LOGINXENIA
Ich merkte nicht, wie lange ich nach dem Anruf dort gesessen hatte, bis Irwin herüberlangte, mir das Handy aus der Hand nahm und es mit dem Display nach unten auf die Decke legte.
Er fragte nicht, was die Frau gesagt hatte.
Er sah mir ins Gesicht, und was auch immer er dort sah, reichte ihm.
„Komm", sagte er leise. „Ich fahre."
Die Garage stand am hinteren Ende seines Gartens, hinter einem Haus, in dem jedes Fenster dunkel war, und als er die Tür öffnete, brannte die Lampe schon. Das Bett war schon gemacht, und die Heizung tickte schon, während sie den Raum aufwärmte. Mir kam in den Sinn, wie ich da in der Tür stand, noch immer sein Jackett um die Schultern, dass er das alles getan hatte, bevor ich Ja gesagt hatte, und ich beschloss, dass ich zu müde war, um darüber nachzudenken, was das bedeutete.
Dann ging ich in die Mitte des Raumes und brachte mich nicht dazu, auch nur einen Schritt weiterzugehen.
„Du solltest dich hinlegen."
Er hockte vor mir.
„Du stehst jetzt seit zehn Minuten mitten im Zimmer."
„Sie heiraten." Ich hörte die Worte aus meinem Mund kommen, als gehörten sie jemand anderem.
„Hab ich mir gedacht." Er hielt die Stimme leise und ruhig.
„In der Location, die ich ausgesucht habe. Mit den Blumen, die ich ausgesucht habe. Die Hochzeit, die sie beide in die Luft gejagt haben, nur dass jetzt ihr Name draufsteht." Meine Stimme wurde lauter. „Sie nimmt mir ständig alles weg, und alle tun so, als wäre das in Ordnung. Als wäre ich das Problem, weil es mich aufregt."
„Ich weiß."
„Hör auf zu sagen, dass du es weißt, denn du weißt es verdammt noch mal nicht!"
Und dann kam alles heraus, alles, was ich am Altar zurückgehalten hatte, weil zu viele Leute zugesehen hatten und ich ihnen das nicht gönnen wollte. Meine Beine gaben unter mir nach, und dann lag ich auf dem Boden eines Ortes, der nicht mir gehörte, und weinte so heftig in meine Hände, dass mir die Rippen wehtaten.
„Tut mir leid." Ich bekam es irgendwo zwischen den Schluchzern heraus. „Tut mir leid. Ich sollte dich nicht anschreien. Es ist nur … gerade ist alles zu viel. Alles."
Er setzte sich ebenfalls auf den Boden, mir gegenüber, die Arme auf den Knien, und wartete es ab: nah genug, um mich zu erreichen, weit genug weg, um mich damit allein zu lassen. Es dauerte eine Weile. Als es endlich aufhörte, fühlte ich mich ausgehöhlt und fremd, als gehörte mein Gesicht nicht mir.
„Ich habe ihm alles gegeben", sagte ich zum Boden. „Mein Geld. Drei Jahre meines Lebens. Ich habe ihn meinem Vater vorgestellt. Ich habe ihn in jede weiche Stelle in mir gelassen, und er hat sich vor einen Altar gestellt und alles davon meiner Schwester in die Hand gedrückt."
Er antwortete nicht.
Ich wischte mir mit dem Handrücken übers Gesicht, und mittendrin veränderte sich etwas in mir. Das Weinen hatte mich leer gespült, und was darunter lag, war nicht Traurigkeit. Es war kalt, dasselbe, das am Altar gestanden und den ganzen Saal zum Schweigen gebracht hatte.
„Sie denken, damit ist es vorbei." Ich hörte, dass meine Stimme anders klang. „Sie denken, ich verkrieche mich in ein Loch und heule, bis ich niemand mehr bin, über den sie nachdenken müssen."
„Und was wirst du dagegen tun?"
Ich stand vom Boden auf, und meine Beine trugen mich. „Sie wird herausfinden, dass es nie genug war."
„Okay." Er stand ebenfalls auf. „Dann reden wir. Nicht heute Nacht. Heute Nacht schläfst du und isst etwas. Du musst bei Kräften bleiben."
Er ging zur Tür und blieb mit der Hand am Rahmen stehen. „Falls es dir etwas bedeutet: Ich habe viele Leute dabei beobachtet, wie sie von meinem Bruder überrollt wurden. Du bist die Erste, die so schnell wieder aufgestanden ist."
Er war weg, bevor ich entscheiden konnte, ob das ein Kompliment gewesen war.
Am dritten Morgen verlor ich gerade den Kampf gegen die Kaffeemaschine, als die Tür ohne Klopfen aufging. Irwin kam mit einer Papiertüte herein und dem Gesicht eines Mannes, der schon vor Sonnenaufgang auf den Beinen war: dunkler Pullover, hochgeschobene Ärmel, eine Jeans, die ihm besser stand, als sie es hätte dürfen. Ich hasste, dass es mir auffiel. Ich hasste, dass irgendein Teil von mir gerade überhaupt Kapazitäten dafür hatte, einen Mann zu bemerken.
„Du hast nichts zu essen da", sagte er und stellte die Tüte auf die Arbeitsplatte. „Ich habe Cracker mitgebracht."
„Cracker sind kein Essen. Das sind Hilferufe."
Er fing an, die Tüte auszupacken. „Wann hast du zuletzt etwas gegessen, das nicht aus einer Plastikhülle kam?"
„Bist du jetzt meine Mutter?"
„Gott, nein. Ich kenne deine Mutter. Das schaffe ich nicht."
Er öffnete den Kühlschrank und fing an, ihn zu füllen. Eier und Butter ließ er draußen, fand ohne zu suchen eine Pfanne im Schrank und stellte sie auf die Herdplatte.
„Deine Mutter hat übrigens gestern in meinem Büro angerufen."
Mir sackte der Magen weg. „Wie ist sie an die Nummer gekommen?"
„Die steht im Telefonbuch. Sie wollte zu Raymon und hat meine Assistentin erwischt, die sie durchgestellt hat, weil sie sagte, es ginge um die Familie." Er sagte es leichthin, aber sein Kiefer spannte sich an, genauso wie im Hotel. „Sie hat nicht wegen dir angerufen. Hat nicht gefragt, wie es dir geht. Hat nicht mal gefragt, wo du bist. Sie wollte wissen, ob ich auf Raymon einwirke, dass Zenia die Location behalten darf." Er schlug ein Ei in die Pfanne. „Sie hatte Angst, du könntest auftauchen und eine Szene machen."
Die Kaffeemaschine gurgelte in die Stille hinein.
„Also weiß sie, dass ich weg bin, sie weiß, was er getan hat, und sie hat dich angerufen, um Zenias Hochzeit zu schützen." Ich hörte mich selbst es sagen. „Vor mir."
„So ungefähr läuft es darauf hinaus. Ich habe ihr gesagt, sie soll die Nummer vergessen." Er schlug noch ein Ei auf. „Setz dich. Du schwankst."
„Ich muss mich nicht setzen. Ich bin …"
„Setz dich, bevor du umfällst."
Irgendetwas in der Art, wie er es sagte, setzte mich auf den Stuhl, noch bevor ich zugestimmt hatte. Ein paar Minuten später stellte er mir einen Teller hin: Rührei, Toast, zum Schluss eine Handvoll Beeren darübergeworfen.
„Danke." Es klang eher überrascht als dankbar.
„Guck nicht so schockiert. Ein Mindestmaß an Anstand bekomme ich schon hin."
„Anstand ist billig." Es kam härter heraus, als ich es gemeint hatte.
Er hielt die Gabel auf halbem Weg zum Mund an, und dieser Ausdruck huschte wieder über sein Gesicht, der, der nicht verletzt war. Es war eher, als würde er mir recht geben.
„Raymon war auch anständig", sprach ich weiter, denn jetzt war es draußen, und ich konnte es nicht zurücknehmen. „Raymon war lieb und liebevoll. Er hat mir Suppe gebracht, wenn ich krank war. Er kannte meine Kaffeebestellung. Er kam gut mit meinen Eltern klar. Also verzeih mir, wenn ein Teller Eier nicht das bewirkt, was er bewirken soll."
Er legte die Gabel ab und lehnte sich zurück. „Ich verlange nicht, dass du meiner Freundlichkeit glaubst." Seine Stimme war leise. „Ich verlange gar nichts von dir. Ich sorge nur dafür, dass du nicht verhungerst, an einem Ort, auf dessen Grundbuchauszug mein Name steht, denn das ist ein schwieriger Anruf bei deinem Vater. Und ich wette, er will mich sowieso schon tot sehen, nur weil ich mit Raymon verwandt bin."
Ein Lachen sprang aus mir heraus, bevor ich es aufhalten konnte.
„Da ist es." Sein Mundwinkel bewegte sich.
„Was meinst du?"
„Du bist noch da drin, irgendwo." Er nahm die Gabel wieder in die Hand. „Iss. Danach reden wir darüber, was du wegen der Hochzeit unternehmen willst."
„Ich habe Zeit." Ich schob das Rührei auf dem Teller hin und her. „Die Hälfte meiner Station war in der Kirche, also weiß es auf der Arbeit jeder. Eine Kollegin hat übrigens angerufen und gesagt, ich soll nicht zurückkommen, bevor ich so weit bin. Sie würde den Dienstplan notfalls selbst abdecken. Kein Papierkram, keine Fragen. Ich soll einfach nicht kommen." Ich lachte fast. „Das ist das einzig Gute, was passiert ist. Die Leute, mit denen ich arbeite, waren in einem einzigen Telefonat netter dazu als meine eigene Mutter in mehreren Tagen."
Dazu sagte er nichts. Er schob nur den Toast einen Zentimeter näher zu mir.
Und ich aß ihn.
Am Abend kam er wieder, und das war es, was mich erwischte. Er trug einen Karton, den er wortlos auf den kleinen Tisch stellte. Als ich hineinsah, war es alles, was ich in der Wohnung zurückgelassen hatte.
„Du warst in der Wohnung."
„Er war nicht da. Er ist mit ihr an der Küste." Er sagte es nüchtern, und ich fragte nicht, woher er wusste, wo sein Bruder war. „Ich habe nicht in deinen Sachen gewühlt. Ich habe mitgenommen, was nach dir aussah. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, bringe ich es zurück."
„Warum tust du das?" Es kam fast gemein heraus. „Und sag nicht, aus Anstand. Niemand fährt aus Anstand quer durch die Stadt in die Wohnung seines betrügerischen Bruders, für eine Frau, die er kaum kennt."
Zum ersten Mal seit dem Hotel hatte er keine Antwort parat. Er sah mich lange an, und was auch immer der wahre Grund war, ich sah ihm dabei zu, wie er beschloss, ihn für sich zu behalten.
„Weil jemand schon vor langer Zeit auf dich hätte aufpassen sollen", sagte er, „und in meiner Familie hat das nie jemand getan. Nicht einmal deine eigene Mutter." Er wandte sich zur Tür. „Nenn es eine Schuld. Schlaf gut, Xenia."
Ich hätte ihn fast gehen lassen. Aber nur fast.
„Irwin." Er blieb stehen. „Das, was du im Hotel gesagt hast. Dass er schon länger dein Problem ist als meins." Ich zwang ihn, mich anzusehen. „Was hat er dir angetan?"
Die Stille dauerte so lange, dass ich dachte, er würde gehen, ohne zu antworten.
„Gute Nacht, Xenia."
Er zog die Tür leise hinter sich zu.
An Tag fünf kam ich aus dem Bad um die Ecke und blieb wie angewurzelt stehen. Er stand im Flur vor dem Schlafzimmer, nur in ein Handtuch gewickelt, das Wasser lief ihm noch den Rücken hinunter, während er nach etwas im obersten Regal griff. Ich nahm alles wahr, bevor ich es mir verbieten konnte: die breiten Schultern, die Muskeln, die sich unter der nassen Haut bewegten, die Art Rücken, die ein Mann nur bekam, wenn er dafür arbeitete, im Fitnessstudio, mit Absicht, jeden Morgen. Hitze fuhr durch mich, tief und schnell und so falsch, dass ich tatsächlich einen Laut von mir gab.
Er drehte sich um. „Die Dusche im Haus spinnt", sagte er, und seine Stimme war tiefer geworden. „Ich hätte sagen sollen, dass ich herkomme."
„Schon gut. Es ist dein Haus."
„Dein Haus." Er griff nach dem Shirt im Regal, dem Ding, nach dem er die ganze Zeit gegriffen hatte. „Das ist jetzt ein Unterschied." Er zog es langsam über. „Nächstes Mal klopfe ich."
„Super. Gut. Ja."
Er ging an mir vorbei, nah genug, dass ich den warmen, sauberen Geruch von ihm wahrnahm, und wurde neben mir einen Moment langsamer, als nötig gewesen wäre.
„Du darfst ein Mensch sein, Xenia." Seine Stimme war leise, direkt an meinem Ohr. „Auch in dieser Woche."
XENIAEs war zwei Uhr morgens, und ich war hellwach, denn morgen heiratete meine Schwester den Mann, der eigentlich mich hätte heiraten sollen, und ich konnte nicht schlafen, so sehr ich es auch versuchte.Nach der dritten Stunde, in der ich die Decke angestarrt und jedem Geräusch im Haus nachgelauscht hatte, gab ich auf und zog den Laptop zu mir ins Bett, nur um ein Licht zu haben, das nicht die Dunkelheit war.Ich redete mir ein, ich würde alte Dateien aufräumen und die letzten drei Jahre von der Festplatte löschen, damit ich nicht jedes Mal über sie stolperte, sobald ich das Ding öffnete. Das war zumindest die Lüge, mit der ich antrat.Das gemeinsame Cloud-Konto war das Dritte, was ich öffnete, und ich hatte es vor zwei Jahren für Urlaubsfotos eingerichtet, damals, als wir noch das Paar waren, das Reisen unternahm. Ich hatte vollkommen vergessen, dass es überhaupt existierte.Er hatte es auch vergessen, und genau das war der Teil, auf den es ankam.Die ersten Ordner taten auf die g
XENIADann klopfte Zenia an einem Sonntagnachmittag an meine Tür, und ich konnte an nichts anderes mehr denken.Ich wusste, dass sie es war, bevor ich öffnete. Niemand sonst klopfte, als hätte er schon entschieden, dass man ihn hereinlässt.Sie war jetzt größer geworden. Die kleine Wölbung aus der Wohnung war rund und nicht mehr zu übersehen unter einem weichen, fließenden Kleid, das Haar offen in den lockeren Wellen, die wir beide mit sechzehn getragen hatten, kaum Make-up. Das ganze Bild darauf angelegt, die Version von ihr zu sein, der ich am schwersten eine Tür vor der Nase zuschlagen konnte.„Xenia." Weich, ein bisschen wackelig, genau im richtigen Moment. „Können wir reden?"„Nein. Warum bist du überhaupt hier?"„Fünf Minuten. Mehr nicht."„Du fragst ja nicht wirklich. Du stehst nur da und wartest darauf, dass ich dir verzeihe, damit du dich auf der Heimfahrt besser fühlen kannst."Sie zuckte zusammen. Es tat mir nicht leid.„Ich heirate am Samstag", sagte sie. „Und ich will, da
XENIAIn den nächsten Tagen drängte er nicht, und ich sorgte dafür, dass es nichts gab, wogegen er hätte drängen können.Ich bezahlte weiter alles selbst. Als die Miete für die Wohnung fällig wurde, in der ich nicht einmal mehr wohnte, zahlte ich sie, denn in dem Moment, in dem ich ihn auch nur eine Sache übernehmen ließ, steckte ich in seiner Tasche, und diesen Film hatte ich schon gelebt. Er brachte es einmal vorsichtig beim Abendessen zur Sprache, sagte, es gebe keinen Grund, dass ich weiter Geld für eine leere Wohnung verbrannte, während ich wieder auf die Beine kam, und ich sagte ihm, ich hätte das im Griff, und ich sagte es in dem Ton, den ich bei betrunkenen Patienten benutzte, die gegen ärztlichen Rat gehen wollten. Er ließ es auf sich beruhen. Dafür war er klug genug.Trotzdem begann er, Dinge zu hinterlassen. Leise, als wäre es ihm lieber, ich ertappte ihn nie dabei.Der gute Kaffee tauchte auf der Arbeitsplatte auf, die Sorte, die ich einmal erwähnt hatte und von der ich ni
XENIAIch stieg aus dem Auto, bevor ich es mir wieder ausreden konnte.Er kam schon über den Hof, ohne Eile, die Hände in den Taschen, als hätte er alle Zeit der Welt und ich wäre diejenige, die zu spät dran war. Das Verandalicht erfasste die eine Hälfte seines Gesichts und ließ den Rest im Dunkeln, und ich dachte, nicht zum ersten Mal, dass dieser Mann seit drei Jahren in meiner Umlaufbahn war und ich nicht eine einzige wahre Sache über ihn sagen konnte.„Red schnell", sagte ich. „Ich hatte gerade einen wirklich lehrreichen Nachmittag."„Dachte ich mir." Er blieb ein paar Schritte entfernt stehen, drängte sich nicht auf und deutete mit dem Kopf zur Tür. „Komm rein. Es ist kalt, du läufst auf Reserve, und ich mache das nicht mit deinem Hinterkopf, während du eine Hand an der Autotür hast."„Mir geht's gut, hier."„Du schwankst." Er sagte es mild, fast belustigt, und stieß hinter sich die Tür auf, ohne den Blickkontakt zu brechen, und ließ sie weit offen. Eine Einladung, kein Ziehen. „
XENIAIch schaffte es bis zum Auto, bevor meine Hände wieder zu zittern begannen.Ich saß in der Tiefgarage, die Türen verriegelt, der Motor aus, und ließ es zu, das, was ich oben nicht hatte ankommen lassen.Frag Irwin, wessen Name auf den Papieren steht.Und alles kam auf einmal zurück. Irwin im Hotelzimmer, wie er mir mein Handy abnahm, wie sein Gesicht sich verhärtete, als er den Kontostand sah. Wie er es gesagt hatte, als wüsste er schon, was los war, bevor ich es ihm überhaupt erzählt hatte. Wie er mich nicht ansah, als ich fragte, was Raymon ihm angetan hatte. Wie er sich verschloss, sobald diese Nachricht eintraf.Ich fuhr mit ausgeschaltetem Radio zurück. Den ganzen Weg über stritt ich mit mir selbst. Raymon log. Raymon log bei allem, Raymon würde alles Gute in meinem Leben niederbrennen, nur um mich zusammenzucken zu sehen, und Irwin war nichts als beständig gewesen, Irwin hatte mich auf diesen Stufen aufgefangen, Irwin hatte mit mir auf dem Boden gesessen und mich nicht zum
XENIAIch schlief nicht.Ich sah immer wieder diese drei Wörter auf seinem Handy vor mir und das Foto darunter, aufgenommen genau dort auf der Veranda, während es geschah, seine Hand auf meiner auf der kalten Stufe. Jemand war nah genug gewesen, um das aufzunehmen, und keiner von uns hatte es gespürt. Eine Sekunde zuvor hatten seine Augen auf meinem Mund gelegen und meine auf seinem, und wir waren nur einen Zentimeter davon entfernt gewesen, uns einander zuzuneigen.Dann das Handy, und Raymon, und diese Frage, und die ganze Nacht wurde kalt.Also nein. Ich schlief nicht. Ich lag die ganze Nacht da und wälzte es hin und her. Weiß sie was? Was gab es an meinem eigenen Leben, das ich nicht wusste, das Raymon wusste, das offenbar auch Irwin wusste?Als die Sonne aufging, hatte ich es satt zu warten, dass jemand entschied, ich dürfe endlich erfahren, was alle vor mir verbargen.Ich trug immer noch den Ring. Das war das, was einem niemand sagt. Sechs Tage, mein ganzes Leben in Flammen, und







