ログインOlivia Morgan war die Tochter, die ihre Eltern opferten, um ihr Technologieunternehmen zu retten. Gezwungen, anstelle ihrer Schwester Nathan Hayes zu heiraten, gedemütigt in ihrer Hochzeitsnacht, beschuldigt für ein Verbrechen, das sie nicht begangen hatte. Sie ging mit nichts. Sieben Jahre später kehrt sie als erfolgreiche CEO mit Zwillingskindern zurück. Sie will nur eines: eine Scheidung. Nathan Hayes verbrachte sieben Jahre damit, zuzusehen, wie Jessicas Maske Stück für Stück fiel. Er erkannte, dass Olivia nie die Lügnerin war. Er begann sich an ihr Kochen zu erinnern. An ihre Stille. Daran, dass sie nie bettelte. Als Olivia die Scheidung verlangt, weigert er sich. Er will Erlösung. Sie will Freiheit. Jessica will Olivias Zerstörung. Und die Zwillinge haben Nathans Augen. Sie wird ihre Kinder nicht in die Nähe von Menschen lassen, die Liebe nicht verstehen. Er verbrachte sieben Jahre damit zu lernen, was Liebe bedeutet. Reicht das, um ihr Herz zu erweichen, oder wird sie die Zukunft ohne ihn umarmen?
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„Du heiratest Nathan Hayes, und damit ist es entschieden.“
Die Stimme meines Vaters hatte nichts in sich. Sie klang flach, als wäre mein Schicksal bereits beschlossen. Als würde er mir den Wetterbericht vorlesen oder so. Ich konnte nicht fassen, was ich gerade gehört hatte. Die Worte läuteten eine laute Glocke in meinem Ohr. Für einen Moment fühlte ich mich schwindelig.
Ich sah zu ihm auf, wo ich stand wie ein Soldat in Uniform und im Dienst.
„Entschuldigung, was?“ sagte ich.
„Spiel nicht blöd mit mir. Ich werde mich nicht wiederholen, Miss Olivia!“ Er sah mich nicht einmal an. Er stand an seinem Fenster mit der Skyline von Seattle im Rücken. Sein Büro. Seine Aussicht mit Glaswänden und einem Ledersessel, der mehr kostete als mein gesamtes bisheriges Leben zusammengenommen. Ich hatte dieses Büro nur betreten, wenn ich Kaffee brachte oder es putzte. Ein Teil meiner Arbeit war es, sein Büro täglich zu reinigen. Dafür sorgte er persönlich.
„Jessica ist zu jung. Die Hayeses warten nicht.“ Er sah zur Seite und sagte ruhig: „Du wirst ihren Platz einnehmen.“
„NEIN! DAS WERDE ICH NIE TUN!“
Er drehte sich um. Dieselben kalten Augen, die er mein ganzes Leben lang hatte. Die Augen, die zusahen, wie ich im Alter von acht Jahren die Treppe hinunterfiel und … er ging einfach weiter, als wäre ich nicht da. Er sah zu, wie ich vor Hunger weinte, und sagte mir, ich solle den Lärm unterlassen. Aber meine kleine Schwester Jessica bekam immer das komplette Gegenteil.
„Was hast du gesagt?“
„NEIN!“ Meine Stimme zitterte, aber sie kam heraus. „Ich werde es nicht tun.“
Er lachte laut. Seine Schultern hoben und senkten sich, aber der Klang des Lachens hatte nichts Lustiges an sich.
„Was glaubst du, was das hier ist? Du glaubst, du hast eine WAHL? Du glaubst, du hast bei dieser Sache irgendetwas zu sagen? Hör zu, junge Dame. Bring mich nicht auf die Palme. Die Fusion steht fest. Die Vereinbarung ist unterschrieben. DU.HEIRATEST.NATHAN HAYES! Klar?“
„Ich gehe“, sagte ich verzweifelt. „Ich packe heute Nacht. Du wirst mich nie wiedersehen. Du willst mich nicht. Du liebst mich nicht als deine Tochter. Ihr habt mich nie geliebt. Ich weiß, ich bin euch lästig, aber ihr müsst mich nicht so behandeln. Ich könnte einfach für immer aus eurem Leben verschwinden.“ Ich hielt mich an dem Stuhl vor mir fest, um Halt zu finden. Ich zitterte am ganzen Körper.
„Womit gehen?“, begann er. „Du hast kein Geld. Das Auto springt kaum an. Keine Freunde. Niemand, der dich aufnimmt. Also, wohin genau willst du gehen, Olivia? Hm?“ Seine Augen weiteten sich, und er warf mir einen fragenden Blick zu.
Ich öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Die Wahrheit lag wie ein Stein in meiner Brust. Er hatte recht. Er hatte in solchen Dingen immer recht. Ich hatte niemanden. Ich war zweiundzwanzig, hatte noch nie etwas erlebt oder etwas erreicht und kannte keinen einzigen Menschen, dem es wirklich etwas ausmachte, ob ich existierte oder nicht. Tränen liefen mir über die Wangen und wollten nicht aufhören.
„Das dachte ich mir.“ Er blieb so nah stehen, dass ich sein Parfüm riechen konnte. Dasselbe Parfüm, das er mein ganzes Leben lang trug. Der Geruch, den ich jedes Mal wahrnahm, wenn er an mir vorbeiging, ohne mich anzusehen.
„Du wirst Nathan Hayes heiraten, und du wirst die ganze Zeit lächeln. Denn wenn nicht, nehme ich dir alles. Das Haus. Deinen lächerlichen Job. Jeden Cent. Du wirst auf der Straße landen, und niemand in dieser Familie wird dir auch nur die kleinste Hilfe geben. Nicht ich.“ Er tippte sich auf die Brust. „Nicht deine Mutter. Nicht Jessica.“ Er sagte es mit ernstem Gesicht und fester Stimme.
Meine Hände fingen an zu zittern. Ich presste sie flach gegen meine Beine, aber sie hörten nicht auf. Bei ihm hörten sie nie auf.
„Ich hasse dich“, sagte ich. Kaum mehr als ein Flüstern.
Er lächelte. Das erste Lächeln, das er mir je geschenkt hatte – aber kein freundliches.
„Hass mich, so viel du willst. Heirate ihn einfach.“ Er zuckte mit den Schultern.
Er verließ das Büro, und die Tür knallte hinter ihm zu.
Ich stand allein in seinem Büro mit seiner Aussicht, seiner Welt und seinen Worten, die noch immer in der Luft hingen. Für ein paar Sekunden war ich wie gelähmt. Ich konnte meine Beine oder meinen Körper nicht bewegen. Es war, als wäre mein Kopf zu schwer für mich.
Du hast nichts.
Niemand wird dir helfen.
Heirate ihn einfach.
Ich ging in dieser Nacht nach Hause, weil mein Auto wieder nicht ansprang. Es regnete, und die Kälte drang durch meine dünne Jacke. Als ich am Haus ankam, zitterte ich am ganzen Körper. Meine Zähne klapperten so heftig, dass ich es kaum kontrollieren konnte. Meine Finger waren taub, und Wasser lief mir von den Haaren ins Gesicht.
Jessica lag auf dem weißen Sofa, die Füße hochgelegt, das Handy in der Hand. Sie trug einen teuren pinken Kaschmirpullover. Ihr Haar war perfekt gelockt. Sie sah zu mir auf und rümpfte die Nase, als hätte sie einen üblen Geruch wahrgenommen.
„Du tropfst auf den Boden“, sagte sie.
Ich stand da, während sich das Wasser um meine Schuhe sammelte und in den weißen Teppich einsog.
„Hast du es gewusst?“, fragte ich ruhig.
„Was gewusst?“
„Von der Hochzeit. Dass ich deinen Platz einnehmen soll. Warum muss ich deinen Verlobten heiraten?“
Sie legte das Handy weg und setzte sich aufrecht hin, ihre Augen wurden groß und weich. Der Blick, den sie perfektionierte, seit wir Kinder waren. Derselbe Blick, der mich mit zwölf in den Keller sperrte, weil sie allen erzählte, ich hätte sie geschlagen. Ich habe sie nie angerührt. Aber niemand glaubte mir sowieso.
„Olivia“, sagte sie. „Ich hatte keine Ahnung. Das tut mir so leid“, sagte sie beschwichtigend.
Es tat ihr nicht leid. Ich konnte es in ihren Augen sehen. Dieses kleine Glänzen. Der Mundwinkel, der immer wieder nach oben zucken wollte.
„Du lügst!“, sagte ich und zeigte mit dem Finger auf sie. „Wahrscheinlich ist die Ehe nicht gut, aber sie muss stattfinden, damit die Fusion Bestand hat! Ich werde geopfert, oder?“ Ich neigte den Kopf und warf ihr einen fragenden Blick zu.
Der weiche Ausdruck verschwand aus ihrem Gesicht, als wäre er nie da gewesen. „Und wenn schon?“
Ich ging auf sie zu und hinterließ nasse Spuren auf dem Teppich. Demselben Teppich, auf dem meine Mutter mich anschrie, als ich zehn war und Matsch hereintrug. Demselben Teppich, auf den Jessica einmal Rotwein verschüttete und meine Mutter nur lachte und sagte: „Unfälle passieren.“
„Du wusstest es die ganze Zeit.“
Sie stand auf. Kleiner als ich, aber irgendwie schaffte sie es immer, auf Menschen herabzusehen.
„Natürlich wusste ich es. Papa hat es mir vor Wochen erzählt. Mama sagte, ich sei zu jung. Zu zart, um einen Mann zu heiraten, den ich nicht liebe.“ Sie neigte den Kopf, und ihr Haar fiel über eine Schulter. „Also gibt er dich stattdessen Nathan. Das Ersatzteil wird endlich für etwas genutzt.“
Ich trat näher, meine Hände ballten sich ohne mein Zutun zu Fäusten.
„Ich gehe heute Nacht. Ich werde das nicht tun“, sagte ich durch zusammengebissene Zähne.
Sie lachte grausam und höhnisch.
„Gehen? Mit welchem Auto? Mit welchem Geld? Mit welchen Freunden?“ Sie kam näher, bis ich ihr Parfüm riechen konnte, süß und teuer. „Du wirst Nathan Hayes heiraten, und du wirst unglücklich sein, und ich werde jede Sekunde davon beobachten. Und dann suche ich mir jemand Besseren. Jemanden, der wirklich zählt.“
Sie streckte die Hand aus und berührte mein nasses Haar. Ihre Finger waren warm. Meine waren eiskalt.
„Du bist ein austauschbarer Ersatz, Olivia. Vergiss das nicht“, sagte sie leise und warf mir einen spöttischen Blick zu.
Sie ging die Treppe hinauf in ihr Kingsize-Bett und ihren Kleiderschrank voller Taschen und das ganze Leben, für das ich offenbar gehandelt wurde.
Ich stand im Wohnzimmer, während Wasser auf den Teppich tropfte, zitterte, völlig allein.
Meine Mutter erschien in der Tür mit einem Glas Wein in der Hand. Sie sah auf die Pfütze. Auf meine durchnässte Kleidung. Auf mein Gesicht.
„Mach das sauber“, sagte sie scharf. „Du ruinierst den Teppich.“
Sie ging weg. Fragte nicht, warum ich nass war. Fragte nicht, ob alles in Ordnung sei. Sie fragte nie etwas.
In dieser Nacht packte ich eine Tasche. Jeans, ein Hemd, die paar Hundert Dollar, die ich von einem Job gespart hatte, bei dem mein eigener Vater mir weniger zahlte als allen anderen, weil ich „Familie“ war. Ein Job, bei dem ich in einer Ecke saß und niemand meinen Namen kannte.
Ich wartete bis drei Uhr morgens. Das Haus war dunkel, alle schienen zu schlafen, die Fluruhr tickte zu laut in der Stille. Ich konnte sogar meinen eigenen Herzschlag in den Ohren hören.
Ich öffnete meine Zimmertür.
Ich keuchte vor Schock, als ich sah, was vor mir lag. Das hätte ich nie erwartet.
Olivias PerspektiveDer Fallout 2„Mami!“ Emma rannte zu mir. Sie warf ihre Arme um meinen Hals. „Wir waren im Park! Wir haben Enten gesehen! Ich habe neue Freunde gefunden.“Ich hielt sie fest und sie wand sich.„Mami. Du drückst mich.“„Entschuldigung, Schatz.“ Ich lockerte meinen Griff und küsste ihre Stirn. „Ich bin einfach froh, dich zu sehen.“Noah ging auf mich zu. Er hielt ein Blatt. Er hielt es hoch.„Ich habe das gefunden. Für dich, Mami.“Ich nahm es und sah es an. Ein einfaches Blatt. Braun. Zerbröselnd. Perfekt.„Danke, Schatz.“Er lächelte. Unschuldiges Lächeln, weil er nicht wusste, was vorging. Selbst wenn er es wüsste, würde er es wahrscheinlich nicht verstehen.Ich sah Charlotte an. Ihr Gesicht war besorgt. Sie wusste es. Sie hatte die Nachrichten gesehen.„Bring sie in ihr Zimmer“, sagte ich. „Behalte sie dort. Lass sie nicht fernsehen. Lass sie nichts sehen. Wenn sie darauf bestehen, lass sie Cartoons schauen.“„Natürlich, Ms. Morgan.“Sie führte sie weg. Emma wink
Olivias PerspektiveDer FalloutIch starrte auf mein Handy, nachdem ich das Gespräch mit Jessica beendet hatte.Das Gespräch war vorbei. Aber ihre Worte hallten immer noch in meinen Ohren nach.„Eine Entführerin?“ dachte ich. Ich hatte nie erwartet, dass Jessica so weit gehen würde.Ich fühlte mich taub. Kalt. Als hätte jemand Eiswasser über meine Wirbelsäule gegossen. Meine Hand umklammerte das Handy immer noch so fest, dass meine Knöchel weiß geworden waren. Mein Atem kam in kurzen, flachen Zügen, die meine Lungen nicht zu erreichen schienen.Dann summte mein Handy. Eine Nachricht von Maya.„Olivia. Schalte die Nachrichten ein. Sofort.“Ich bewegte mich nicht. Ich brachte es nicht über mich. Meine Finger waren um das Handy erstarrt.Mein Handy summte erneut. Diesmal von Tanya.„Siehst du das? Ruf mich an.“Dann noch eine. Und noch eine. Und noch eine.Ich öffnete meine Nachrichten-App. Die Schlagzeile hatte sich nicht geändert. Stattdessen schrieben mehr Nachrichtenportale darüber.
Jessicas PerspektiveDas LeckPatricias Haus war ruhig, als ich hineinging.Die Marmorböden glänzten. Die Kronleuchter funkelten. Alles war perfekt. Alles war an seinem Platz.Sie saß im Wohnzimmer mit einem Glas Wein in der Hand. Eine Zeitschrift auf ihrem Schoß. Sie sah auf, als ich hereinkam. Ihr Gesicht war ruhig. Erwartungsvoll.„Jessica“, sagte sie. „Ich habe mich gefragt, wann du kommst.“Ich ging auf sie zu. Meine Absätze klackten auf dem Marmor. Ich setzte mich ihr gegenüber und schlug die Beine übereinander.„Wir müssen reden, Mutter“, sagte ich sanft.„Über Olivia?“ fragte sie mit einem Lächeln.„Ja.“Patricia legte ihre Zeitschrift ab. Sie nahm einen Schluck Wein und sah mich an. Ihre Augen waren kalt und berechnend.„Ich habe gehört, was sie dir angetan hat. Ich habe dir das Geld geschickt. Ich habe mich im Namen von Nathan entschuldigt.“„Ich weiß. Ich habe es bekommen. Danke.“„Gern geschehen.“ Sie neigte den Kopf. „Aber ich nehme an, du bist nicht nur hier, um mir zu d
Olivias PerspektiveDie HeimfahrtDie Fahrt nach Hause war ruhig. Keiner von uns sprach. Die Stille war nicht unangenehm. Nicht genau. Sie war schwer und voller Dinge, die wir nicht sagten.Ich sah ihn an, wie er fuhr. Sein Kiefer war entspannt.Er hatte jedes Recht, wütend zu sein. Er hatte jedes Recht, kalt zu sein, wenn er wollte, aber er war es nicht. Das machte es schlimmer.„Danke“, sagte ich. Meine Stimme war sanft und klein.Er sah mich an. „Wofür?“„Für letzte Nacht. Für heute Morgen. Dass du nicht wütend bist.“Er atmete tief durch und lachte mich an, als hätte ich gerade etwas Lustiges gesagt.„Ich habe dir schon gesagt. Du hast nichts falsch gemacht. Warum bestehst du darauf, dich zu entschuldigen?“„Ich habe dich geküsst und bin dann weggelaufen.“„Du warst nicht bereit.“ Er zuckte mit den Schultern. „Das ist kein Verbrechen. Genug jetzt. Okay.“Ich sah ihn an, wie er es sagte, als wäre es das Einfachste der Welt.„Du bist zu verständnisvoll“, sagte ich.„Wäre es dir lieb

















