LOGINEine Ehe, die auf dem Papier ruhte. Eine Liebe, die zwischen den Zeilen geschrieben steht. Nicole kannte die Regeln von Anfang an. Ein Jahr. Keine Gefühle. Keine Erwartungen. Gabriel kannte sie auch, doch irgendwie hatte sich alles verändert. Zwischen verstohlenen Blicken, unausgesprochener Sehnsucht und Momenten, die sich zu real anfühlten, um sie zu ignorieren, verwandelte sich eine einfache Vereinbarung in etwas, worauf keiner von ihnen vorbereitet war. Doch wenn der Zeitpunkt gekommen ist, getrennte Wege zu gehen, werden sie dann die getroffene Vereinbarung einhalten… oder die Liebe, die sie nie finden wollten?
View MoreKAPITEL 6Nicole hatte darauf geachtet, ihre beste Unterwäsche einzupacken. Nicht, dass Gabriel sie in Unterwäsche sehen würde – zumindest hatte sie das nicht geplant –, aber ein Mädchen musste sich innerlich wohlfühlen, bevor sie sich äußerlich schön fühlen konnte. Davon war sie fest überzeugt. Als sie ihren Koffer halb zuzog, dankte sie im Stillen ihrem Glück, dass sie am Vortag einkaufen gewesen war. Die zusätzlichen Kleider, Unterwäsche und Schuhe, die sie ihrer ohnehin schon bescheidenen Sammlung hinzugefügt hatte, fühlten sich plötzlich wie ein Segen an, von dem sie nicht gewusst hatte, dass sie ihn so bald brauchen würde. Wenigstens würde sie jetzt nicht mehr so aussehen, als hätte sie nichts.Nachdem sie ihre Sachen gepackt hatte, ging Nicole ins Badezimmer und nahm eine lange Dusche, um ihre Nervosität abzuwaschen. Als sie, nur in ihr Handtuch gehüllt, aus der Dusche trat, stand sie vor ihrem Schminktisch und betrachtete ihr Spiegelbild. Einen Moment lang erka
Gabriel trat aus dem Wohnhaus und stieß einen langen, tiefen Seufzer aus, den er unbewusst zurückgehalten hatte. Es fühlte sich an, als ob die Last der Nacht endlich auf seinen Schultern ruhte, als die kühle Luft sein Gesicht streifte. Ohne sich umzudrehen, stieg er in seinen Wagen und wies seinen Chauffeur an, ihn nach Hause zu bringen.Als er an seiner Villa ankam, blieb er einen Moment stehen und starrte auf das gewaltige Gebäude vor ihm. Der Ort wirkte wie immer prachtvoll und beeindruckend, doch heute Abend fühlte er sich seltsam leer an. Nicoles Worte hallten in seinem Kopf wider, und zum ersten Mal seit Langem musste er sich eingestehen, dass sie recht hatte. Unter normalen Umständen wäre er längst verheiratet. Aber nichts in seinem Leben fühlte sich mehr normal an. Der Druck seiner Mutter, die Erwartungen, die ständigen Erinnerungen daran, wie sein Leben auszusehen hatte – all das trieb ihn zu etwas, das er sich nie hätte vorstellen können. Wenn es nötig war, sie endlich loszu
„Guten Abend“, sagte Gabriel schließlich, nachdem sie sich gefühlt stundenlang angestarrt hatten.„Ähm … wie kann ich Ihnen helfen?“, brachte Nicole hervor. Heimlich war sie dankbar, dass er das Schweigen brach, denn ehrlich gesagt war ihr Kopf wie leergefegt. Sie hatte absolut keine Ahnung, was sie dem fast zwei Meter großen Mann sagen sollte, der selbstbewusst vor ihrer Tür stand und den kleinen Türrahmen mit seiner Präsenz ausfüllte.„Darf ich mit Ihnen sprechen?“, fragte er ruhig.Nicole runzelte leicht die Stirn, Verwirrung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie konnte nicht verstehen, warum ein Mann wie er, jemand, der offensichtlich Reichtum, Macht und Bedeutung ausstrahlte, mit ihr sprechen wollte.„Ich… ähm… Entschuldigung, ich glaube, Sie haben die falsche Adresse“, sagte sie mit einem nervösen Kichern und hoffte, damit die Begegnung beenden zu können.„Tatsächlich bin ich an der richtigen Adresse. Darf ich hereinkommen?“, erwiderte er gelassen.Nicole konnte die Überraschun
Nach einem stressigen Arbeitstag beschloss Gabriel, endlich Feierabend zu machen. Er nahm sich einen Moment Zeit, um seinen Schreibtisch aufzuräumen, ordnete Dokumente und vergewisserte sich, dass alles an seinem Platz war – eine Gewohnheit, die er sich über die Jahre angeeignet hatte. Zufrieden schnappte er sich seine Jacke und verließ sein Büro.Am Eingang des Firmengebäudes wartete bereits sein Chauffeur neben einem eleganten schwarzen Rolls-Royce, der wie immer kerzengerade stand.„Guten Abend, mein Herr“, begrüßte ihn der Chauffeur höflich und öffnete ihm die Tür.Gabriel nickte kurz als Antwort, als er ins Auto stieg. Kaum hatte er sich auf dem Ledersitz niedergelassen, lockerte er seine Krawatte ein wenig und atmete aus, als wollte er die Last des Tages abwerfen. Fast im selben Moment klingelte sein Handy. Er warf einen Blick auf die Anrufer-ID und seufzte, als er sah, dass es seine Mutter war.Er war nicht bereit für ihre aufmunternden Worte, nicht heute Abend.Er ignorierte d











