LOGINVon ihrem Vater verstoßen und von ihrer Stiefmutter schikaniert, sah Sophie Tanner nur einen Ausweg: Sie drang in die Villa des mächtigen Magnaten von Königsberg, Maximilian von Berg, ein und forderte ihn zur Heirat. Am Tag der Hochzeit entdeckte Maximilian, dass Sophie keine Jungfrau mehr war. Er war überzeugt, sie führe ein zügelloses Leben und sei moralisch verdorben. Nach zehn Monaten brachte Sophie ihr Kind zur Welt, willigte in die Scheidung ein, verließ das Haus ohne einen Cent. Sie verschwand spurlos. Jahre später kehrte Sophie nach Königsberg zurück – an ihrer Seite ein Kind. „Herr von Berg, ich habe gehört, Sie suchen einen Privatarzt?“ Maximilian tappte bereitwillig in die Falle: „Sie sind eingestellt.“ Gerüchte machten die Runde: Herr von Berg hatte keine Ehefrau und brauchte keine Geliebte – stattdessen umsorgte er seine Privatärztin wie einen Schatz. Ihr Kind, dessen Vater unbekannt war, behandelte er wie sein eigenes.
View MoreSophie blieb sitzen und rührte sich nicht.Sie brauchte die Schachtel nicht zu öffnen, um zu wissen, was drin war.Vermutlich eine Halskette, ein Armband oder ähnlicher Schmuck …Zusammen mit den weißen Rosen von neulich war es ziemlich wahrscheinlich, dass der Schmuck nicht billig war.Das Problem war nicht der Wert, sondern dass sie ihn nicht annehmen durfte.Sophie runzelte die Stirn. Sie hatte das Gefühl, mit einem Fuß in einem Sumpf zu stecken.Sie wagte nicht, sich zu bewegen. Wenn sie sich wehrte, würde sie womöglich nicht herauskommen, sondern nur noch tiefer im Sumpf versinken.„Mach schon auf.“Als sie sich nicht rührte, drängte Eberhard. „Schau, ob es dir gefällt.“„Herr Wenzel …“Sophie presste die Lippen zusammen, in einer Zwickmühle.Hätte sie ihn nicht von Anfang an gezielt angesprochen, weil sie etwas von ihm wollte, würde sie jetzt sofort aufstehen und gehen.„Was ist?“Eberhard wurde ungeduldig und öffnete die Schachtel selbst.Im Moment des Öffnens blen
Maximilian sah es und wusste, dass sie erschrocken war.Das war gut so.Wer noch Angst empfand, würde nicht weiter Dummheiten machen.Als die Akupunkturzeit vorbei war, entfernte Sophie die Nadeln eine nach der anderen.„Herr von Berg, ruh dich aus. Ich gehe jetzt.“Sie packte ihre Tasche und stand auf.„Dr. Tanner.“ Unvermittelt rief Maximilian sie zurück und griff erneut nach ihrem Handgelenk.„Hm?“ Sophie verstand nicht. Es war unangenehm, von ihm festgehalten zu werden. „Ist noch etwas?“„…“Maximilian öffnete den Mund, spürte ihre Abwehr.Am Ende sagte er nichts und ließ los. „Nein.“„Dann gehe ich.“Sie flüchtete geradezu.Maximilian lächelte bitter. Stieß sie ihn so sehr ab?Natürlich. Sonst hätte sie ihn vor drei Jahren nicht verlassen.Auch jetzt. Sie lebten unter einem Dach, und sie wusste, dass es in Königsberg nichts gab, was er nicht erreichen konnte.Trotzdem zog sie es vor, sich allein in Gefahr zu begeben und sich Eberhard zu nähern, anstatt sich an ihn
„Was?“Sophie runzelte die Stirn und versuchte, sich loszumachen. „Ich verstehe nicht, wovon du redest.“„Nicht?“Maximilian lachte kühl, ohne den Griff zu lockern.„Dann helfe ich dir auf die Sprünge. Heute im Mirage habe ich dich mit Staatssekretär Wenzel gesehen.“Er war heute im Mirage gewesen?Sophie wurde blass, blieb aber stur.„Du hast uns gesehen? Na und?“Na und?Maximilian lachte spöttisch. „Weißt du, wer Staatssekretär Wenzel ist? Glaubst du, du kennst ihn besser als ich?“Sophie schluckte unwillkürlich.Natürlich kannte Maximilian Eberhard besser als sie.Welcher der Mächtigen in Königsberg hatte keine Verbindung zu Maximilian?Wenn er so fragte, hatte er wohl schon erraten, was sie vorhatte.„Was hast du vor?“Er zog sie näher zu sich, bis sie fast an seiner Brust lag.Wie früher war er nach dem Duschen zu faul gewesen, sich richtig abzutrocknen.Die Wassertropfen durchnässten den dünnen Stoff ihrer Kleidung und benetzten ihre Haut. Sofort wurde ihr heiß.
„Äh ... na gut.“Die Blütenblätter berührten beinahe ihr Gesicht. Da sie den Strauß offenbar nicht ablehnen konnte, nahm Sophie ihn schließlich an.„Danke.“„Keine Ursache.“Eberhard winkte lächelnd ab und tippte sich an die Schläfe. „Meine Beschwerden sind dank dir viel besser. Ein Strauß Blumen ist doch das Mindeste. Übrigens, hast du dir überlegt, was du dir als Dankeschön wünschst?“„...“Sophie schwieg.Natürlich hatte sie sich etwas überlegt.Tatsächlich hatte sie sich ihm von Anfang an mit einem bestimmten Ziel genähert.Doch es jetzt einfach auszusprechen, erschien ihr nicht angemessen.Also sagte sie: „Noch ... nicht.“„So? Dann lass dir Zeit.“Eberhard nahm es gelassen und fragte dann: „Hast du Feierabend? Fährst du heim? Soll ich dich mitnehmen?“„Nein, danke.“Sophie lehnte rasch ab und lächelte. „Ich warte auf eine Kollegin, wir gehen noch etwas essen.“Das war natürlich eine Notlüge.„Eine Kollegin also.“Eberhard kniff die Augen leicht zusammen. „Ein Man
Sophie verbrachte den ganzen Tag in Linas Wohnung.Am Abend sah Sophie auf die Uhr, nahm ihre Tasche und ging hinaus. Heute Nacht hatte sie einen Nebenjob.Nach ihrem achtzehnten Geburtstag gab Vivian ihr kein Geld mehr.Sie lebte von Stipendien und Nebenjobs.Was die Karte anging, die Maximilia
Von einem starken Bauchgefühl getrieben, drehte Sophie sich um und ging zurück.Vor dem Haus der Tanners kam Melissa heraus, hatte sich umgezogen und ihr Make-up erneuert.Die Autotür öffnete sich, Maximilian stieg aus und reichte ihr einen Blumenstrauß.Leuchtend rote Rosen, Symbol brennender Li
Im Zimmer.Chris saß auf einem Stuhl in seiner Patientenkleidung, die nun völlig mit Soße durchtränkt und beschmiert war.Nicht nur das – auch sein Haar war damit verklebt. Reis und Gemüse hingen mit der Brühe in seinem Gesicht, seine Züge waren kaum noch zu erkennen.Eine Pflegekraft mittleren A
Sophie taumelte und konnte kaum stehen.Der Arzt hatte gerade Leopolds Untersuchung abgeschlossen. Als er Maximilian sah, sagte er:„Herr von Berg, Sie sind da. Dem alten Herrn geht es erstmal wieder besser, er ist nur noch sehr geschwächt und muss sich schonen. Achten Sie auf seine Ernährung und


















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