LOGINdie letzte türAdrian stand im schwachen Licht des geheimen Ganges.In seiner Hand hielt er eine Waffe.Doch er wirkte nicht nervös.Nicht einmal überrascht.Er sah Emma an, als hätte er genau auf diesen Moment gewartet.Gabriel stand einige Schritte hinter ihm.Alexander stellte sich sofort vor Emma.„Geh hinter mich.“Emma schüttelte den Kopf.„Nein.“„Emma.“„Ich werde mich nicht mehr verstecken.“Ihre Stimme zitterte zwar, aber sie blieb fest.Adrian beobachtete sie aufmerksam.Dann lächelte er.„Jetzt verstehe ich, warum dein Vater so stolz auf dich war.“Emma sah ihn an.„Du kennst meinen Vater?“„Besser, als du denkst.“„Dann sag mir die Wahrheit.“Adrian neigte leicht den Kopf.„Welche Wahrheit?“Emma lachte bitter.„Die Wahrheit über mein ganzes Leben.“„Das ist eine sehr große Frage.“„Dann fang irgendwo an.“Adrian schwieg.Daniel trat vor.„Lass sie in Ruhe.“Adrian sah ihn an.„Du hast immer geglaubt, du könntest sie retten.“„Und ich werde es weiterhin versuchen.“„Du ha
Emma konnte nicht atmen.Die Worte hallten noch immer durch den dunklen Flur.„Jetzt weißt du es.“Gabriel.Seine Stimme war verschwunden, aber seine Worte waren geblieben.Emma stand reglos da.Alexander hielt ihre Hand.Fest.Warm.Real.Das Einzige, was sich in diesem Moment noch real anfühlte.„Emma.“Sie reagierte nicht.„Emma, sieh mich an.“Langsam hob sie den Blick.Alexander stand direkt vor ihr.„Ich bin hier.“Sie schluckte.„Meine Mutter hat gerade gesagt, Gabriel sei mein Bruder.“„Ich weiß.“„Und jetzt sagt sie, dass er es nicht ist.“„Ich weiß.“„Und irgendwo in diesem Haus ist jemand, der behauptet, mein Vater zu sein.“Alexander schwieg.Emma lachte plötzlich.Ein leises, ungläubiges Lachen.„Weißt du was?“„Was?“„Ich glaube, mein Leben ist verrückt geworden.“Ein kleines Lächeln erschien auf seinem Gesicht.„Das glaube ich schon seit einer Weile.“Emma stieß ihn leicht gegen die Schulter.„Das ist nicht lustig.“„Ich weiß.“Sein Lächeln verschwand.„Aber ich wollte
Der Regen hatte aufgehört.Doch Emma konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass der Sturm gerade erst begonnen hatte.Sie saß auf dem Beifahrersitz von Alexanders Wagen und starrte durch die Fensterscheibe in die dunkle Stadt.Seit Gabriel gegangen war, hatte sie kein Wort gesagt.Der kleine Schlüssel lag in ihrer Hand.Winzig.Silbern.Fast unscheinbar.Und trotzdem fühlte er sich schwerer an als alles, was sie je gehalten hatte.Alexander fuhr.Seine Hände lagen fest am Lenkrad.Er hatte seit fast zehn Minuten nichts gesagt.Nicht, weil er keine Fragen hatte.Sondern weil er wusste, dass Emma gerade versuchte, ihre Gedanken zu sortieren.Schließlich brach sie die Stille.„Du glaubst ihm nicht.“Alexander sah kurz zu ihr.„Wem?“„Gabriel.“„Nein.“Emma sah wieder aus dem Fenster.„Aber du glaubst, dass wir zum Anwesen gehen müssen.“„Ja.“Sie drehte sich zu ihm.„Warum?“„Weil er etwas weiß.“„Das macht ihn nicht vertrauenswürdig.“„Das habe ich nicht gesagt.“„Dann warum?“Alexander
Emma konnte nicht sprechen.Sie stand mitten im unterirdischen Archiv, ihre Finger fest um Alexanders Hand geschlossen, während Adrians Worte immer wieder durch ihren Kopf gingen.„Du hast ihn bereits getroffen.“Ihr Vater.Der Mann, nach dem sie ihr ganzes Leben lang gesucht hatte.Der Mann, von dem sie geglaubt hatte, er sei tot.Und Adrian behauptete, sie hätte ihm bereits gegenübergestanden.Emma sah langsam durch den Raum.Nathan.Victor.Alexander.Anna.Niemand sagte etwas.Diese Stille war schlimmer als jede Antwort.„Was soll das heißen?“, fragte Emma schließlich.Adrian stand vollkommen ruhig vor ihr.„Du hast mich verstanden.“„Nein.“Emma schüttelte den Kopf.„Ich habe genug von euren Rätseln.“Ihre Stimme zitterte.„Seit ich hier bin, erzählt mir jeder nur die Hälfte der Wahrheit. Meine Mutter verschwindet für achtzehn Jahre. Nathan behauptet, mein Vater zu sein. Victor wusste, dass Adrian lebt. Du tauchst plötzlich auf, obwohl alle glauben, du wärst tot.“Sie atmete schw
Der Regen hatte aufgehört.Doch die Stadt war noch immer nass.Wasser rann an den hohen Fenstern der Wohnung hinab und spiegelte die Lichter der Straßen wider. Irgendwo in der Ferne war das Geräusch eines vorbeifahrenden Zuges zu hören, aber in der Wohnung selbst herrschte eine bedrückende Stille.Emma stand mitten im Wohnzimmer.Ihre Finger umklammerten den kleinen silbernen Anhänger an ihrer Kette.Vertraue Victor nicht.Die Stimme ihrer Mutter hallte noch immer in ihrem Kopf wider.Denn er ist der Grund, warum ich verschwunden bin.Sie sah Victor an.Er stand wenige Meter entfernt.Zum ersten Mal, seit Emma ihn kannte, wirkte er nicht wie der unerschütterliche Mann, der für jede Situation eine Lösung hatte.Er wirkte wie jemand, dessen Vergangenheit gerade vor ihm zusammengebrochen war.„Sag etwas“, verlangte Emma.Victor schwieg.Alexander trat einen Schritt vor.„Du hast sie gehört.“Victor hob langsam den Blick.„Ja.“„Dann erklär es.“„Es ist nicht so einfach.“Emma lachte bitt
Der Regen war stärker geworden.Er prasselte unaufhörlich gegen die Windschutzscheibe und verwandelte die Stadt hinter dem Glas in einen verschwommenen Schleier aus silbernen Lichtern und dunklen Schatten.Emma saß auf dem Beifahrersitz und hielt den kleinen silbernen Anhänger umklammert, der an ihrer Kette hing.Seit mehreren Minuten hatte sie kein Wort gesagt.Alexander ebenfalls nicht.Die Stille zwischen ihnen war nicht angenehm.Es war jene Art von Stille, die entstand, wenn es zu viele Fragen gab und keiner wusste, welche zuerst gestellt werden sollte.Emma brach schließlich das Schweigen.„Wohin fahren wir?“Alexanders Blick blieb auf der Straße.„An einen Ort, an dem sie uns nicht so leicht finden können.“„Das ist keine Antwort.“„Ich weiß.“Sie drehte sich zu ihm.„Alexander.“Er sah kurz zu ihr.„Ich verspreche dir, wir reden darüber.“„Wann?“„Sobald wir an einem sicheren Ort sind.“Emma sah wieder auf den Anhänger.„Dieses Ding …“Alexander folgte ihrem Blick.„Wir müssen







