LOGINOlivia Morgan war die Tochter, die ihre Eltern opferten, um ihr Technologieunternehmen zu retten. Gezwungen, anstelle ihrer Schwester Nathan Hayes zu heiraten, gedemütigt in ihrer Hochzeitsnacht, beschuldigt für ein Verbrechen, das sie nicht begangen hatte. Sie ging mit nichts. Sieben Jahre später kehrt sie als erfolgreiche CEO mit Zwillingskindern zurück. Sie will nur eines: eine Scheidung. Nathan Hayes verbrachte sieben Jahre damit, zuzusehen, wie Jessicas Maske Stück für Stück fiel. Er erkannte, dass Olivia nie die Lügnerin war. Er begann sich an ihr Kochen zu erinnern. An ihre Stille. Daran, dass sie nie bettelte. Als Olivia die Scheidung verlangt, weigert er sich. Er will Erlösung. Sie will Freiheit. Jessica will Olivias Zerstörung. Und die Zwillinge haben Nathans Augen. Sie wird ihre Kinder nicht in die Nähe von Menschen lassen, die Liebe nicht verstehen. Er verbrachte sieben Jahre damit zu lernen, was Liebe bedeutet. Reicht das, um ihr Herz zu erweichen, oder wird sie die Zukunft ohne ihn umarmen?
View MoreOlivias PerspektiveDas Hauptlager war überhaupt nicht wie das, in dem ich in der Nähe des Schutzraums gearbeitet hatte.Es war riesig. Strahlend weiße Böden. Hohe Decken mit Oberlichtern. Automatisierte Förderbänder, die in sauberen Reihen summten. Klimatisierte Luft. Alles war organisiert, etikettiert und effizient.Ich stand am Eingang, den Mund leicht geöffnet. Noch nie so etwas gesehen."Sie müssen Olivia sein."Ich drehte mich in Richtung der Stimme. Ein Mann kam auf mich zu. Groß. Knackiger Anzug. Ein warmes Lächeln."Mr. Matthew?" fragte ich."Der bin ich." Er streckte seine Hand zur Begrüßung aus. "Oh mein Gott. Danke, dass Sie so kurzfristig gekommen sind. Wir sind unterbesetzt und es gibt neue Waren.""Kein Problem. Danke, dass Sie mich haben."Er sah auf meinen Bauch. Seine Augen zuckten. Nur für eine Sekunde. Dann zurück zu meinem Gesicht."Folgen Sie mir", sagte er.Er führte mich durch das Lager. Reihen von Regalen. Hochgestapelte Paletten. Gabelstapler, die sich leise
Olivias PerspektiveIch stellte den Wecker auf 5:40 Uhr. Und natürlich enttäuschte er mich nie.Ich holte meine Hand unter der dicken Decke hervor und drückte auf den Knopf. Stille. Der Raum war dunkel und kalt. Die anderen Kojen waren mit schlafenden Frauen gefüllt. Sanftes Atmen. Gelegentliches Schnarchen.Ich setzte mich langsam auf. Der Rücken schmerzte. Meine Füße waren ein wenig geschwollen. Ich war schon im siebten Monat. Noch zwei Monate bis zur Entbindung.Ich schwang meine Beine über den Rand der Koje. Die Zehen berührten den kalten Boden. Ich fröstelte. Griff nach meiner Uniform. Locker. Weit. Dasselbe graue Hemd, das ich seit Wochen trug. Bedeckte kaum noch die Beule.Ich zog mich im Dunkeln an. Band mir die Haare zurück. Fest. So, wie ich sie immer trug.Ich ging ins Badezimmer. Das Licht flackerte. Der Spiegel war gesprungen. Ich sah mich an. Ich sah müde und abgekämpft aus. Dunkle Ringe darunter."Siebtausend Dollar", flüsterte ich meinem Spiegelbild zu. "Siebtausend ge
Olivias PerspektiveIch schoss im Bett hoch, rang nach Luft aus einem Albtraum. "Mein Baby! Wo ist mein Baby?"Der Schrei riss aus mir heraus, bevor ich ihn aufhalten konnte. Meine Hände gingen sofort an meinen Bauch. Mein Herz schlug so heftig, dass ich es in meinen Ohren hören konnte. Der Raum wirkte dunkel. Aber er war eigentlich weiß gestrichen. Maschinen piepsten. Der Zugang lag noch in meinem Arm."Olivia! Olivia, wach auf!"Tanyas Hände lagen auf meinen Schultern. Ihr Gesicht war nah. Die Augen weit vor Sorge."Atme." Ihre Stimme war scharf. "Atme, Olivia. Dir geht's gut. Du bist in Sicherheit."Ich konnte nicht atmen. Meine Brust hob und senkte sich. Mein ganzer Körper zitterte."Das Baby", keuchte ich. "Das Baby …""Dem Baby geht es gut." Tanyas Stimme war fest. "Dem Baby geht es gut, Olivia. Euch beiden geht es gut."Ich sah sie mit ruhigen Augen an. Sie war ruhig. Sie log nicht."Bist du sicher?" Meine Stimme brach. Heiser."Ja, bin ich." Sie drückte meine Schultern. "Es wa
Nathans PerspektiveDas Wohnzimmer der Morgans war still, abgesehen von Jessicas Weinen.Sie war auf dem weißen Sofa zusammengerollt. Ihr Gesicht war im Kissen vergraben. Ihre Schultern hoben und senkten sich bei jedem Atemzug. Ihre Wimperntusche verschmierte auf ihren Wangen. Die Haare waren ein verknotetes Durcheinander.Richard Morgan kam herein und blieb an der Tür stehen. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen."Jessica? Was ist los?"Sie antwortete nicht. Sie weinte nur lauter, ihre Finger kratzten über das Kissen.Er kam herüber und setzte sich neben sie. Er legte seine Hand auf ihren Rücken."Jessica. Red mit mir."Sie hob den Kopf. Ihr Gesicht war rot. Ihre Augen waren geschwollen. Ihre Nase lief."Er hasst mich." Ihre Stimme war zerrissen. Gebrochen. "Er hasst mich, Daddy.""Wer hasst dich?""Nathan." Sie wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht. "Er hat mich aus seinem Büro geworfen. Mein Essen in den Müll geworfen. Gesagt, er will mich nie wieder sehen."Richards Kiefe











