FAZER LOGINIRWIN„Für mich schon." Ihr Kiefer spannte sich für einen Moment an, das erste Ehrliche, das ich den ganzen Abend von ihr gesehen hatte. „Die Leute reden, Irwin. Die Hälfte von dem, was man dir erzählt hat, stimmt nicht mal."„Wenn die Hälfte stimmt, ist das mehr als genug."Sie sah kurz nach unten, aber nur kurz. Als sie wieder aufsah, saß das Süße schon wieder an seinem Platz.„Das war eine andere Ich", sagte sie. „Ich war verloren. Ich hatte Angst vor dem, was ich für dich empfand, also bin ich gerannt, und ich habe dumme Dinge getan, und ich bin auf nichts davon stolz." Sie machte ihre Stimme weich, wie immer, wenn sie etwas wollte. „Aber ich bin nicht mehr sie, Irwin. Ich bin da drüben erwachsen geworden. Ich habe mich verändert. Ich habe endlich begriffen, was mir wirklich wichtig ist. Und das bist du. Du warst es immer."Sie nahm die letzte Stufe, sodass sie direkt vor mir stand. Nah. So nah, dass ich eine Lunge voll von dem Parfüm einatmete
IRWINIn dem Moment, in dem Lynnas Mund auf meinen traf, fiel die ganze Nacht auseinander.Ich packte sie an den Schultern und stieß sie zurück, aber es spielte keine Rolle, denn Xenia war schon aus dem Auto gestiegen. Sie stand auf der anderen Seite des Wagens, die Schlüssel in der Hand, und ihr Gesichtsausdruck war einer, den ich erst ein einziges Mal gesehen hatte. Am Altar. In der Nacht, in der ihre ganze Welt vor allen Augen eingestürzt war. Und ich hatte sie wieder dorthin gebracht. Ich hatte das getan.„Xenia, warte. Es ist nicht so, wie es aussieht."„Ich weiß." Ihre Stimme kam zu hoch heraus, zitternd, als hielte sie sich kaum zusammen. „Ich weiß, dass es das nicht ist. Ich muss einfach los. Sie haben mich reingerufen, im Krankenhaus ist was los, ich muss gehen."„Dein Handy hat nicht mal geklingelt."„Ich muss gehen." Sie sah mich nicht an. Sie sah auf den Boden, auf ihr Auto, überallhin, nur nicht zu mir oder zu der Frau, die auf
XENIASein Mund kam auf meinen herunter, und es war nichts wie im Flur, nichts wie das panische, gestohlene Ding, das uns beiden Angst gemacht hatte. Das hier war langsam und sicher, seine Hand glitt in meinen Nacken, seine Finger verfingen sich in meinem Haar, um meinen Kopf genau dorthin zu neigen, wo er ihn haben wollte.Als ich mich für ihn öffnete, machte er einen tiefen, kehligen Laut an meinen Lippen, der durch meine ganze Brust vibrierte. Meine Hände fanden die Vorderseite seines Hemds und ballten den Stoff in meinen Fäusten. Diesmal ließ ich nicht los.Er zog sich ein kleines Stück zurück, sein Atem heiß auf meiner Haut, seine Lippen streiften meine kaum. „Du hast keine Ahnung", flüsterte er, seine Stimme ein raues Schaben, „wie oft ich mir dich genau hier vorgestellt habe. Nur du, wie du mich so ansiehst."„Ein Bett ist hier eigentlich keine Option", brachte ich heraus, meine Stimme zitterte, als er seinen Mund an meinem Kiefer entlangzog, seine
XENIAEr wollte mir nicht sagen, wohin wir fuhren, und so wusste ich, dass er etwas im Schilde führte.Irwin war ein Planer. Das war ein Mann, der seine Sockenschublade farblich ordnete und bei allem zehn Minuten zu früh erschien, Streitigkeiten eingeschlossen. Als er also einfach sagte: „Zieh etwas Schönes an, ich fahre", und mir nicht ein Wort darüber hinaus gab, wusste ich, dass er das schon eine ganze Weile ausgekocht hatte.„Sag mir nur, ob drinnen oder draußen", sagte ich vom Beifahrersitz aus. „Damit ich weiß, ob ich in diesem Kleid friere."„Du wirst nicht frieren."„Komm schon, das ist nicht fair, du kannst mich nicht die ganze Fahrt über raten lassen."„Sieh mir zu." Er warf mir einen Blick zu und unterdrückte ein Grinsen. „Hör auf zu bohren. Du siehst es, wenn wir da sind."„Ich bohre nicht, ich will nur wissen, wohin du mich bringst."„Ich weiß, dass du das willst. Das ist die Hälfte des Spaßes daran, es dir nicht z
RAYMONIch fasste mir nicht ins Gesicht. Das gab ich ihr nicht. Aber es kostete mich alles, was ich hatte.Sie trat zurück. Hob die Tasche auf und warf sie sich über die Schulter. Und als sie mich wieder ansah, war die Wut aus ihr verschwunden, und was übrig blieb, war so viel schlimmer, denn es war gar nichts.„Ich sage nicht, dass ich unschuldig bin." Ihre Stimme war jetzt ruhig, was irgendwie das Schlimmste war. „Ich weiß, was ich bin. Ich weiß, was ich meiner Schwester angetan habe, und ich werde es den Rest meines Lebens tragen. Der Unterschied zwischen uns ist, dass ich noch ein bisschen Gewissen übrig habe."Sie erreichte die Tür und blieb stehen, ohne sich umzudrehen.„Du hättest dein Gesicht sehen sollen, als ich sagte, dass ich gehe. Du sahst nicht traurig aus. Du sahst genervt aus. Als wäre ich eine weitere Sache auf deiner Liste für heute."Sie drehte sich schließlich um. In ihrem Gesicht war nichts mehr außer müde.„Du wi
RAYMON„Nicht. Zwing mich nicht, es auszusprechen, als wäre ich dramatisch." Ihre Hände zitterten, und sie presste sie flach an ihre Seiten, damit es aufhörte. „Ich verlasse dich. Für immer. Ich hätte dich nie heiraten sollen. Ich wusste es auf dem Weg zum Altar, und ich habe es trotzdem getan, weil ich schon alles andere niedergebrannt hatte und du das warst, was übrig war."„Du bist aufgebracht. Du hast das Baby verloren, du denkst nicht klar, und jetzt willst du dein ganzes Leben wegen ein paar schwieriger Monate in Brand setzen."Es war draußen, bevor ich es aufhalten konnte, und ich wusste, dass es falsch war, denn ihr Gesicht erstarrte.„Sag das noch mal." Leise. „Sag, ich habe das Baby verloren. Als wäre sie mir aus der Tasche gerutscht. Als wärst du in meiner Nähe gewesen, als es passierte."„Dreh das nicht so, dass ich grausam bin", sagte ich. „Ich bin derjenige, der hier noch steht und versucht, mit dir zu reden."„Ich hab







