MasukAlisons POVDie Stille nach dem Schrei war schlimmer als der Schrei selbst.Ich stand reglos in der Dunkelheit.Mein Herz schlug so heftig, dass ich kaum noch etwas anderes hören konnte.Die Worte, die auf den Stein geschrieben waren, flackerten immer wieder vor meinem inneren Auge auf.SIE WEISS VON DEINER FAMILIE.Meine Familie.Aidans Familie.Tamara hatte es gesagt.Die Stimme unter den Ruinen hatte es gesagt.Und jetzt das.Ich sah Tamara an.Sie stand einige Schritte entfernt und beobachtete mich.„Du weißt etwas über Aidan.“Sie antwortete nicht.„Lüg mich nicht an.“Ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen.„Ich muss dich nicht belügen.“Mein Magen zog sich zusammen.„Was soll das heißen?“„Es bedeutet, dass die Wahrheit bereits beginnt, dich zu finden.“Ich ging auf sie zu.„Welche Wahrheit?“„Du hast mich gefragt, ob Aidan mich kennt.“„Ja.“„Du hast gefragt, ob er weiß, wer ich bin.“„Ja.“„Und jetzt willst du wissen, warum.“Ich starrte sie an.„Weil ich es verdient hab
Aidans POVEtwas stimmte nicht.Ich wusste es, noch bevor Kadel ein Wort sagte.Seit fast einer Stunde gingen wir durch die Ruinen und folgten den schwachen Spuren von Alisons silberner Magie, doch jeder Weg endete an derselben Stelle.Nichts.Kein Eingang.Kein verborgener Durchgang.Keine Spur davon, wohin sie verschwunden war.Nur uralte Steine und der anhaltende Geruch dunkler Magie.Ich blieb stehen.Kadel wäre beinahe in mich hineingelaufen.„Was?“Ich sah mich um.„Sie war hier.“Er betrachtete den Boden.„Das hast du vor zehn Minuten auch schon gesagt.“„Ich weiß.“„Was hat sich dann verändert?“Ich schloss die Augen.Alison.Ich griff nach der Verbindung, die ich zuvor gespürt hatte.Nichts.Meine Brust zog sich zusammen.„Sie ist weg.“Kadels Gesicht verhärtete sich.„Wohin?“„Ich weiß es nicht.“Ryder stand einige Schritte hinter uns.Er war ungewöhnlich still gewesen.Sein Blick war auf den Boden gerichtet.Dann legte er eine Hand auf seine Brust.Er zuckte zusammen.Ich s
Alisons POVDas Erste, was ich spürte, war Kälte.Nicht die Kälte des Winters.Nicht die Kälte des Steins unter meinem Körper.Diese Kälte kam von irgendwo tiefer.Sie bewegte sich durch meine Adern, als wäre etwas in mein Blut eingedrungen und würde nach einem Ort suchen, an dem es sich niederlassen konnte.Ich öffnete die Augen.Dunkelheit umgab mich.Mehrere Sekunden lang wusste ich nicht, wo ich war.Dann kehrte alles mit einem Schlag zurück.Die Ruinen.Aidan.Ryder.Die Explosion.Tamara.Ich stemmte mich aufrecht.„Aidan?“Meine Stimme hallte durch die Kammer.Nichts antwortete.Ich versuchte es erneut.„Ryder?“Stille.Mein Herz zog sich zusammen.Ich presste eine Hand gegen meine Brust.Sie lebten.Ich wusste es.Irgendwo tief in mir spürte ich noch immer den schwächsten Hauch von Aidans Präsenz.Und Ryder ...Auch seine Gefährtenbindung war da.Schwach.Schmerzhaft.Aber lebendig.Erleichterung durchströmte mich.Dann erklangen hinter mir Schritte.Ich drehte mich um.Tamara
Aidans POVMehrere Sekunden lang konnte ich nichts hören.Nicht den Wind.Nicht Ryder.Nicht einmal meinen eigenen Atem.Da war nur Stille.Dann kehrte der Schmerz zurück.Er riss so brutal durch meinen Körper, dass ich beinahe auf die Knie gesunken wäre.Ich öffnete die Augen.Die Ruinen brannten.Silbernes Feuer kroch über die uralten Steine, während sich schwarze Adern aus Magie durch den Boden wanden. Staub hing in der Luft und verwandelte alles in Schatten.Ich stemmte mich hoch.„Alison.“Nichts.Ich drehte mich zu der Stelle, an der sie gestanden hatte.Leer.Mein Herz blieb stehen.„Nein.“Ich stolperte vorwärts.„Alison!“Ryder bewegte sich bereits.Blut lief ihm seitlich über das Gesicht, seine Kleidung war von der Explosion zerrissen, doch nichts davon schien für ihn von Bedeutung zu sein.„Wo ist sie?“Seine Stimme war rau.Ich ignorierte ihn und durchsuchte die Ruinen.Alisons Geruch war noch hier.Ihre Magie war noch hier.Aber sie war es nicht.Ich sank dort auf die Kni
Alisons POVStille.Das war das Erste, was ich bemerkte.Kein Schmerz.Keine Angst.Stille.Eine Art von Stille, die unnatürlich wirkte.Ich öffnete die Augen.Dunkelheit umgab mich.Einen Moment lang wusste ich nicht, wo ich war.Dann kehrte alles mit einem Schlag zurück.Die Ruinen.Aidan.Ryder.Ihre Hände in meinen.Die Explosion.Die Stimme.Die Mondgeborene muss zurückkehren.Ich stemmte mich hoch.„Aidan?“Meine Stimme hallte wider.Keine Antwort.„Ryder?“Nichts.Panik schnürte mir die Brust zu.Hastig kam ich auf die Beine.Die Kammer um mich herum war riesig.Uralte Steinwände umgaben mich, bedeckt mit Symbolen, die ich nicht erkannte.Silbernes Licht drang durch Risse in der Decke.Schwarzer Rauch kroch über den Boden.Ich drehte mich zum Eingang.Es gab keinen.Der einzige Ausgang war eine gewaltige Steintür.Und jemand stand davor.Tamara.Mein Blut gefror.Sie trug Schwarz.Ihr Haar fiel locker über ihre Schultern.Ihre Augen waren nicht mehr die Augen, an die ich mich e
Alisons POVDie Ruinen riefen nach mir.Ich konnte sie spüren, noch bevor wir den Berg überhaupt erreichten.Je näher wir kamen, desto stärker wurde das silberne Zeichen an meinem Handgelenk.Es pulsierte unter meiner Haut wie ein zweiter Herzschlag.Aidan ritt schweigend neben mir.Ryder folgte uns ein paar Schritte dahinter.Seit wir Blue Moon verlassen hatten, hatte keiner der beiden viel gesprochen.Ich konnte es ihnen nicht verübeln.Zu viel war geschehen.Tamaras Erinnerungen.Die uralten Hexen.Die Herrin.Die Prophezeiung.Und die erschreckende Erkenntnis, dass ich Tamara irgendwie in einem anderen Leben gekannt hatte.Ich verstand noch immer nicht, was ich ihr angetan hatte.Aber eines war klar geworden.Was auch immer zwischen uns vor diesem Leben geschehen war, es musste wichtig genug gewesen sein, um Jahrhunderte zu überdauern.Und nun erwachte es gemeinsam mit uns.Die Ruinen tauchten zwischen den Bäumen auf.In dem Moment, in dem ich sie sah, blieb mein Pferd stehen.Mei







