INICIAR SESIÓN~Elvira~
~Gegenwart~ Die Zellentür fiel hinter mir ins Schloss, das mechanische Verriegeln hallte laut nach. Nach der Kälte in der Zelle fühlte ich mich schwach. Meine Muskeln zitterten, meine Beine gaben nach, als ich zu gehen versuchte, also stützte ich mich mit den Händen auf den Knien ab, um nicht vollends umzukippen. „Was glaubst du eigentlich, was du da tust?“, dröhnte eine Stimme. Es war der Wächter ... Er ragte über mir auf, sein Körper übersät mit dunklen Tätowierungen, die Augen kalt wie Eis. Er trat vor, schlang seine Hand um meinen Bizeps und riss mich nach oben. „Ich versuche nur, Luft zu bekommen“, flüsterte ich mit trockenem Hals. „Ich bin schwach.“ „Schwach?“, spottete er. „Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du auf das Territorium von Silverblade gekrochen bist. Bewegung, Ausgestoßene!“ Ich hasste dieses Wort. Ausgestoßene. „Ich bin keine Ausgestoßene!“, schoss ich zurück. Der Gesichtsausdruck des Wächters wandelte sich zu purem Hass. „Hast du gerade etwa die Stimme gegen mich erhoben?“ Er trat näher an mich heran, packte mich am Hals und hob mich an, bis meine Zehenspitzen den Boden kaum noch berührten. „Vielleicht überlässt Alpha Gabriel dich den Kriegern für ein bisschen Unterhaltung. Wir hatten schon lange keine Streunerin mehr zum Einfahren.“ Er schleuderte mich über den Flur. Ich schlug hart auf dem Boden auf, ein stechender Schmerz fuhr meine Wirbelsäule hoch. Ich blickte zu ihm auf, meine Angst wich augenblicklich reinem Zorn. „Ich bin keine Ausgestoßene“, wiederholte ich und drückte mich hoch, obwohl meine Glieder bebten. „Mein Name ist Elvira, und ich werde niemals euer Spielzeug sein.“ Die Kiefermuskeln des Wächters spannten sich an, doch ich sah ein kurzes Überraschen in seinen Augen aufblitzen. Er machte einen Schritt auf mich zu, und ich wich instinktiv zurück. Er hob die Hand, um mich zu schlagen ... doch ich zuckte nicht einmal zurück. Ich hielt seinem Funkeln stand und forderte ihn mit meinem Blick heraus. „Wenn du willst, dass ich mich bewege“, sagte ich, „musst du mich schon schleifen.“ Wir standen stumm da. Ganz tief in meinem Hinterkopf regte sich Val. Die Haltung des Wächters veränderte sich, sein Blick wurde wachsam, als er bemerkte, dass der Trotz nicht aus meinen Augen wich. Er spuckte dicht neben meinen Füßen auf den Boden und wandte sich ab. „Folge mir. Oder bleib hier und verrotte. Der Alpha wartet.“ Ich joggte hinter ihm her und hielt den Blick starr nach vorne gerichtet. Ich war vor einem Monster von einem Stiefvater geflohen und nun direkt in ein Rudel von Wölfen geraten, die mich wie eine Verbrecherin behandelten. Der Gedanke an alles, was seit meiner Ankunft passiert war, machte mich bitter und traurig. War es ein Fehler gewesen, hierherzukommen? Calvin, mein Stiefbruder, hatte diesen Ort als ein Zentrum der Stärke beschrieben, aber die einzige Stärke, die ich bis jetzt erlebt hatte, war brutale Schikane und menschenunwürdige Behandlung durch Patrouillen, Wachen und sogar meinen eigenen Gefährten! Der Wächter ging weiter und blickte sich immer wieder um, um zu prüfen, ob ich ihm wirklich folgte oder dickköpfig stehen blieb. Selbst wenn ich anhalten und mich ausruhen gewollt hätte, konnte ich es nicht ... Ich wollte keinen weiteren Ausbruch provozieren ... Also zwang ich meine Beine einfach dazu, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Ich hatte keine Ahnung, was Gabriel Grayson mit mir vorhatte, aber als wir uns den Türen des Rudelwesens näherten, legte ich ein Versprechen ab: Ich würde alles überleben, was als Nächstes kam ...~ Elvira ~Er trieb mich in die Enge.Wenn er die Frage so formulierte, gab es für mich keine Verteidigung.Ja, ich hatte sie weggeschleudert, aber der Vorwurf der Gewalt implizierte … Absicht.Es implizierte, dass ich ihr hatte wehtun wollen.Meine Gedanken überschlugen sich noch immer bei dem Versuch zu verstehen, wie mir das überhaupt gelungen war. Wie konnte ein Mädchen, das sein ganzes Leben lang misshandelt und gebrochen worden war, plötzlich die Kraft besitzen, eine ausgewachsene Werwölfin wie eine Stoffpuppe durch die Gegend zu schleudern?Ich starrte erneut auf meine Hände, halb in der Erwartung, sie würden leuchten. Dieses Rätsel würde ich später lösen müssen … Im Moment steckte ich tief in der Klemme.„Ja, ich habe sie weggeschleudert, aber es war—“„Du gibst also zu, Gewalt angewendet zu haben?“, fiel Alpha Gabriel mir ins Wort. Seine Stimme sank in eine Tonlage ab, die mir die Haare auf den Armen zu Berge stehen ließ, während er die Arme vor der Brust verschränkte.„Das w
~ Elvira ~Arias Hand umfasste meine zitternden Hände, doch ihr Griff konnte die Panik, die mir in der Kehle aufstieg, nicht eindämmen.„Wir können das klären“, flehte sie. „Es gibt keinen Grund, den Alpha zu …“„Kenn deinen Platz, Omega!“, spie Priscilla aus. „Du bist eine minderwertige Dienerin. Wie kannst du es wagen, mir Befehle zu erteilen?“„Priscilla!“, mahnte Janes Stimme lautstark.Die beiden waren absolute Gegensätze. Jane war die Besonnene, während Priscilla die Hitzköpfige war, die nach allem, was ich bisher gesehen hatte, das Chaos regelrecht suchte.Ich fragte mich, wie sie jemals befreundet gewesen sein konnten. Vielleicht wählte man in einem Rudel wie diesem einfach jemanden aus, der auf demselben Rang oder Niveau stand, und hoffte das Beste.„Du bist schuld, Jane!“, verachtete Priscilla und richtete ihr Gift wieder auf ihre ehemalige Freundin. „Du hast angefangen …“„Was ist hier los?“Die Stimme hallte aus dem Türrahmen, getränkt von absoluter Autorität.Wir wirbelte
~ Elvira ~„Wegen unserer Freundschaft werde ich deine Worte ignorieren … aber nenn mich nie wieder eine Schlampe“, sagte Jane, drehte sich um und wollte gehen.Doch Priscilla war noch nicht fertig. Sie grub ihre Fingernägel in Janes Handgelenk und riss sie wieder herum.„Ich bin noch nicht fertig mit dir! Halt dich von Kelvin fern, du Miststück!“, schrie sie mit vor Wut verzerrtem Gesicht.Jane riss sich los und strich mit kühler Gelassenheit ihr Kleid glatt.„In diesem Rudel herrscht freier Wille, Priscilla. Kelvin hat keine Gefährtin. Wenn er wieder zu mir kommt, werde ich ihn nicht zurückweisen. Er ist nicht an dich gebunden. Hör auf, dich wie seine Gefährtin aufzuführen, bevor die Mondgöttin überhaupt gesprochen hat.“„Ich hasse dich!“, zischte Priscilla.Sie packte eine Handvoll von Janes Haaren und riss ihren Kopf nach hinten.Jane schrie auf und versuchte, Priscillas Hände wegzudrücken. Der Wortgefecht schlug vor unseren Augen in ein Handgemenge um.Ohne nachzudenken handelte
~Elvira~Als Aria später am Abend zurückkehrte, hielt ich mich nicht zurück. Ich verlangte nach Keksen, Pommes und warmer Milch – ein tröstliches Festmahl, um sowohl meinen Körper zu stärken als auch Vals Kräften neue Energie zu schenken.Wenn Gabriel über mein Schicksal entscheiden wollte, wollte ich ihm mit klarem Verstand und gestärktem Geist entgentreten. Das Überleben war eine Schuld, die ich mir selbst und dem Andenken meiner Mutter schuldete.Aria brachte das Essen mit einem Lächeln. Bevor sie ging, machte ich den ersten Schritt, um mir meine erste Verbündete zu sichern. „Aria, würdest du mir morgen alles zeigen? Ich hätte gerne eine Führung.“Ihre Augen leuchteten auf, und zum ersten Mal fühlte es sich so an, als könnte sich die Anspannung im Anwesen des Rudels tatsächlich auflösen.Nach dem Abendessen schlief ich so tief wie seit Jahren nicht mehr. Die warme Milch und das weiche Bett wirkten wie ein Kokon gegen den Rest der Welt.Am nächsten Morgen entdeckte ich eine Notiz
~Elvira~Ich betrat das moderne Badezimmer des Zimmers. Die polierten Wandfliesen spiegelten ein Ebenbild von mir wider, das ich kaum wiedererkannte. Ich drehte am Hahn, und die Dusche erwachte zum Leben, umhüllte mich augenblicklich mit dichtem Dampf. Als das heiße Wasser auf meine Haut traf, stieß ich endlich einen lange angestauten Atemzug aus. Die Hitze löste die Anspannung in meinen Muskeln und wusch den Schmutz der Reise sowie den Geruch der Zelle fort. Ich seifte meine Haut mit dem Duschgel aus Lavendel und Vanille ein und begann mich für einen kurzen Moment wieder normal zu fühlen ...Ich versuchte, den Beschlag vom lebensgroßen Spiegel abzuwischen, als mein Blick an einem Spiegelbild hängen blieb ... Ich drehte mich um und spähte über meine Schulter auf meinen unteren Rücken, um eine bessere Sicht zu haben.Das Symbol, das Lisa erwähnt hatte, war genau dort ... Ein Doppelkreis, der zwei auf dem Kopf stehende Dreiecke umschloss, war mit präzisen Linien in meine Haut eingravie
~Elvira~Ein tiefes, grollendes Knurren lenkte meine Aufmerksamkeit von dem blonden Krieger ab. Alpha Gabriel starrte mich düster an, ein finsterer Ausdruck des Misfallens lag auf seinen Zügen. Meine Wangen liefen rot an ... Er hatte mich dabei ertappt, wie ich jemand anderen ansah, und durch das Gefährtenband fühlte es sich fast wie ein Verrat an. Ich senkte den Blick und nestelte an meinen Fingern.„Gabriel“, rief der Blonde ... Seine Stimme besaß einen angenehmen britischen Akzent. „Was du verlangt hast, ist fertig.“„Einen Moment, Cole. Ich bringe das hier schnell zu Ende“, murmelte Gabriel und nahm einen USB-Stick aus der Hand der Wache. Mit einem Nicken entließ er die Wachen, die augenblicklich den Raum verließen.Gabriel steckte den Stick in seinen Laptop. Es wurde still im Büro, während das Video ablief ... und genau das bewies, was ich ohnehin schon wusste: Ich hatte mich nicht vom Fenster wegbewegt ... und keinen einzigen Zettel angefasst.„Vanessa“, sagte Gabriel und versch







