankenhaus.

Am Ende blieb nur Elias übrig, der ein Schweizer Messer in der Hand hielt, mit dem Rücken an der Wand lehnte und, obwohl offensichtlich betrunken, aufmerksam jede Bewegung in seiner Umgebung verfolgte.

Ehrlich gesagt, als ich seine geröteten Augen sah und seine gefährliche Haltung erkannte – als würde er jeden angreifen, der sich näherte –, wagte ich es nicht, ihm zu nahe zu kommen.

Meine Beine zitterten vor Angst, und ich schickte das Geld eilig zurück:

„Das geht nicht, diesen Auftrag kann ich nicht übernehmen.“

Der Leibwächter überwies mir sofort zehntausend Euro. Er sagte: „Verstanden. Sie wollen einen Gefahrenzuschlag, richtig?“

Das war wirklich nicht das, was ich meinte.

Aber zehntausend!

Ich war nur eine einfache Angestellte und konnte der Versuchung von zehntausend unmöglich widerstehen.

Also fasste ich allen Mut zusammen und ging zu ihm hinüber.

Vorsichtig klopfte ich ihm auf die Schulter: „Bitte nicht töten, leg das Messer hin.“

Damit rechnete ich wirklich nicht – er hörte tatsächlich auf mich.

Mit trübem, halb geschlossenem Blick sah er mich eine Weile an, dann steckte er das Schweizer Messer weg.

Gleich darauf schwankte sein Körper, und plötzlich fiel er mir in die Arme.

Mein Gott!

Er war schwer, so schwer, dass ich das Gleichgewicht verlor und mit ihm zusammen zu Boden ging.

Zum Glück drehte er sich im letzten Moment und fing mich mit seinem Körper auf.

Ich landete unsanft auf ihm.

5

Draußen vor dem Wagen sprach der Leibwächter sehr schnell mit Elias und zeigte ihm etwas auf seinem Handy.

Offensichtlich zeigte er ihm Videos von den letzten Notfällen, bei denen ich zur Hilfe kam.

Ich öffnete heimlich das Fenster einen Spalt und hörte bruchstückhaft, wie der Leibwächter sagte:

„Herr Hartmann, so war der Ablauf. Ich wollte wirklich nichts vor Ihnen verbergen.“

„Vor allem habe ich noch nicht herausgefunden, welche Verbindung Sie und Frau Neumann früher einmal hatten.“

„Warum konnten Sie ihr vertrauen, gerade in dem Moment, als Ihr Bewusstsein getrübt war, aber Ihre Schutzmechanismen am stärksten waren?“

„Ich wollte erst Bericht erstatten, wenn die Untersuchung abgeschlossen wäre.“

Dann öffnete Elias die Wagentür und stieg ein.

Ich mimte sofort Ahnungslosigkeit und starrte auf mein Handy.

In Wahrheit grübelte ich in den letzten Monaten selbst unzählige Male darüber.

Aber ich konnte mich beim besten Willen nicht an irgendeine frühere Verbindung zwischen Elias und mir erinnern.

Er war der glänzende Erbe eines Milliardärshauses in der Hafenstadt, geboren im Reichtum, mit einem Vermögen in Milliardenhöhe.

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